Das Johannistor in der Ostmauer, Stadtmauer Bad Münstereifel

Autor: Heinz Zanger

Stichworte:

  • 1473 noch als „sent  Johans porzen“ bezeichnet, bis auf den fehlenden ursprünglichen Zinnenkranz und dem später hinzugefügten Dachausatz sind kaum Veränderungen erfolgt;
  • durch den Bau der Umgehungsstraße wurde allerdings die ehemalige Grabenzone weitgehend verändert;
  • man kann davon ausgehen, dass an diesem Standort schon im 9. Jh. ein gesicherte Zugang zur Siedlung am heutigen Entenmarkt und später zur Burg bestand, da hier der Fluchtweg zur weiter oberhalb, im östlichen Talhang befindlichen karolingischen Fliehburg verlief;
  • heute befinden sich im oberen Torbereich die Vereinsräume des örtlichen Eifelvereins.
Johannistor, Bauaufnahme von 1907, mit Anmerkungen
Johannistor, Bauaufnahme von 1907, mit Anmerkungen
  1. Johannistor,
  2. Stadtseite,
  3. Feldseite,
  4. Schnitt in der Torachse,
  5. Führungsnut des ehemaligen Fallgitters,
  6. Grundrisse,
  7. Schießkammer,
  8. Mauerschlitze für Holzkonsolen, die ursprünglich entweder Stützkonsolen für einen Wehrgang oder ein „ Überzimmer“ aufnahmen.
Johannistor, Stadtseite, auf einer Skizze von 1885 mit Anmerkungen
Johannistor, Stadtseite, auf einer Skizze von 1885 mit Anmerkungen
  1. Johannistor,
  2. Stadtseite,
  3. Feldseite,
  4. Wehrmauer ohne Wehrgang und Zinnen mit Trümmerhang( Zerstörung durch Feindeinwirkung oder Abbruch zur Wiederverwendung),
  5. ursprünglicher Turmabschluss: Zinnenkranz ohne Zeltdach,
  6. angenommener ehemaliger Zugang aus dem Turm auf den Wehrgang,
  7. ursprünglich um die gesamte innere Stadtmauer führender Weg (für die schnelle Erreichbarkeit aller Mauerabschnitte, Burgzufahrt und zur Instandhaltung),
  8. angenommener Mauerrest der Vorburgsicherung?

 

Johannistor, Ansicht Stadtseite, Bauaufnahme von 1907
Johannistor, Ansicht Stadtseite, Bauaufnahme von 1907

Rekonstruktionsversuch des „Überzimmers“ und des Zinnenaufsatzes von Turm und Wehrgang(Gelb= Rekonstruktion)

  1. Johannisturm, Ansicht Stadtseite(1907),
  2. Rekonstruktion von „Überzimmer“ und Zinnen,
  3. Schnitt AB,
  4. vorhandene Wandöffnung entspricht der Lage des Zuganges zum „Überzimmers“, (Anmerkung: Der Holzanbau eines „Überzimmers“ an Tortürme im Mittelalter könnte man als „taktische Finte“ zur Irreführung und nachträglichen Vernichtung eines bis auf die Stadtmauer eingedrungenen Feindes bezeichnen, da die Gesamtkonstruktion durch Hebelwirkung  abgeworfen werden konnte.),
  5. Konsolschlitze des ursprünglichen „Überzimmers“
  6. „Überzimmer“ in Ansicht, Schnitt und Grundriss,
  7. klappbare Holzwand zur Leitung des Feindes in das „Überzimmer“,
  8. beispielhafte Laufrichtung des eingedrungenen Feindes,
  9. Stadtseite,
  10. Feldseite,
  11. Zinnen,
  12. Zinnenkranz

Quellennachweis

 

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