Unsere Wanderung im Nachbarland Nederland

Am Donnerstag, den 13. Juli, fand sich eine bunte Mischung von 15 Wandervögeln auf dem Parkplatz an der Kirche in Meerbeck ein. Unser „Initiator Wolfram“ hatte einen Ausflug in unser Nachbarland Nederland geplant. Mit „oranje boven“ ging’s über die Grenze, und zwar in die Looierheide, ein typisches Wald und Heidegebiet, Teilgebiet des Nationalparks Maasduinen. Nach dem andauernden Regen des Vortages, hatte uns Petrus ein fabelhaftes Wanderwetter beschert.

Das Laufen über den weichen Waldboden unter lebhaften Diskussionen über die große Weltpolitik, Gedanken- und Meinungsaustausche, Plaudereien hin und her kam uns vor, als wenn wir über einen dicken Teppich schreiten würden. Die üppigen  Pflanzenarten, vereinzelte Weiden, das Nadelgehölz, die unzähligen Birken, die Feuchtwiesen und vor allem das Zwitschern der verschiedenen Vogelarten ließen die Gespräche besinnlicher werden. Der Wald roch nach Pilzen, ein bisschen modrig, nach Tannnennadeln, nach frischem Holz. Das Durchatmen – einfach herrlich.

Doch beschlich mich auch das Gefühl, Erlkönig und seine Töchter tauchten gleich aus einem Moorsee auf, um mich zu fragen: „Was birgst du so bang dein Gesicht?“ Aber die Gruppe verfügte über eine Anzahl starker Männer, die es leicht mit dem Erlkönig hätten aufnehmen können.

Wolfram erklärte uns, dass sich in der Eiszeit Sandverwehungen Dünen und Senken formten, in denen sich Moorseen bildeten. In einem dieser Moorseen befindet sich eine schwimmende Insel, die aus Teilen von Wurzeln, Blättern und anderer toter und lebender Vegetation besteht.

Viel zu schnell kamen wir wieder an unserem Parkplatz an. Da wurden die Rucksäcke ausgepackt: Stullen, Obst, Gemüsestücke, Eier, Frikos, Salate, Süßigkeiten, Limo, Wasser, Kaffee – es grenzte an Völlerei.

Auf der Rückfahrt machten wir Halt an einer Straße, die zu  beiden Seiten mit Feuchtwiesen und Seen umgürtelt war. Das Wasser lag „still und schweigend“, nur durch Kaulquappen und Frösche bewegte es sich sanft – eine idyllische Stimmung.

Die Stimmung wurde zusehends ausgelassener, als wir gleich nach der Grenze das „Cafe zum Schafstall“ besuchten. An einem geräumigen Holztisch fanden wir fünfzehn People Platz und bestellten uns neben durstlöschender Getränke einen ‚groote Pannkoken‘.

Abschließend verteilten wir uns wieder auf drei Fahrzeuge und trafen satt und müde gegen Abend in Moers ein.

Herzlichen Dank, lieber Wolfram. Es war eine großartige Tour, und wir freuen uns schon jetzt auf die nächste Wanderung.

Anne Mooren, Netzwerk 55plus! Meerbeck

– Camp 66 – Träume nicht dein Leben, lebe deinen Traum

Mit diesem Slogan im Gepäck fielen wir, eine Gruppe von „17 people at the best age“, am Montag, den 26. Juni 2017, ins Camp der AWO in Sevelen/Issum ein. Die Belegung der fünf roten Blockhütten, sowie das Aufstellen der vier Zelte wurden gemeinsam bewältigt. Unterdessen traf die riesige Fuhre der leiblichen Versorgung – vor allem der alkoholischen Genüsse – ein.

Tja, es war ein besonderer erster Tag – unsere Elvira durfte mit uns ihren Geburtstag feiern. Anne und Uschi richteten eine nostalgische Party aus, und zwar mit kulinarischen Köstlichkeiten und Spielen aus Kindertagen. Unser Gelächter war sicherlich bis zum Ortskern zu hören. „Das war einer meiner schönsten Geburtstage“, erklärte sie strahlend.

Der Morgen fing vor dem Frühstück selbstverständlich mit Frühsport an. Ach, was ‚krachten unsere morschen Knochen‘, doch hinterher waren wir fit wie ein Turnschuh. Nach dem aufregenden Straßenboßeln Mannschaft gegen Mannschaft – auch als Klootschießen bekannt – hatten wir uns nach einem appetitlichen Snack eine Massage und Entspannungsreise verdient. Uschi mit ihren Zauberhänden war Balsam für unsere verschiedensten Körperteile. Damit keine Befürchtung aufkommt: Es handelte sich nicht um Erotikmassagen! Und wurde auf eurem Rücken schon einmal eine Pizza gebacken? Einfach ein prickelndes Gefühl!

Camp 66 - Die Rückenmassage
Camp 66 – Die Rückenmassage

 

Der Abend beim Grillen, am Lagerfeuer und bei munteren Akkordeonklängen von Heribert – mit Unterstützung von ausbaufähigen Stimmen – endete spät bzw. früh. Es wurde gemunkelt, dass die letzten Trinkgenossen gegen 2.30 Uhr ins Bett fielen.

