Riehler Geschichte: Bürgerverein forderte Verwaltungsstelle für Riehl

Seit über 90 Jahren, mit einigen Unterbrechungen, kümmern sich die Riehler Bürger um die Belange ihres Stadtteils. Eine genaue Erfassung der Vereinsgeschichte ist sehr schwierig, da auch das Amtsgericht Köln im Vereinsregister keine Unterlagen finden konnte. So mussten die Daten über alte Adressbücher und Zeitungsartikel zusammengestellt werden.

Erstmalig wurde im Kölner Adressbuch von 1927 ein „Verein zur Wahrung der Belange von Köln Riehl“ gefunden. Wegen des Redaktionsschlusses der Adressbücher muss wohl davon ausgegangen werden, dass der Verein bereits 1926 bestand.

Auszug aus dem Adressbuch von 1931
Auszug aus dem Adressbuch von 1931 (Quelle: Brokmeier)

Der Vorsitzende war der Rechtsanwalt Dr. Otto Nelte aus der Johannes-Müller-Str. 54. Der Schriftführer war Johannes Schick aus der Xantener Str. 110. Regelmäßig trafen sich die Mitglieder in ihrem Vereinshaus, Café Bade, Stammheimer Str. 9. (Es handelt sich um das Eckgebäude Stammeimer Straße / Am Botanischen Garten, das im Krieg zerstört und dann als Garage mit Wohnhaus wieder aufgebaut wurde).

Nach dem Krieg, 1952, wurde die „Bürgervereinigung“ wieder neu gegründet und hatte ihren Sitz in der Stammheimer Str. 100.

Die neu gegründete Bürgervereinigung mit 200 Mitgliedern nahm sich am 29. Oktober 1956 unter Leitung Ihres Vorsitzenden Bernd Becker sehr engagiert – aber erfolglos – der kommunalen Neugliederung im Stadtbezirk Riehl und Niehl an. So beantragte der Vorstand, dass die Gebiete westlich der Amsterdamer Straße, die Niehl zugeordnet worden waren, wieder zu Riehl gehören sollten und der Ratsbeschluss somit rückgängig gemacht würde. Das traf auch wohl für den Bereich bis zur Friedrich-Karl-Straße zu. Auch beantragte der Verein, dass in Riehl eine eigene Verwaltungsstelle eingerichtet werden sollte.

Der Bürgerverein war der Vorläufer der heutigen Riehler Interessengemeinschaft e.V. (RIG), die im August 2019 auf 30 Jahre seit der Gründung zurückblicken konnte.

J. Brokmeier

Geboren 1944, wuchs er in den Riehler Heimstätten auf und war dort später in verschiedenen Aufgaben von 1969 bis 2004 tätig.
Seit 1984 sammelt er Ansichtskarten von Köln Riehl und befasst sich mit der Geschichte dieses Ortsteils.

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