Glossar

Öffnungen in und an Stadttoren, Wehrtürmen etc. , meistens auch mit schrägen Schütten versehen, die es dem Verteidiger aus der Deckung heraus erlauben, Steine oder Flüssigkeiten auf am Mauerfuß befindliche Angreifer zu werfen oder zu schütten.

Burgtores dienten außer den Torflügeln auch das Fallgitter, auch „Rechen“ genannt, und die Zugbrücke.

Das Fallgitter ist allem Anscheine nach bei abendländischen Burgen erst nach den Kreuzzügen (gegen die „Sarazenen“) zur Anweendung gekommen, gehörte jedoch nur bei Stadttoren und den Burgbauten der dritten Periode zu den häufigeren Einrichtungen des Torgebäudes. Es war ein Gitter aus langen, unten zugespitzten, durch Querstangen verbundenen eisernen oder hölzernen und nur unter mit Eisen beschlagenen Pfählen, an Stricken oder Ketten aufgehängt, während die Enden der Querstangen entweder in Falzen, welche in den Torlaibungen befinden, oder aber in beiderseits vor dem Tore (je etwa vier) eingemauerten, hakenförmigen „Klauensteinen“ auf und ab glitten. Letztes kam bei städtischen Toren häufiger als bei Burgtoren vor.

Aus länglichen Zweigen/Ruten geflochtene Deckungshilfen für Angreifer, die sich mittels Schanzgräben einer Verteidigungsanlage nähern. Die sog. Schanzkörbe waren in der Regel 2m hoch und hatten einen Durchmesser von 1m.  Sie wurden in der Deckung der Laufgräben bis zum Einsatzort getragen, aufgerichtet und dann erst aus der Deckung mit Erde gefüllt.

Bezeichnet wird so der vor der südlichen Stadtmauer befindliche Talabschnitt mit der Erft.

Feuer bringende Geschosse gegen den Gegner, waren u.a. die mit einer Mischung aus Brennstoffen gefüllten Geschosse. Nach der Überlieferung hat Kallinikos der Grieche diese Waffe 673 nach Konstantinopel gebracht. Ursprünglich bestand die Mischung aus Schwefel, Weinstein, Baumharz, Pech, Kochsalz, Erd- und Baumöl. Die Mischung wurde zusammen gekocht, Werg damit getränkt und angezündet. Kann nur mit Harn, Weinessig oder Sand gelöscht werden.

Hakenbüchse, die erste Handfeuerwaffe, welche ein genaueres Schießen gestattete und die unserer heutigen Flinte  ähnlich war, hatte zum Zwecke besseren Zielens und Hemmung des Rückstoßes an der unteren Seite des Laufes und des vorderem Ende nahe einen „Haken“ zum festem Auflegen des Gewehres. Sowohl das Gewicht  der Waffe als die noch wenig vollkommene Vorrichtung zur Entzündung der Pulverladung gestatteten  nicht wohl ein freihändiges Schießen. Nun liegt es aber auf der Hand, dass, wenn man zum Zweck des Zielens die Büchse seitlich um den Auflagepunkt drehte, der davor befindliche Schießschlitz sich alsbald als zu eng erweisen musste, und es vernotwendigte sich daher für die Handfeuerwaffen eine Verbreiterung der Schießspalte, welche Verbreiterung besonders, wenn eine besondere Vorrichtung zum Auflegen nicht vorhanden, zugleich zum Durchstecken des Gewehrlaufes nötig war.

Quellennachweis [4]

Innerhalb des Stadtmauerverlaufes befindliche Zwischentürme, die feldseitig und an den Flanken stärker armiert sind als stadtseitig oder sogar keinen Wandabschluss aufweisen. Bei Belagerung in die Wehrtürme eingedrungene Feinde konnten so leichter abgewehrt werden. Meistens wurden die stadtseitigen offenen Turmseiten später mit Fachwerkwänden geschlossen, um die Innenbereiche zu nutzen.