Der leichte Nieselregen am Morgen hielt uns nicht davon ab, Frühsport und Frühstück im Freien durchzuführen. Doch als die Oldies auf dem Spielplatz eintrudelten, kam die Sonne durch und Schaukel, Klettergerüst, Rutsche etc. waren nicht mehr sicher. Die Spaghetti mit Bolognese, die von unübertrefflichen Küchenfeen zubereitet wurden, schmeckten köstlich. Und später entfachten unsere starken Männer das zünftige Lagerfeuer; natürlich mit Holz, das sie selbst im Wald unter Aufbietung all ihrer Kräfte anschleppten.

Camp 66 - Die Radtour
Camp 66 – Die Radtour

Mit Seiltanzen, Bogenschießen, Blindverkostung, Blindenparcours, Radtour und Wanderung kam keine Langeweile auf. Aber es blieb für selbstverständlich Zeit für ein Mittagschläfchen. Evergreens, Volkslieder und Geschichten (von unserer Camp-Ältesten ‚Anneliese‘ erzählt) und intensive Gespräche am Lagerfeuer schlossen abends den Tag ab:

Das Highlight: Wir bekamen am Donnerstag von einem in der Nähe liegenden Camp Besuch: Hella Wahnsinn und Heide Röschen, zwei Tratschweiber und Campingschlampen schimpften über uns Senioren, die den Jugendlichen den Zeltplatz wegschnappten und wahrscheinlich Chriystal-Meth-Drogen konsumierten. Maria und Uschi brachten in einem schrägen Outfit diesen Wahnsinns-Sketch – das Gejohle nahm kein Ende.

Das Feedback über diese fünf unbeschwerten Tage im Camp war von Superlativen gespickt – von toll über großartig bis unübertrefflich. Zusammenhalt und Zusammenarbeit waren bemerkenswert.

Als wir uns am Freitag nach dem Frühstück mit etwas Wehmut verabschiedeten, war uns klar, dass dieses Abenteuer unbedingt wiederholt werden müsse.

Unser „Rädelsführer Wolfgang“ wurde hochgelobt und musste sein Versprechen abgeben, auch im nächsten Jahr das Camp 66 wieder zu organisieren.

Camp 66 – Mut tut gut

Haus im Camp 66, Foto privat

 

 

Träume nicht dein Leben,
lebe deinen Traum
So herrlich verrückt.

 

 

unter diesem Motto veranstaltet das Netzwerk 55plus! Meerbeck sein
diesjähriges Camp 66 für jungbebliebene Seniorinnen und Senioren.

Anne Mooren, eine von 12 Teilnehmerinnen und Teilnehmern des letzen Jahres, war vom Camp 66 so begeistert, dass sie eine Einladung an die Redaktion der Lokalzeit Duisburg des Westdeutschen Rundfunk geschickt hat, um in einem Beitrag der Lokalzeit Duisburg über das Camp 66 zu berichten.

Hier Anne´s Brief im  Wortlaut:

Anne Mooren                                                                               2. Mai 2017
Landwehrstraße 28 b
47441 Moers

WDR-Studio Duisburg
Redaktion
Schifferstraße 92
47059 Duisburg

Träume nicht dein Leben, lebe deinen Traum
Projekt Camp 66 – Mut tut gut

 Guten Morgen und ein freundliches Hallo,

als absoluter Fan der „Lokalzeit Duisburg“ möchte ich Ihnen das Interkulturelle Nachbarschaftsnetzwerk 55plus in Moers-Meerbeck vorstellen. Das Netzwerk ist eine Arbeitsgemeinschaft von ehrenamtlich engagierten Menschen (s. Anlage).

Im Juli 2016 fand die Feuertaufe für ein selbst geplantes Hütten-Camp mit Menschen voller Lebensfreude auf dem Jugendzeltpatz in Issum-Sevelen statt. Dynamische zwölf Oldies schliefen in doppelstöckigen Betten der roten Blockhütten, teilweise auch in Zelten. Motto: crazy fun and actions! (s. Broschüre Seite 28).

Unser Projekt wurde dem Seniorenbeirat der Stadt Moers präsentiert – die Resonanz war großartig. Es reifte der Entschluss, dieses Abenteuer zu wiederholen. In diesem Jahr werden ca. „twenty people at the best age“ am Montag, den 26. Juni ins Camp einfallen und sich dort bis Freitag, den 30.Juni bewähren müssen.

Wäre das Vorhaben nicht ein Beitrag für die Lokalzeit? Würden Ede Wolff oder Marc Schulte nicht zu ihrem/unserem Vergnügen eine Reportage drehen wollen? Würden bei TV-Zuschauern nicht Erinnerungen an alte Zeltfreizeiten aufgerüttelt?

Zu viele Fragen – stimmt! Habe ich Ihr Interesse geweckt? Das würde mich freuen!

Ich hoffe, dass Broschüre und Bilder aussagekräftig sind und warte voller Spannung auf Ihr Feedback.

Einen schönen Tag und freundliche Grüße

Die 70-jährige Anne „Tanz auf dem Seil“

 

Hier bin ich Mensch, hier kann ich´s sein