{"id":11063,"date":"2020-05-12T11:41:37","date_gmt":"2020-05-12T09:41:37","guid":{"rendered":"https:\/\/unser-quartier.de\/oberhausen\/?p=11063"},"modified":"2020-05-02T17:54:38","modified_gmt":"2020-05-02T15:54:38","slug":"suizidgefahren-im-alter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/unser-quartier.de\/oberhausen\/2020\/05\/suizidgefahren-im-alter\/sraebiger\/","title":{"rendered":"Suizidgefahren im Alter"},"content":{"rendered":"<p><strong><b>Bewohnerr\u00e4te nicht nur am &#8222;Tag der Pflege&#8220; ans Licht!<\/b><\/strong><\/p>\n<p>Wie unter &#8222;<a href=\"https:\/\/wp.me\/p91Zz0-2RE\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow external\" data-wpel-link=\"external\" title=\"Externer Link: Isolierung in Pflegeheimen und -stationen\" class=\"ext-link wpel-icon-right\">Isolierung in Pflegeheimen und -stationen<span class=\"wpel-icon wpel-image wpel-icon-6\"><\/span><\/a>&#8220; angek\u00fcndigt.<\/p>\n<p>Durch die derzeitigen Besuchsverbote durch Covid 19 sind Bewohner verst\u00e4rkt Suizid gef\u00e4hrdet. Viele Menschen verharren eingesch\u00fcchtert in Angst und Passivit\u00e4t. Suizidhandlungen \u00e4lterer Menschen entstehen \u201efast immer aus seelischen Leidenszust\u00e4nden, h\u00e4ufig im Zusammenhang mit \u00e4u\u00dferer Not.\u201c<\/p>\n<p>Eingesperrt sein, l\u00e4sst eventuell Traumata aus den Kriegstagen hochkommen. Dazu gesellt sich die Angst, Angeh\u00f6rige eventuell nicht mehr zu sehen.<\/p>\n<p><strong><b>W<\/b><\/strong>enn ein \u00e4lterer Mensch sich immer mehr zur\u00fcckzieht, seine sozialen Kontakte abbricht, kann das auf Suizidgedanken hindeuten. Doch bei erzwungener Isolation bedeutet dies erh\u00f6hte Aufmerksamkeit, Vor- und F\u00fcrsorge.<\/p>\n<p>Der sozialen Vereinsamung \u00e4lterer Menschen muss die Einrichtungsleitung entgegenwirken, indem die soziale Betreuung ausgeweitet wird. Sei es Sie wieder mehr ins famili\u00e4re Miteinander einzubeziehen, aber auch, indem Sie erweiterte M\u00f6glichkeiten schafft, mehr an sozialen T\u00e4tigkeiten teilzunehmen.<\/p>\n<p>So schnell als m\u00f6glich, ist eine stufenweise Lockerung der Besuchseinschr\u00e4nkungen zu erlangen. Den Ansto\u00df kann die Bewohnervertretung durch einen entsprechenden Antrag auf vertrauensvolle Zusammenarbeit und Mitbestimmung zur Modifizierung der Hausordnung (\u00a7 13 Absatz 2 in Verbindung mit \u00a7 11 Ziffer 3 <a href=\"https:\/\/www.biva.de\/dokumente\/gesetze\/NRW-WTG-Durchf%C3%BChrungsverordnung-WTG-DVO.pdf\" class=\"mtli_attachment mtli_pdf ext-link wpel-icon-right\" data-wpel-link=\"external\" target=\"_self\" rel=\"nofollow external noopener noreferrer\" title=\"Externer Link: NRW-WTG-Durchf\u00fchrungsverordnung\">NRW-WTG-Durchf\u00fchrungsverordnung<span class=\"wpel-icon wpel-image wpel-icon-6\"><\/span><\/a>) \u00e4hnliche Regelungen in den anderen Bundesl\u00e4ndern.<\/p>\n<blockquote>\n<p>Gut zu wissen<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Die wichtigsten Risikofaktoren f\u00fcr Suizid bei \u00e4lteren Menschen sind:<\/p>\n<ul>\n<li>Psychische Erkrankungen, insb. (unbehandelte) Depression, als unabh\u00e4ngiger Hauptrisikofaktor (auch komorbide Angsterkrankung; Alkohol-\/Medikamentenmissbrauch)<\/li>\n<li>K\u00f6rperliche Erkrankungen und chronischer Schmerz; psychisch-k\u00f6rperliche Komorbidit\u00e4t &amp; auch Angst vor\/zu Beginn einer schweren Erkrankung (insb. Demenz)<\/li>\n<li>Psychosoziale Belastungen: Einsamkeit und soziale Isolation; Verlust geliebter Menschen, der gewohnten Umgebung; Erleben steigender Abh\u00e4ngigkeit (insb. Pflegebed\u00fcrftigkeit)<\/li>\n<\/ul>\n<p>\u00dcber 40% der Suizide in Deutschland werden von Menschen begangen, die \u00fcber 65 Jahre alt sind (Quelle:\u00a0<a href=\"https:\/\/www.destatis.de\/DE\/Themen\/Gesellschaft-Umwelt\/Gesundheit\/Todesursachen\/Tabellen\/sterbefaelle-suizid-erwachsene-kinder.html\" data-wpel-link=\"external\" target=\"_self\" rel=\"nofollow external noopener noreferrer\" title=\"Externer Link: Destatis\" class=\"ext-link wpel-icon-right\">Destatis<span class=\"wpel-icon wpel-image wpel-icon-6\"><\/span><\/a>). Die Dunkelziffer d\u00fcrfte weit h\u00f6her liegen, da viele alte Menschen keine konkrete T\u00f6tungsart w\u00e4hlen, um sich das Leben zu nehmen, sondern eher im Stillen verscheiden, indem sie Nahrung oder Medikamente verweigern, was dann oft nicht als Suizid erkannt oder gewertet wird.