Riehler Geschichte: Das Brückengeld wird nicht mehr erhoben

Auch auf der Mülheimer Schiffbrücke wurde früher wie auf allen Kölner Brücken ein Entgelt erhoben, wenn man den Rhein über die Brücke als Fußgänger, im Pferdefuhrwerk oder im Auto überqueren wollte. Ein Fußgänger bezahlte 2 und später 4 Reichspfennig. Ein Kind konnte für den halben Preis mitgenommen werden. Für Fahrzeuge musste man ein Mehrfaches bezahlen. Zum Beispiel überquerten 1910 ca.750 000 Fußgänger die Brücke. Das war schon ein kräftiger Zuschuss für die Kölner Stadtkasse, die dort die Kassierer beschäftigte und für den Unterhalt der Brücke verantwortlich war. Auch musste Personal vorgehalten werden, das die Joche der Brücke ausfuhr, damit Schiffe passieren konnten. Für die Kassierer stand auf jeder Seite ein Brückenhäuschen bereit, so dass sie bei ungünstigem Wetter geschützt waren. Nur zu Kaisers Geburtstag am 27. Januar war die Benutzung der Schiffbrücke kostenfrei.

Brückenhäuschen
Brückenhäuschen (Quelle: Brokmeier)

Ab dem 1.8.1920 wurde das Brückengeld nicht mehr erhoben, was die Kölner sehr begrüßten. Zu Tausenden strömten sie an diesem Sonntag über die Brücken, um Sportveranstaltungen und Freiluftkonzerte zu besuchen. Die Mülheimer werden sicherlich zum Zoo, zur Flora und in den Luna-Park gegangen sein.

Ein Spaziergang über die Brücke
Ein Spaziergang über die Brücke (Quelle: Brokmeier)

J. Brokmeier

Geboren 1944, wuchs er in den Riehler Heimstätten auf und war dort später in verschiedenen Aufgaben von 1969 bis 2004 tätig.
Seit 1984 sammelt er Ansichtskarten von Köln Riehl und befasst sich mit der Geschichte dieses Ortsteils.

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