Das Ende des Vergnügungsparks

An der Riehler Straße 161 – 163 stand um 1900 die Gaststätte Hohenzollerngarten mit Tanzsaal, Gartenpavillon, Frühstücksstube und einem großen Gartengelände. Im Jahr 1908 errichtete der Besitzer auf seinem Gelände die große Rodelbahn „Alpensport“, die wohl einen großen Anklang bei den Gästen fand.

Brand im Luna-Park Repro: J. Brokmeier

Diese Rodelbahn war die Keimzelle des „Amerikanischen Vergnügungsparks“, der ab 1909 auf dem Gelände zwischen Riehler Straße, Frohngasse, Neusser Glacis und Florastraße errichtet und am 15.5.1909 offiziell eröffnet wurde. Das Gelände lag aber im Rayonbereich und durfte nicht massiv bebaut werden, damit im Falle eines feindlichen Angriffs auf Köln die Bauten schnell niedergelegt werden konnten, um ein freies Schussfeld für das Militär zu erreichen. Das Gelände umfasste 40.000 qm. Diese Leichtbauweise wurde in späterer Zeit ein Problem für den Park.

Nachdem der Luna Park nach der Pause im Ersten Weltkrieg in der Zeit der englischen Besatzung (1920 – 1926) eine neue Blüte erlebt hatte, ließ Ende der 20er Jahres des letzten Jahrhunderts das allgemeine Interesse durch fehlende Kaufkraft in der Bevölkerung nach. Die Gebäude waren wegen der Holzkonstruktion nachweislich durch Feuer gefährdet und so plante der Rat der Stadt Köln auf diesem Gelände die Fortführung der Grünanlage bis zum Rhein.

Plan des Grüngürtels, Fritz Encke 1923 Repro: J. Brokmeier

Das alles war der Grund für das Ende des Vergnügungsparks. Arbeitslose legten zum Ende der 1920er Jahre die Attraktionen im Rahmen von Notstandsarbeiten nieder und schufen Grünflächen, die bis heute in dem Dreieck Amsterdamer Straße, Riehler Straße und Zoobrücke zu sehen sind.

Diese Grünzone ist somit das letzte Überbleibsel der großen Vergnügungsmeile für die Kölner Bevölkerung.

J. Brokmeier
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