{"id":10549,"date":"2020-07-10T12:05:46","date_gmt":"2020-07-10T10:05:46","guid":{"rendered":"https:\/\/unser-quartier.de\/oberhausen\/?p=10549"},"modified":"2020-02-09T13:50:34","modified_gmt":"2020-02-09T12:50:34","slug":"altersarmut-in-oesterreich-kein-thema","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/unser-quartier.de\/oberhausen\/2020\/07\/altersarmut-in-oesterreich-kein-thema\/uwiemann\/","title":{"rendered":"Altersarmut in \u00d6sterreich kein Thema"},"content":{"rendered":"<blockquote>\n<p>Solidarit\u00e4t contra Private Vorsorge zu Gunsten der Finanzeliten<\/p>\n<p>Politiker und Beamten sollen sich allein Privat absichern<\/p>\n<\/blockquote>\n<p><strong>Rentner in \u00d6sterreich geht es deutlich besser als Rentner in Deutschland!<\/strong><\/p>\n<p>Der Ausspruch: Du gl\u00fcckliches \u00d6sterreich bescheinigt unseren Nachbarn die Alpenrepublik seit Jahrhunderten ein besonders, gl\u00fcckliche Lebensart. Auch mit Blick auf Alterssicherung haben die \u00d6sterreicher zumindest nach Ansicht der OECD das bessere Los erw\u00e4hlt. In der Donau-Republik seien die B\u00fcrger durch ein h\u00f6heres Rentenniveau sowie durch steuerfinanzierte Ausgleichszulagen bei Rentenbeginn besser gesch\u00fctzt, als Rentenversicherte in Deutschland, hei\u00dft es in einer gemeinsamen <a href=\"https:\/\/www.wirtschaftsdienst.eu\/inhalt\/jahr\/2016\/heft\/4\/beitrag\/oesterreichs-alterssicherung-vorbild-fuer-deutschland.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow external\" data-wpel-link=\"external\" title=\"Externer Link: Studie aus 2016\" class=\"ext-link wpel-icon-right\">Studie aus 2016<span class=\"wpel-icon wpel-image wpel-icon-6\"><\/span><\/a> des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Instituts (WSI), bei der Hans-B\u00f6ckler-Stiftung des Instituts f\u00fcr Makro\u00f6konomie und Konjunkturforschung (IMK), der Berliner Hochschule f\u00fcr Wirtschaft und Technik sowie der Arbeiterkammer Wien.<\/p>\n<p><strong>In \u00d6sterreich zahlen auch Selbstst\u00e4ndige und Beamte ein<\/strong><\/p>\n<p>Doch woher r\u00fchrt die Begeisterung? Vor allem wohl daher, dass sich das \u00f6sterreichisches Alterssicherungssystem nach wie vor, weitgehend auf die umlagefinanzierte gesetzliche Rentenversicherung konzentriert, in die auch Selbstst\u00e4ndige und seit 2005 zunehmend auch Beamte einbezogen sind.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend die Arbeitnehmer in Deutschland seit der Riester-Reform 2001 das sinkende Versorgungsniveau der gesetzlichen Rente durch betriebliche oder private Zusatzvorsorge ausgleichen sollen (Drei S\u00e4ulen Alterssicherung), setzen die \u00d6sterreicher weiter de facto auf das solidarische<strong> EIN-S\u00e4ulen<\/strong> System. Dieses soll und kann auch in Zukunft eine Lebensstandard sichernde Funktion aus\u00fcben.<\/p>\n<p><strong>H\u00f6here Beitr\u00e4ge, vor allem f\u00fcr Arbeitgeber<\/strong><\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich kommen \u00f6sterreichische Arbeitnehmer nach einer Analyse der Deutschen Rentenversicherung eine erhebliche h\u00f6here Rente als ihre deutschen Kolleginnen und Kollegen.<\/p>\n<p><strong>H\u00f6he der durchschnittlichen Bruttorente 2015 (monatlich)<\/strong><\/p>\n<p>Rentenart\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00d6sterreich\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0 Deutschland<\/p>\n<p>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0\u00a0 14 Renten pro Jahr\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 12 Renten pro Jahr<\/p>\n<p>Altersrente\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 1.440,00 Euro\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0\u00a0 955,00 Euro<\/p>\n<p>Erwerbsminderungsrente\u00a0\u00a0 1.133,00 Euro\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 808,00 Euro<\/p>\n<p>Witwen\/Witwerrenten\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 704,00 Euro\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 