Best of Europe – Andros Routes

Best of Europe – Stufen, Dörfer, Mauern, Kirchen, Hitze, Oliven und freundliche Menschen.

Anfang Juni erwanderten wir einen der schönsten Wanderwege in Europa. Die Europäische Wandervereinigung hat bisher ca. 15 Wandertrails in Europa mit dieser Auszeichnung versehen. Die Wege führen durch schöne typische Landschaften der Kykladen und sind so gut markiert, dass sich auch ein wenig Geübter sich orientieren kann. In den letzten Jahren wurden in Griechenland einige schöne Touren markiert und führen in Gebiete, die nicht von Touristen überlaufen sind. Die Andros-Route ist eine Wanderung über die Insel Andros, die nördlichste Insel der Kykladen. Vier Gebirgszüge, die bis auf 997 m hoch verlaufen, durchziehen die ca. 40 km lange und 15 km breite Insel. Das Gelände ist sehr bergig, hat einige rauschende Wasserfälle und bietet immer wieder einen berauschenden Blick zur Ägäis. Der Meltemi, der Wind aus dem Norden, bringt der Insel Erfrischung. Fast die Hälfte der Insel ist Naturschutzgebiet. Der Wanderweg ist markiert mit einem blauen Schild mit einem stilisierten Weg und führt über die ganze Insel.

Stufen – Führen die Wanderwege durch die Ortschaften, so sind die schmalen Wege die den Ort durchqueren meistens Treppen, aber auch die Wanderwege im Gelände haben Stufen. Die Stufen zum Kloster können es bald mit dem Eifelturm aufnehmen. Viele Treppen sind Jahrhunderte alt. Auch Treppen führen über alte Steinbogenbrücken.

Dörfer – Die traditionellen Dörfer auf den Inseln liegen mehr im Inselinneren. Man sieht die typische Architektur der Kykladen, Blumen an den Häusern sowie alte Olivenbäume, die vom Meltemi durchweht ihre silberne Krone zeigen. Überall zeigen sich Kirchen und Kapellen im Blau des Himmels. Ein Ziegenbock mit seinen Frauen hat sich im Schatten der Kirche ausgeruht. Ein Ziel unserer Touren war die alte Olivenmühle, die der Besitzer liebevoll restauriert hatte. Sie hat nur an 3 Tagen geöffnet und ist das schönste Museum der Kykladen.

Mauern – Die meisten Wege sind „umzäunt“ von Trockenmauern aus Schiefer, mit einer eigenartigen Architektur. Alle paar Meter steht ein größerer Stein hochkant. Dazwischen wurden die Zwischenräume mit kleinen Steinen gefüllt. Diese Mauern haben besonders in den Bergen die Felder vor dem Austrocknen durch den Meltemi geschützt. Man spürt auf diesen Wegen die Jahrhunderte lange Arbeit der Bauern.

Kirchen – Überall in den Bergen, in den Dörfern findet man Kapellen, Klöster und Kirchen. Sind die Kirchen meistens in den Dörfern angesiedelt, so findet man in den Bergen des öfteren kleine Kapellen, mit einer einfachen Ikonostase und einigen Heiligenbildern. Der Zugang zu den Klöstern ist etwas schwieriger, da kann es schon mal kilometerweit nur Treppen aufwärts gehen.

Hitze – Eigentlich bläst der Meltemi kräftig über die Inseln der Kykladen und bringt Erfrischung für die Einwohner und Wanderer. Der Wind kann schon kräftig über die Berge pfeifen, so dass in der Wanderbeschreibung manche Wege bei kräftigem Wind nicht empfohlen werden. Bei uns hat einmal der Meltemi für eine Woche ausgesetzt, sehr ungewöhnlich für die Einheimischen, so dass wir bei hohen Temperaturen in praller Sonne die Wege gelaufen sind. Da half es uns auch mal auf das Frühstück zu verzichten und schon um 7 Uhr mit der Wanderung zu starten.

Oliven – An den Bergen wiegen sich die alten Olivenbäume im Wind des Meltemi. Die Blätter drehen sich im Wind und zaubern eine silberne Krone über den Bäumen. Meine Lieblingsbäume mit ihren bizarren Stämmen, die schon mal ein paar Jahrtausende auf dem Buckel haben, bezaubern mich immer wieder.

Freundliche Menschen – Wenn man sich Mühe gibt und es mal mit einigen Brocken Griechisch versucht, sich mit den Einheimischen zu verständigen, dann kann man interessante Begegnungen haben. Ist es in der alten Olivenmühle, wo der Besitzer eine Führung mit uns zwei machte. Aber auch in einer kleinen Taverne, wo die Wirtsleute kaum Englisch konnten, hatten wir eine der schönsten Stunden auf der Insel verbracht. Am Abend in einer kleinen Taverne in Chora, die Tische auf den Stufen einer Treppe, hatten einige junge Frauen eine schöne Taverne mit Gerichten aus den Kykladen eingerichtet. Diese Gerichte bekommt man sonst in den Touristengebieten nicht.

 

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