Der bei Höhenburgen gewöhnlichen Lage nach ist hier der Halsgraben der weitaus am häufigsten vorkommende; er fehlt kaum jemals, wenn nicht die Burg auf einem ganz vereinzelten Felsklotze oder auf ebensolchen Bergkuppe liegt. Freilich wird derselbe oft genug auch durch eine natürliche Vertiefung ersetzt, die dann wohl noch künstlich erweitert, vertieft oder mit steilen Borten versehen wurde, hie und da aber auch schon an sich so weit und tief ist, dass der Burgplatz nicht sowohl einen nasenförmigen Vorsprung des Bergmassivs, als vielmehr einen selbständigen, diesen vorgelagerten Felskopf bildet. Bei dem (künstlichen) Halsgraben handelt es sich darum, einen schmalen Bergrücken, den „Berghals“, in kürzester, gerader Linie zu durchschneiden. Wo dagegen der Burgplatz von zwei ungefähr im rechten Winkel zusammenstoßenden Abhängen begrenzt wird, musste ermehr in Form eines nicht geschlossenen Ringgrabens (der auch hier ein natürlicher Einschnitt sein konnte) aus dem Bergmassiv nicht sowohl ab-, als herausgeschnitten werden.

Quellennachweis [4]

Hilfsmittel zum Heben oder Senken von schweren Lasten bestehend aus Holzstielen, die zum Drehen in entsprechende Bohrungen einer Haspel eingesteckt werden. Mittels Drehung der Haspel ( Menschenkraft ) war die Lastbewegung durch Seilauf- und abwicklung möglich. Eine Sperrklinke sicherte die jeweilige Bewegungsrichtung vor ungewollter Drehung der Haspel.

Vom Steinmetz behauener oder kunstvoll zugerichteter Naturstein für Wandecken, Fenstergewände,  Türstürze und sog. Maßwerkteile im Natursteinmauerwerk.

Jeweiliger Punkt zB. bei einem Torbogen an dem Übergang vom vertikalen Pfeiler in den Bogen und umgekehrt. Die Verbindung dieser Punkte bildet die Kämpferlinie.

Hakenförmige Quader als Balkenauflage oder als Führung (z.B. Fallgitter).

Quellennachweis [4]

Aus dem Mauerwerk nach außen oder innen auskragender  Auflagestein   zur Abtragung von Lasten wie z.B. Deckenbalken, Pfosten, Balkonstützen und Wehrgängen etc. .

Auch in der Fachliteratur als benannt. Das ist eine äußere Grabenwand bzw. Böschung einer Burganlage.

Beim Laden einer Armbrust z.B. die mechanische Spannvorrichtung ( Leier ) zum Spannen der Bogensehne.

Seit dem Altertum bekanntes Hilfsmittel zur Bestimmung einer waagerechten Linie oder Fläche . Anders als bei der heute gebräuchlichen Wasserwaage mittels Dosenlibelle innerhalb von Markierungen,  zeigte ein Lotpendel bei Übereinstimmung mit einer Markierung auf der unteren Latte die Waagerechte an.

Ornamentales, meist aus geometrischen Figuren entwickeltes Schmuckwerk, vor allem in gotischen Fenstern und Portalen auf Silhouettenwirkung berechnet, in Blenden als Relief verwendet.

Seitliche senkrechte Ansichtsfläche einer Mauer.

Die Person, die sich bei der Belagerung einer Festung/Stadtmauer in der Deckung eines Erdgrabens der Wehrmauer nähert, um diese zu unterhöhlen ( unterminieren ). Die Absicht war, die Mauer zum Einsturz zu bringen-  nach Einführung des Schwarzpulvers, diese zu sprengen.

Palisaden, d.h. Zäune, die im wesentlichen aus nebeneinander eingegrabenen, oben zugespitzten und durch Flechtwerk oder angenagelte Bretter fest miteinander verbundenen Pfählen bestanden, wurden bei uns in der Vorzeit, da das Material fast überall zur Hand war, sowohl von den Römern als von den Germanen, besonders auch zur Verstärkung eines Walles angewandt und scheinen seitdem fortwährend in Gebrauch geblieben zu sein.

Quellenverzeichnis [4]

Für Stadttore im Jülicher Herrschaftsbereich waren Scheitelwülste unter den Schlusssteinen im Scheitelpunkt der Torbögen typisch.

Kammerartige Aussparung innerhalb der stadtseitigen Wehrmauer hinter einer Schießscharte. Innerhalb dieser Kammer konnte der Armbrustschütze die Deckung nutzend die Armbrust laden und im geeigneten Augenblick durch die Scharte abschießen.

vollständiger Deckung des Körpers durch eine Mauer nach außen schießen kann, muss diese mit einer Schießscharte durchbrochen sein. Die letztere hat zweckmäßigerweise, ohne jene Deckung zu beeinträchtigen, dem Schützen hinlänglich freies Umblicken und Zielen nach dem Feinde zu gestatten und ebenso möglichst freie Bewegung mit der Schusswaffe bei tunlichster Annäherung derselben an die äußere Schartenmündung. Zu dem Zwecke ist bei stärkeren Mauern nach innen vor der Schießscharte eine hinlängliche weite und tiefe Nische in der Mauerdicke ausgespart.