626,00 Euro<\/p>\n<p><strong>Beitragss\u00e4tze zur Sozialversicherung<\/strong><\/p>\n<p>Sozialversicherungszweig\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00d6sterreich\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Deutschland<\/p>\n<p>Rentenversicherung\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 22,80 %\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 18,6 %<\/p>\n<p>Arbeitgeber\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0\u00a0 12,55 % \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 9,3 % \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<p>Arbeitnehmer \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0\u00a0 10,25 % \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0\u00a0 9,3 %<\/p>\n<p><strong>Krankenversicherung \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0\u00a0<\/strong> \u00a0 7,7 % \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0\u00a0 14,6 %<\/p>\n<p>\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 (plus Zusatzbeitrag nach<\/p>\n<p>\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0\u00a0 jeweiliger Krankenkasse)<\/p>\n<p><strong>Arbeitslosenversicherung \u00a0 \u00a0 \u00a0\u00a0<\/strong>6,0 % \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0\u00a0 3,0 %<\/p>\n<p><strong>Pflegeversicherung \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0\u00a0 &#8211; \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0\u00a0 2,6 %<\/strong> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<p><strong>Frauenrenten <\/strong>Die durchschnittlichen Bruttorenten liegen hier bei 757 Euro (Deutsch) bzw. 1.253 Euro f\u00fcr \u00d6sterreich<\/p>\n<p><strong>Der Beitragssatz des umlagefinanzierten System betr\u00e4gt seit 1988 unver\u00e4ndert 22,8 % (12,55 % Arbeitgeber und 10,25 % Besch\u00e4ftigte). Die Beitragss\u00e4tze bei den Selbstst\u00e4ndigen sind niedriger (Freiberufler 20 %, Gewerbetreibende 18,5 %, Bauern 17 %) sie werden durch einen gesonderten Bundeszuschuss (Partnerleistung) auf 22,8 % aufgestockt und damit subventioniert. Dar\u00fcber hinaus leistet der Bund einen Zuschuss zur \u00d6RV im Rahmen einer Ausfallhaftung. <\/strong><\/p>\n<p><strong>Vergleich der Eckrentner<\/strong><\/p>\n<p>In der deutschen Rentendiskussion gibt es den Begriff des Eckrentners. Das ist nur eine rechnerische Gr\u00f6\u00dfe, sie bezeichnet einen B\u00fcrger, der 45 Jahre lang rentenversichert arbeitet und jeweils genau das Durchschnittsentgelt bezieht. 2020 liegt dieser Wert bei 40.551 Euro. Die OECD prognostizierte in einer Analyse laut der WSI-Studie den Grad der Absicherung bei einem Berufseinstieg im Jahr 2016 und der ist wirklich schlecht. Deutschland nahm danach einen der hinteren R\u00e4nge unter allen Industriestaaten ein.<\/p>\n<p>Beim oben genannten Eckrentner zeigt sich der Unterschied in der Leistungsh\u00f6he zwischen Deutschland und \u00d6sterreich besonders deutlich: Nach 45 Jahren Besch\u00e4ftigung zum jeweiligen Durchschnittseinkommen und einem Renteneintritt mit 65 Jahren erreicht ein in Deutschland Rentenversicherter ein Bruttorentenniveau von <strong>37,5 Prozent. Einschlie\u00dflich privater Vorsorge kommt er auf 50 Prozent. In \u00d6sterreich erreicht das Niveau hingegen 78,1 Prozent. Als Fazit stellen wir fest: Das \u00f6sterreichische System der Alterssicherung ist in der Gesamtschau dem deutschen deutlich \u00dcberlegen.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Fazit:<\/strong><\/p>\n<p>Wenn die politischen Parteien in Deutschland f\u00fcr die Mehrheit der B\u00fcrger eine<strong> starke \u00f6ffentliche Rentenversicherung schaffen wollen,<\/strong> ist das m\u00f6glich und finanzierbar. Versicherte akzeptieren h\u00f6here Beitr\u00e4ge, wenn sie das Gef\u00fchl haben, sie zahlen in ein<strong> faires System ein.