Fulltime-Job als Ehrenamtliche – das Ehepaar Hähnel

Im Fitnessstudio der SBK Sozial-Betriebe-Köln fing alles an. Sportlehrer Christof Odoy fragte nach Unterstützung beim Reibekuchenbacken auf dem Annafest. Ingrid und Roland Hähnel waren sofort dabei. Das war der Beginn des beispiellosen ehrenamtlichen Engagements der beiden. Ingrid Hähnel (80) erzählt: „Dann las ich im Programmheft des Seniorentreffs, dass jemand für die Bücherei gesucht wird.“ Das war im Jahr 2000. Seitdem leitet die ehemalige Verkäuferin die Ausleihe. Immer öfter wurde das Ehepaar gefragt, ob sie hier oder da aushelfen könnten. „Wir sind ins kalte Wasser gesprungen, haben dabei aber auch viel gelernt und Unterstützung durch Seminare bekommen.“

Eine der größten ehrenamtlichen Herausforderungen war für die beiden die Evakuierungen wegen der Bombenfunde der vergangenen Jahre. „Bei vier von fünf haben wir geholfen.“ Diese Aktionen riefen bei den Hähnels, die seit über 50 Jahren verheiratet sind, Erinnerungen an die Jugendjahre in Berlin hervor. 1959 wurde geheiratet, nachdem Roland in Nippes eine Wohnung gefunden hatte. 2009 zogen sie dann nach Riehl. „Hier haben wir die Sicherheit für’s Alter.“ Doch an Ruhestand denken die zwei noch lange nicht. „Solange man es körperlich und geistig kann, soll man was machen,“ versichern sie.

Etwa in den Pflegeheimen, wo sie bei Veranstaltungen helfen. „Dort übernehmen wir Aufgaben wie Kaffee kochen und Waffeln backen, um das Pflegepersonal zu entlasten. Es ist ja auch ein schönes Gefühl, gebraucht zu werden.“ Da sind sie auch oft der Kummerkasten und hören gerne zu oder trösten. „Es kommt viel zurück, wenn man ehrenamtlich arbeitet. Als Ehrenamtler ist man Teil der Gesellschaft und man hat Erfolgserlebnisse, das ist doch wichtiger als eine Kreuzfahrt“, begründet das Paar seinen beispiellosen Einsatz.

„Gerne gehen wir noch wandern, aber die Kondition zeigt einem, wie weit man kommt“, meint Roland Hähnel (82). „Früher sind wir mit Rucksack acht Tage lang durch die Rhön gewandert.“ Heute, so gestehen sie freimütig, stoßen sie schon mal an ihre körperlichen Grenzen, etwa nach stundenlangem Einsatz auf dem Anna-Fest, den Oster- und Weihnachtsbasaren oder bei der alljährlichen Schiffstour der SBK, wenn es gilt, Hunderten von Rollator- und Rollstuhlfahrern einen schönen Tag zu bescheren.

Alles was die beiden tun, tun sie mit Herz. „Früher haben wir Führungen für die Neuzugänge angeboten, ihnen alles auf dem Gelände gezeigt.“ Und noch heute steht ihr Angebot, sich um die Neuzugezogenen zu kümmern und ihnen das Einleben zu erleichtern. „Niemand sollte alleine in seiner Wohnung sitzen, es gibt hier so viele Veranstaltungen, bei denen man Kontakte knüpfen kann.“ Sie sind auch begehrte Models bei den Modenschauen im Festsaal, sie besorgen Preise für Tombolas, sortieren und tackern das „grüne Heft“ des Seniorentreffs. „Es gibt schon Wochen, wo sich alles knubbelt“, lachen die beiden.

 

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