Ausgiebige Beschreibung im Kapitel 12 der „Burgenkunde“ von Otto Piper.

Quellennachweis [4]

Bezeichnung des Rundturmes in der Nordwestecke der Münstereifeler Stadtmauer. Hier befand sich im 19.Jh. bis nach dem 2. Weltkrieg der städtische Schlachthof.

Bezeichnung des unteren Erftdurchlasses durch die Stadtmauer. Der Turm war, noch heute an baulichen Spuren erkennbar, mit einem Fallgitter und Abwurferkern an der Feldseite gesichert .

Spargründung/Pfeilergründung/Kassemattengründung Drei unterschiedliche Begriffe für eine Gründungsart: Mittels Mauerpfeilern und gemauerten Bögen wurde die ( nahezu gesamte ) Münstereifeler Wehrmauer unmittelbar auf den anstehenden Fels gegründet. Diese Gründungstechnik führte zu einem weitgehend Risse freien Mauerverband, der über die Jahrhunderte allen Spannungkräften aus Temperaturschwankungen, Bodenbewegungen, verursacht durch Erdbeben, etc. standhielt.

Heutiger stadtseitiger Burgzugang über eine Erftbrücke. Das Steinfelder Tor wurde Ende des 19.Jh. als ehemaliges Zugangstor zum „Steinfelder Hof“ genutzt und von dort an den heutigen Ort versetzt.

Mit den Peschnasen sind noch andere Vor- und Ausbauten verschiedener Art verwandt, besonders in Form von Dacherkern, vorzugsweise wenn nur aus Holz bestehend, mit französischen Ausdruck nach Breteschen und deutsch Überzimmer genannt. Auch die Bezeichnung Letze und Ausschuss werden da gebraucht. Öfter vielfach und in verschiedener Art angebracht dienten sie zugleich dazu, das malerische eines Burgbildes wesentlich zu heben.

Quellennachweis [4]

Im Falle der Münstereifeler Stadtmauer: Trockengräben parallel zur West- und Ost-Mauer, die wegen der örtlichen Gegebenheiten nicht durch Wassergräben gesichert werden konnten.

Wehrgang, rings um die Burg auf der Ringmauer und in Gebäuden geführter Gang für Wächter und Verteidiger, im freien Verlauf mit Brustwehr und Zinnen mit Schießscharten, zuweilen überdacht. Auch als Holzbau, außen an der Mauer oder auf Konsolen vor der Mauer. Quellennachweis [4]

Die Münstereifeler Stadtmauer besteht aus der sich Anfang des 14.Jh.  entwickelten äußeren zweischaligen Wehrmauer mit Schießscharten, die in drei Bauphasen entstand und dem später stadtseitig angefügten Wehrgang auf den Wehrgangbögen.

Bezeichnung des oberen Erftdurchlasses durch die Stadtmauer.

Ein weiteres schon aus dem grauen Altertum übernommenes Mittel, die Mauern ohne Anwendung von Schuss und Wurf zu zerstören, war der Mauerbrecher, ein unter dem Firstbalken eines fahrbaren, niedrigen Schutzhauses an Stricken oder Ketten waagerecht angehängter Balken mit Eisen beschlagenem Kopfe, der, zurückgezogen und dann losgelassen, die Mauer mit wiederholtem Stoße zertrümmerte.

Das Mittelalter hatte, wie in der gesamten Kriegswissenschaft, so auch für dies Belagerungsinstrument zahlreiche Bezeichnungen. Von den gebräuchlichsten: Widder und Katze bezog sich die erstere zunächst auf den Balken, das letztere auf das Schutzhaus allein. Außerdem findet man die Namen Sau, Fuchs, Maulwurf, Krebs, Igel, Schildkröte,

Quellennachweis [4]

Wurfmaschine/Wurflöffel Zum Angriff und zur Verteidigung konstruierte Kriegsgeräte, die mittels einer Spannvorrichtung und eines Wurfbalkens, Wurflöffels, in der Lage waren, Gegenstände in einer bogenförmige Bahn weit und über Hindernisse hinweg zu schleudern.

Oberer Mauerabschluss von Tor- und anderen Stadtmauertürmen, der zur Rundumverteidigung mit Zinnen zur Deckung der Verteidiger versehen waren.