<\/strong> Das bedeutet zwar: H\u00f6here Rentenbeitr\u00e4ge f\u00fchren zu steigenden Lohnnebenkosten und verteuern somit letztlich die Arbeit. Dennoch schadet die starke Rentenversicherung der <strong>wirtschaftlichen Entwicklung \u00d6sterreich nicht. \u00d6sterreich hat eine Erwerbst\u00e4tigenversicherung auch Bundesbeamte und Selbstst\u00e4ndige sind Teil der staatlichen Altersvorsorge.<\/strong> Das bedeutet, dass die Anzahl der Versicherten und Beitragszahler relativ gr\u00f6\u00dfer und breiter aufgestellt sind als in Deutschland. <strong>Das stabilisiert die solidarische staatliche Altersvorsorge. <\/strong><\/p>\n<blockquote>\n<p><strong>Ausk\u00f6mmliche Renten sind abh\u00e4ngig von weitsichtigen Politikern.\u00a0<\/strong><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Die \u00d6sterreicher k\u00f6nnen ihre etwas h\u00f6heren Rentenbeitr\u00e4ge locker wegstecken. Es z\u00e4hlt was unterm Strich rauskommt, in der Summe werden die \u00d6sterreicher weniger als <strong>wir mit Steuern und Sozialabgaben belastet und bekommen daf\u00fcr auch noch 14 Rentenzahlungen im Jahr. Laut OECD wurde 2018 der durchschnittliche Arbeitnehmer mit 25,9 Prozent Steuern und Sozialabgaben belastet. <span style=\"text-decoration: underline\">Die \u00d6sterreicher mit <\/span>47,4 Prozent und wir in Deutschland mit 49,7 Prozent, bei schlechteren Leistungen.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Zum Vergleich drei L\u00e4nder in die bevorzugt die hochqualifizierten und hochbezahlten Arbeitskr\u00e4fte\u00a0 einwandern: USA mit 23,8 Prozent, Kanada mit 23 Prozent und die Schweiz sogar nur mit 17,4 Prozent Steuern und Sozialabgaben vom Bruttolohn. In der Schweiz zahlen alle Besch\u00e4ftigte ohne Ausnahme in die erste S\u00e4ule ein. Die Mindestrente sind 2019 daraus 1.185 Franken pro Monat (1.107 \u20ac), die Maximalrente 2.370 Franken (2.215 \u20ac) f\u00fcr den AG-Vorstandsvorsitzenden aus der ersten S\u00e4ule.\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Und wie sieht, es mit der zuk\u00fcnftigen Beitragsbelastung in Deutschland aus? F\u00fcr das Jahr 2030 geht die Bundesregierung im Drei-S\u00e4ulen-Model von einem Gesamtbeitrag von 29 Prozent aus. Das ist nicht nur sehr viel, sondern auch deutlich mehr als die 26 Prozent, die von den politischen Handelnden vor den Riester-Reformen als unzumutbar und politisch nicht vermittelbar diskreditiert wurde. Nun stellt sich heraus: Alles wird noch erheblich teurer. Die Bremer Studie hat errechnet, wie hoch der Beitragssatz im gemischten Drei-S\u00e4ulen-Model klettern m\u00fcsste, um tats\u00e4chlich dasselbe Versorgungsniveau wie vor der Riester-Reform von 2001 zu bieten, auf sage und schreibe <strong>32 Prozent. Den weitaus gr\u00f6\u00dften Teil davon m\u00fcssten die Arbeitnehmer direkt oder \u00fcber Steuern zahlen. <\/strong><\/p>\n<p><strong>Es grenzt an Volksverdummung,<\/strong> immer noch so zu tun, als k\u00f6nnten die absehbar weiter sinkenden gesetzlichen Renten auch nur ann\u00e4hernd durch zus\u00e4tzliche betriebliche oder private\u00a0 Vorsorge bei der Nullzinspolitik ausgeglichen werden. Selbst die Frankfurter Allgemeine Zeitung, nicht gerade als harter Kritiker der Finanzwirtschaft bekannt, schreibt zur Riesterrente: &#8222;Au\u00dfer ihrem Erfinder, dem ehemaligen Bundessozialminister Walter Riester (SPD), gibt es kaum Verteidiger.&#8220; Wenn sie sich positiv \u00fcber das System \u00e4u\u00dfern, ist der Korruptionsvorwurf nicht weit.<\/p>\n<p>Was soll also ein Drei-S\u00e4ulen-Model, das vorgeblich die Gesamtversorgung verbessern soll, aber in der Praxis durch Abschmelzen der Grunds\u00e4ule genau das Gegenteil bewirkt? Die Gedanken sollten schleunigst in die Mottenkiste, dies ist keine\u00a0 Sozialpolitik. <strong>Alles, was die gesetzliche Rente sch\u00e4digt, muss aufh\u00f6ren. Das ist doch v\u00f6llig absurd, dass man eine zweite und dritte S\u00e4ule erfindet, um damit die erste zu ruinieren. <\/strong><\/p>\n<p><strong>Wie, undurchdacht ist das von der SPD denn? Danke SPD f\u00fcr die Armut der B\u00fcrger! \u00d6sterreich l\u00e4sst Gr\u00fc\u00dfen.