Riehler Geschichte: Bücherei in den Riehler Heimstätten eröffnet

Am 2.11.1964 wurde die „Altenbücherei“ als Teil der Stadtbücherei in den Räumen des neuen Klubhauses im Städtischen Altenheim Köln-Riehl eröffnet. Das war weder der Anfang noch das Ende einer Bücherei für die Bewohner der Riehler Heimstätten / der Altenheime Köln Riehl / der Sozial-Betriebe-Köln.

„Köln am Rhein vor fünfzig Jahren“ von Ernst Weyden aus dem Jahr 1862
„Köln am Rhein vor fünfzig Jahren“ von Ernst Weyden aus dem Jahr 1862 (Quelle: Brokmeier)

Kehren wir zu den Anfängen zurück. Bereits 1927 gab es für die Bewohner im Klubhaus (heute Seniorentreff) eine Bücherei, die aus gespendeten Büchern bestand und die von Bewohnern betreut wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Räume der Bücherei im alten Klubhaus für andere Zwecke benötigt und der Buchbestand wurde in das damalige Wohnstiftshaus „M“ ausgelagert. Auch hier erfolgte die Bücherausgabe durch Heimbewohner. Als dann das neue Klubhaus (mittlerweile durch einen weiteren Neubau ersetzt) geplant wurde, sollte hier die Stadtbücherei die Buchausgabe übernehmen. Die alte Bücherei wurde „entrümpelt“ und nicht mehr benötigte Bücher landeten auf der Deponie am Haus V 3 (heute Haus Linde). Ein Buch hat der Verfasser dieses Artikels retten können: „Köln am Rhein vor fünfzig Jahren“ von Ernst Weyden aus dem Jahr 1862, das die Geschichte von Köln um 1800 schildert. Das Buch ist noch mit dem Stempel „Pflegeheime“ versehen.

Historische Aufnahme des "Neuen Klubhauses"
“Neues Klubhaus” (Quelle: J. Brokmeier)

Am 2.11.1964 eröffnete dann die Stadtbücherei Köln ihre „Altenbücherei“, die nicht nur die Bücher am Schalter auslieh, sondern auch die pflegebedürftigen Bewohner in den einzelnen Häusern versorgte.

Aber bereits am 4.2.1982 beschloss der Rat der Stadt Köln, dass die Bücherei geschlossen werden sollte. Vorübergehend wurde der Bücherbus in den 1980ern für die Bewohner eingesetzt, der seinen Haltepunkt vor dem Alten Klubhaus hatte.

Da aber bei den Bewohnern trotz der Konkurrenz durch das Fernsehen der Wunsch nach Büchern, Großdruckbüchern und Hörkassetten bestand, wurde in den 1990ern bis 2002 im Haus P 1 eine neue Bücherei eingerichtet, die wiederum mit Spenden bestückt wurde. 2003 konnten dann die derzeitigen Räume im Untergeschoss des Hauses P 8 bezogen werden. Auch hier erfolgt die Beratung und Ausgabe durch Bewohner der Einrichtung. So konnte im Juli 2019 das 25-jährige Bestehen dieser neuen Bücherei gefeiert werden, die auch gleichzeitig für Menschen geöffnet ist, die nicht in den Sozial-Betrieben wohnen.

J. Brokmeier

Geboren 1944, wuchs er in den Riehler Heimstätten auf und war dort später in verschiedenen Aufgaben von 1969 bis 2004 tätig.
Seit 1984 sammelt er Ansichtskarten von Köln Riehl und befasst sich mit der Geschichte dieses Ortsteils.

Ein Gedanke zu „Riehler Geschichte: Bücherei in den Riehler Heimstätten eröffnet“

  1. Guten Tag,
    meine Regale quellen über und ich würde gerne einige (guterhaltene) Bücher an die SBK-Bücherei abgeben. Gibt es dafür Bedarf?
    Viele Grüße
    Ellen Flasshoff

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