Gartenzwerges Klagelied (von W. Carpels)

Oh, wie kalt ist es geworden
Auf Balkonen und in Gärten
Für uns Männlein mit den Bärten
Rauer Wind weht aus dem Norden

Unser Jäcklein ist so alt schon
Weil wir’s schon im Sommer hatten
Nicht gefüttert ist’s mit Watten
Und im Winter kalter Hohn

Ach, wie herzlos Menschen sind
Lassen uns im Freien hausen
Auch bei Winterwetter draußen
Wenn gar eisig pfeift der Wind

In den Nächten erst, den dunkeln
Wenn die bösen Trolle kommen
Sind auch Menschen oft beklommen
Graus’ge Dinge manche munkeln

Wer verstehet unsere Klagen
Nimmt des Nachts uns kleine Buben
Rein in seine warmen Stuben
Uns zu wärmen, uns zu laben

Ach, es wär’ auch schön gemütlich
Uns ins Bettchen mit zu nehmen
Bräuchten sich auch nicht zu schämen
Wichtelmänner sind stets friedlich

Aber wie so oft im Leben
Wünsche bleiben unerfüllt
Wahre Sehnsucht ungestillt
Musst dem Schicksal dich ergeben

 

Ein Gedicht von Wanda Carpels, Februar 2018

Gastbeitrag

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Nemm de Minsche
wie se sin –
et jitt kein andere