\u00a0 \u00a0Mein Vorschlag:<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr wen denken die Politiker? Haben sie Verantwortung f\u00fcr ihre W\u00e4hler oder sind <a href=\"https:\/\/www.abgeordnetenwatch.de\/blog\/2020-01-30\/unbekannte-grossspenden-die-cdu-oeffentlich-geworden\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow external\" data-wpel-link=\"external\" title=\"Externer Link: sie mehrheitlich Gehilfen\" class=\"ext-link wpel-icon-right\">sie mehrheitlich Gehilfen<span class=\"wpel-icon wpel-image wpel-icon-6\"><\/span><\/a> der (Finanz)Konzerne?<\/p>\n<p>Die Pensionen in Deutschland sind ja auch nicht schlecht, allerdings nur f\u00fcr Politiker und Beamte.<\/p>\n<p>Die meisten Politiker und Beamten sollten auch ins Rentensystem einzahlen.<strong> Dann bekommt jeder eine gerechte Rente oder Pension. Aber die deutsche Politik ist tr\u00e4ge und schlafm\u00fctzig.<\/strong><\/p>\n<p>Mein Vorschlag: Die Politiker und Beamten sollen sich allein Privat absichern und in die H\u00e4nde der Finanzkonzerne begeben. Alle Beihilfen aus Steuern werden gestrichen. Das ohnehin schon kaputtgesparte Rentensystem l\u00e4sst sich nicht retten, doch die Steuerlast der Pensionen und Di\u00e4ten ersparen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Solidarit\u00e4t contra Private Vorsorge zu Gunsten der Finanzeliten Politiker und Beamten sollen sich allein Privat absichern Rentner in \u00d6sterreich geht es deutlich besser als Rentner in Deutschland! Der Ausspruch: Du gl\u00fcckliches \u00d6sterreich bescheinigt unseren Nachbarn die Alpenrepublik seit Jahrhunderten ein besonders, gl\u00fcckliche Lebensart. Auch mit Blick auf Alterssicherung haben die \u00d6sterreicher zumindest nach Ansicht der&hellip; <a class=\"continue\" href=\"https:\/\/unser-quartier.de\/oberhausen\/2020\/07\/altersarmut-in-oesterreich-kein-thema\/uwiemann\/\" data-wpel-link=\"internal\"> \u00bb weiterlesen: <span> Altersarmut in \u00d6sterreich kein Thema<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":617,"featured_media":9184,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_monsterinsights_skip_tracking":false,"_monsterinsights_sitenote_active":false,"_monsterinsights_sitenote_note":"","_monsterinsights_sitenote_category":0,"generate_page_header":"","footnotes":""},"categories":[1,5],"tags":[950,1619,1618,530,1629,1050,765,1254,1628],"class_list":["post-10549","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-dies-und-das","category-recht","tag-beitraege","tag-eckrentner","tag-frauenrenten","tag-hans-boeckler-studie","tag-konzerne","tag-oesterreich","tag-pflegeversicherung","tag-rentenversicherung","tag-schweiz"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/unser-quartier.de\/oberhausen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10549","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/unser-quartier.de\/oberhausen\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/unser-quartier.de\/oberhausen\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/unser-quartier.de\/oberhausen\/wp-json\/wp\/v2\/users\/617"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/unser-quartier.de\/oberhausen\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=10549"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/unser-quartier.de\/oberhausen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10549\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/unser-quartier.de\/oberhausen\/wp-json\/wp\/v2\/media\/9184"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/unser-quartier.de\/oberhausen\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10549"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/unser-quartier.de\/oberhausen\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=10549"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/unser-quartier.de\/oberhausen\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=10549"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}