{"id":11113,"date":"2020-10-09T12:12:10","date_gmt":"2020-10-09T10:12:10","guid":{"rendered":"https:\/\/unser-quartier.de\/oberhausen\/?p=11113"},"modified":"2020-05-28T17:16:26","modified_gmt":"2020-05-28T15:16:26","slug":"in-deutschland-ist-die-rentenluecke-zwischen-frauen-und-maennern-besonders-hoch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/unser-quartier.de\/oberhausen\/2020\/10\/in-deutschland-ist-die-rentenluecke-zwischen-frauen-und-maennern-besonders-hoch\/uwiemann\/","title":{"rendered":"In Deutschland ist die Rentenl\u00fccke zwischen Frauen und M\u00e4nnern besonders hoch"},"content":{"rendered":"<p><strong>OECD verrei\u00dft deutsches Rentensystem.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Frauen erhalten in Deutschland im Durchschnitt 46 Prozent weniger Rente als M\u00e4nner.<\/strong><\/p>\n<p>Die Industriel\u00e4nderorganisation kritisiert die Rentenpolitik der Bundesregierung als v\u00f6llig unzureichend. Selbst wer sein ganzes Leben Vollzeit arbeitet, beziehe in Deutschland deutlicher weniger als im OECD-Durchschnitt. Die Organisation f\u00fcr wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) sieht erheblichen Reformbedarf im deutschen Rentensystem. Nachbesserungen sind nach der j\u00fcngsten Fortschreibung der Studie (Rente auf einen Blick) vor allem bei der Alterssicherung sogenannter atypisch Besch\u00e4ftigter notwendig, also von Selbst\u00e4ndigen, Angestellten in Teilzeit oder mit befristeten Vertr\u00e4gen. Wegen der schnellen Alterung der Bev\u00f6lkerung sieht die OECD au\u00dferdem die finanzielle Tragf\u00e4higkeit des deutschen Rentensystems unter Druck.<\/p>\n<p><strong>Frauen verdienen weniger als M\u00e4nner<\/strong><\/p>\n<p>Die Rentenl\u00fccke ist in Deutschland im Vergleich zu den anderen 30 Staaten am gr\u00f6\u00dften. Demnach ist die Rente bei Frauen \u00fcber 65 Jahre heute im Schnitt um 46 Prozent niedriger als bei M\u00e4nner. In Estland sind es 2 Prozent, in der Slowakei sind es 8 Prozent, in D\u00e4nemark sind es 8 Prozent, in Tschechien sind es 12 Prozent, in Lettland sind es 15 Prozent, in Litauen sind es 16 Prozent, in Polen sind es 20 Prozent, in Finnland sind es 22 Prozent, in Norwegen sind es 23 Prozent, in Schweden sind es 28 Prozent, in Griechenland sind es 28 Prozent, in Portugal sind es 31 Prozent, in Spanien sind es 32 Prozent, in Italien sind es 32 Prozent, in Frankreich sind es 33 Prozent, in Gro\u00dfbritannien sind es 35 Prozent, in \u00d6sterreich sind es 39 Prozent, in der Niederlande sind es 42 Prozent, <strong>in Deutschland sind es 46 Prozent.Und im OECD-Schnitt sind es 25 Prozent.<\/strong> Am geringsten ist diese L\u00fccke mit zwei Prozent in Estland. Deutschland ist Schlusslicht. Das kommt nicht aus dem Rentensystem, sondern aus dem Arbeitsmarkt. So arbeiten Frauen in Deutschland besonders h\u00e4ufig in Teilzeit und erwerben dadurch geringere Anspr\u00fcche. <strong>Aber auch die gro\u00dfen Lohnunterschiede sind daf\u00fcr mitverantwortlich. So liegt der Lohnabstand zwischen Frauen und M\u00e4nner \u00fcber dem Schnitt der OECD-Industriestaaten. Dem Statistischen Bundesamt zufolge betr\u00e4gt er 21 Prozent.<\/strong><\/p>\n<p>Dies alles f\u00fchrt dazu, dass zuk\u00fcnftige Rentenanspr\u00fcche von Frauen voraussichtlich weiterhin hinter denen von M\u00e4nnern zur\u00fcckbleiben werden, schreibt die OECD. Die Gefahr von Altersarmut ist daher gro\u00df. Davon k\u00f6nnten k\u00fcnftig mehr Menschen bedroht sein, insbesondere diejenigen mit atypischen Arbeitsverh\u00e4ltnissen oder unterbrochenen Erwerbsbiografien wie etwa alleinerziehende. Sorgen macht sich die OECD auch \u00fcber die Absicherung vieler Selbstst\u00e4ndiger mit geringem Einkommen in Deutschland, insbesondere von Menschen, die \u00fcber Internetplattformen besch\u00e4ftigt sind. Die Absicherung \u00fcber die gesetzliche Rente f\u00fcr Selbstst\u00e4ndige ist in Deutschland im Vergleich zu anderen Staaten besonders niedrig. Vorsorgepflicht f\u00fcr Selbstst\u00e4ndige um drohende Altersarmut zu bek\u00e4mpfen, empfiehlt die OECD eine weitgehend einheitliche Rentenabsicherung f\u00fcr Arbeitnehmer, Beamte und Selbstst\u00e4ndige, wie es bereits in vielen anderen L\u00e4ndern existiert. Dies w\u00fcrde dazu beitragen, die Rentenabdeckung f\u00fcr gef\u00e4hrdete Gruppen zu erh\u00f6hen und Ungleichheiten in der sozialen Sicherung zu beseitigen.