{"id":1680,"date":"2015-03-31T19:53:44","date_gmt":"2015-03-31T19:53:44","guid":{"rendered":"http:\/\/unser-quartier.de\/habitare-secum\/?p=1680"},"modified":"2015-05-15T15:17:55","modified_gmt":"2015-05-15T15:17:55","slug":"1680","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/unser-quartier.de\/habitare-secum\/2015\/03\/1680\/","title":{"rendered":"Schule im Hexbachtal"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/unser-quartier.de\/habitare-secum\/2015\/03\/1680\/c-goller_koffer_b\/\" rel=\"attachment wp-att-644\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"644\" data-permalink=\"https:\/\/unser-quartier.de\/habitare-secum\/2015\/03\/1680\/c-goller_koffer_b\/#main\" data-orig-file=\"https:\/\/unser-quartier.de\/habitare-secum\/files\/2013\/07\/C.-Goller_Koffer_b.jpg\" data-orig-size=\"3456,2592\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;3.3&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;DMC-TZ5&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;1361365677&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;4.7&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;400&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0.05&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;}\" data-image-title=\"C. 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Etwas aufgeregt war ich trotzdem, ob auch alles richtig verl\u00e4uft.<\/p>\n<p>Um 10.00 Uhr betrat ich also die Schule und wurde im Sekretariat von Frau W\u00f6lk empfangen. Sie f\u00fchrte mich zum Lehrerzimmer und machte mich mit Frau Breil-Lahma bekannt. Aber ich stellte fest, dass ich sie schon kannte. Ich hatte in dieser Schule von 2008 bis 2011 schon einigen Sch\u00fclern Deutsch-F\u00f6rderung gegeben, darunter auch einigen aus ihrer Klasse.<!--more--><\/p>\n<p>Wir unterhielten uns erst einmal eine Weile und gingen dann runter zum Pavillon zur Klasse 9 a. Vor dem Klassenzimmer sprach mich pl\u00f6tzlich ein Sch\u00fcler an und sagte:&#8220;Guten Tag, Frau Goller!&#8220;. Ich war \u00fcberrascht und erkannte ihn erst nicht;\u00a0erst als er seinen Namen nannte, wusste ich, dass ich auch ihm f\u00fcr einige Zeit Deutsch- und Lesef\u00f6rderung gegeben hatte.<\/p>\n<p>Nun gingen wir also in die Klasse und die Lehrerin bat, vorne am Pult\u00a0Platz zu nehmen. Ich sa\u00df also vor der Klasse und erz\u00e4hlte von meiner Kindheit im Krieg. Die Sch\u00fcler h\u00f6rten allesamt aufmerksam zu. Nach knapp 20 Minuten beendete ich meine Geschichte und bat die Sch\u00fcler, mich so viel wie m\u00f6glich zu fragen. Das taten sie dann auch.<\/p>\n<p>Einer wollte z. B. wissen, wie es im Bunker aussah, ob viele Menschen darin gewesen w\u00e4ren. Darauf konnte ich ihm auch eine konkrete Antwort geben. Ein anderer fragte mich, ob es dort auch etwas zu essen und zu trinken gab. Das musste ich nat\u00fcrlich verneinen. Der n\u00e4chste Sch\u00fcler fragte, ob wir auch mit einem Korb voll Geldscheinen einkaufen gingen. Darauf habe ich ihm geantwortet, dass das haupts\u00e4chlich\u00a0nach demErsten Weltkrieg der Fall war und konnte ihm von meiner Mutter berichten, die mit ihrer Mutter und einer Wanne voll Geldscheinen einkaufen ging und daf\u00fcr nur ein einziges Brot erhielt.\u00a0 Im 2. Weltkrieg gab es Lebensmittelmarken und nat\u00fcrlich den Schwarzmarkt. Ein Sch\u00fcler fragte mich, ob ich mich auch an Hitler erinnern k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Die Sch\u00fcler stellten alle wirklich konkrete Fragen, die ich entsprechend beantwortet habe. Manche Fragen konnte ich leider nicht beantworten, da ich zum Zeitpunkt der Geschehnisse zu klein war. Allerdings vermisste ich Fragen von den M\u00e4dchen, die Jungen waren wissbegieriger. Zum Abschluss haben mir eine Sch\u00fclerin und ein Sch\u00fcler als Dankesch\u00f6n eine Packung <em>Merci<\/em> geschenkt.<\/p>\n<p>Insgesamt gesehen waren alle sehr aufmerksam und interessiert, auch die Lehrerinnen waren sehr zuvorkommend. Nun hoffe ich, da ich den Sch\u00fcler\/innen von meiner Kindheit im Krieg berichten konnte, dass das ganze Geschehen f\u00fcr sie vom 2. Weltkrieg aufschlussreicher geworden ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: right\"><strong><em><a title=\"Zeitzeugen stellen sich vor\" href=\"https:\/\/unser-quartier.de\/habitare-secum\/zeitzeugenarbeit\/zeitzeugen-stellen-sich-vor-2\/\">C. Goller, M\u00e4rz 2015<\/a><\/em><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 23. M\u00e4rz 2015, 10:25 Uhr, hatte ich mal wieder einen Einsatz in einer Schulklasse, und zwar in der Schule am Hexbachtal in M\u00fclheim-D\u00fcmpten. Es war die Klasse 9 a, das Thema war Kindheit im Krieg. Ich erhielt im Vorfeld einige Texte, damit ich \u00fcber den Verlauf des vorangegangenen Unterrichts informiert wurde. 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