<\/p>\n<blockquote>\n<p>Vorbeugen jetzt!<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Der Idee nach haben wir eine sch\u00f6ne Demokratie, eine sch\u00f6ne gesetzliche Interessenvertretung. Tats\u00e4chlich aber sind verh\u00e4rtete Verh\u00e4ltnisse in den Einrichtungen vorzufinden; Bewohnerbeir\u00e4te existieren nur auf dem Papier.<\/p>\n<p>Suizidpr\u00e4vention bei \u00e4lteren Menschen kann deshalb nur gelingen, wenn sie nicht nur den genannten Risikofaktoren entgegenwirkt, sondern auch dieser gleichsam selbstverst\u00e4ndlichen Akzeptanz von Suizid im Alter: Es braucht ein \u201eWeg mit dem doppelten Stigma\u201c, das mit alt sein, und psychisch krank sein, verbunden ist \u2014 f\u00fcr eine \u201epsychische Gesundheit f\u00fcr alle\u201c, ein Leben lang.<\/p>\n<ul>\n<li>Suizidpr\u00e4vention bei \u00e4lteren Menschen sollte umfassen:<\/li>\n<li>Vorbereitung auf das Alter (fr\u00fchzeitige Auseinandersetzung mit und Akzeptanz von \u00c4lterwerden und Sterblichkeit)<\/li>\n<li>F\u00f6rderung der sozialen Teilhabe<\/li>\n<li>F\u00f6rderung des Zugangs zu und der Annahme von Hilfen bei Krankheit (psychisch wie k\u00f6rperlich) und in psychosozialen Belastungs-\/Krisensituationen<\/li>\n<li>Unterst\u00fctzung bei Pflegebed\u00fcrftigkeit<\/li>\n<li>Hilfen am Lebensende (Palliativmedizin &amp; -psychiatrie, Hospizarbeit, Sterbebegleitung)<\/li>\n<li>Hilfen f\u00fcr Angeh\u00f6rige<\/li>\n<\/ul>\n<p>Viele Bewohnerbeir\u00e4te haben von ihren Rechten geh\u00f6rt, doch wie sollen die Paragrafen konkret umgesetzt werden? Welche Formulierung trifft zu, wie soll gegen\u00fcber der Einrichtungsleitung argumentiert werden?<\/p>\n<p>Durch die Schlie\u00dfung der Einrichtung f\u00fcr Angeh\u00f6rige wurde in die Freiheit der Bewohner eingegriffen. In ihren angemieteten R\u00e4umen k\u00f6nnen sie keine Besucher mehr empfangen, weil der Zugang generell untersagt ist.\u00a0<\/p>\n<p>Die derzeitigen Probleme, das (grundrechtlich gesch\u00fctzte) Interesse der Bewohnerin\/des Bewohners an der Privatsph\u00e4re kollidiert mit dem Interesse der Einrichtung und dem Schutz der Mitarbeiter. Insoweit wird man je nach Art und Intensit\u00e4t des Besuchskontaktes unterscheiden m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Anzustreben ist immer eine einvernehmliche L\u00f6sung. Hierbei sind eher soziale als juristische Kompetenzen gefordert. Dem Bewohnerbeirat kommt dabei ggf. die Aufgabe zu, zwischen den Beteiligten einen Kompromiss zu vermitteln.<\/p>\n<p>Einen guten Einstieg in die Problematik <a href=\"https:\/\/www.biva.de\/beratungsdienst\/hausrecht-in-heimen\/\" data-wpel-link=\"external\" target=\"_self\" rel=\"nofollow external noopener noreferrer\" title=\"Externer Link: \u201eHausrecht in Heimen\u201c\" class=\"ext-link wpel-icon-right\">\u201eHausrecht in Heimen\u201c<span class=\"wpel-icon wpel-image wpel-icon-6\"><\/span><\/a> bietet die Abhandlung der BIVA.<\/p>\n<p>Es folgt am 19.Mai die Konkretisierung \u201eBesucherregelung\u201c &#8211; M\u00f6gliche Diskussionspunkte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bewohnerr\u00e4te nicht nur am &#8222;Tag der Pflege&#8220; ans Licht! Wie unter &#8222;Isolierung in Pflegeheimen und -stationen&#8220; angek\u00fcndigt. Durch die derzeitigen Besuchsverbote durch Covid 19 sind Bewohner verst\u00e4rkt Suizid gef\u00e4hrdet. 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