<\/p>\n<p>Geringverdiener bekommen in Deutschland im Alter einen kleineren Teil ihres Gehalts durch die Rente ersetzt als in den anderen Industriestaaten. Sie k\u00f6nnen nur mit einer Ersatzrate von 56 Prozent rechnen, w\u00e4hrend es im Durchschnitt der Mitgliedstaaten 68 Prozent sind. Die von der Gro\u00dfen Koalition beschlossene Grundrente k\u00f6nnte das Problem zum Teil abmildern, das Problem der Altersarmut aber nicht grunds\u00e4tzlich l\u00f6sen .<strong>Die vorgesehene Leistung werde die Rentenaussichten einiger Geringverdiener verbessern, aber nicht das Altersarmutsrisiko von Geringverdienern mit gr\u00f6\u00dferen Karriereunterbrechungen verbessern. Letzteren fehlt es an den erforderlichen Beitragszeiten f\u00fcr die Auszahlung der Grundrente.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Deutschland ist in der OECD Studie f\u00fchrend bei der Erh\u00f6hung der Besch\u00e4ftigungsrate der 55- bis 64-J\u00e4hrige, die einen beeindruckenden Anstieg um 34 Prozentpunkte von rund 37 % auf 71 % seit der Jahrtausendwende verzeichnet. Der Eintritt geburtenstarker Jahrg\u00e4nge in die Rente\u00a0 in den kommenden Jahrzehnten wird erwartungsgem\u00e4\u00df die Bev\u00f6lkerung im sogenannten erwerbsf\u00e4higen Alter (20-64) bis 2050 um 21 % reduzieren. Eine h\u00f6here Arbeitsmarktbeteiligung \u00e4lterer Bev\u00f6lkerungsgruppen insbesondere nach dem 65. Lebensjahr, wo die Besch\u00e4ftigung noch sehr niedrig sind, und mehr Vollzeitbesch\u00e4ftigung von Frauen w\u00fcrde den zunehmenden Druck auf die Arbeitsm\u00e4rkte lindern. F\u00fcr deutsche Frauen, die derzeit unter der gr\u00f6\u00dften Geschlechter spezifischen Rentenl\u00fccke leiden, wegen eine \u00fcberdurchschnittliches geschlechtsspezifisches Lohngef\u00e4lle und der hohe Anteil an Teilzeitbesch\u00e4ftigung f\u00fchren dazu, dass zuk\u00fcnftige Rentenanspr\u00fcche von Frauen voraussichtlich weiterhin hinter denen von M\u00e4nnern zur\u00fcckbleiben werden. <\/strong><\/p>\n<blockquote>\n<p><strong>Eine Gerechte einheitliche Retenabsicherung f\u00fcr Frauen in Deutschland, w\u00fcrde dazu beitragen, die Rentenabdeckung f\u00fcr gef\u00e4hrdete Frauen zu erh\u00f6hen und Ungleichheiten in der sozialen Sicherung zu beseitigen. Niedrige Renten gef\u00e4hrden das selbstbestimmte Leben vieler Frauen und f\u00fchren immer \u00f6fter zu Altersatmut. Die Folgen sind einschneidend, alleine in Deutschland leben heute bereits jede zehnte Rentnerin in Armut.<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>In der Rente gibt es eine klare Trennung der politischen Lager. Auf der einen Seite stehen CDU\/CSU und FDP, die eine Verbesserung oder auch nur Stabilisierung des Rentenniveaus f\u00fcr Frauen klar ablehnen. Auf der anderen Seite fordern SPD, Gr\u00fcne und die Linke zumindest eine deutliche Anhebung des Rentenniveaus f\u00fcr Frauen.<\/p>\n<p><strong>Es besteht damit die Gefahr, dass trotz einer breiten gesellschaftlichen Mehrheit der Rentenfortschritt nich vorankommt!<\/strong><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>OECD verrei\u00dft deutsches Rentensystem. Frauen erhalten in Deutschland im Durchschnitt 46 Prozent weniger Rente als M\u00e4nner. Die Industriel\u00e4nderorganisation kritisiert die Rentenpolitik der Bundesregierung als v\u00f6llig unzureichend. Selbst wer sein ganzes Leben Vollzeit arbeitet, beziehe in Deutschland deutlicher weniger als im OECD-Durchschnitt. 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