{"id":11599,"date":"2021-02-12T12:12:38","date_gmt":"2021-02-12T11:12:38","guid":{"rendered":"https:\/\/unser-quartier.de\/oberhausen\/?p=11599"},"modified":"2021-02-11T18:16:54","modified_gmt":"2021-02-11T17:16:54","slug":"rentnern-droht-nullrunde","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/unser-quartier.de\/oberhausen\/2021\/02\/rentnern-droht-nullrunde\/uwiemann\/","title":{"rendered":"Rentnern droht Nullrunde?"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die finanziellen Unterschiede in der Altersversorgung sind gro\u00df<\/strong><\/p>\n<p>Die Pandemie k\u00f6nnte die Kluft vertiefen. Es ist von jeher ein Thema, das die Emotionen vieler Ruhest\u00e4ndler hochkochen l\u00e4sst. Denn im Alter macht es auf dem Konto einen deutlichen Unterschied, ob jemand Rente oder eine Pension bezieht. Grund f\u00fcr hitzige Debatten ist, dass das sogenannte Ruhegehalt f\u00fcr ehemalige Beamte in der Regel deutlich \u00fcber den Betr\u00e4gen liegt; es z\u00e4hlt die letzte Einstufung. Arbeitnehmer erhalten die Summe der j\u00e4hrlich erreichten Rentenpunkte aus der gesetzlichen Rentenversicherung ausbezahlt.<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\"><strong>Pensionen meist \u00fcber 2.000 Euro<\/strong>: <\/span>Nach Zahlen des Bundesarbeitsministerium, welche die Linke-Fraktion unl\u00e4ngst erfragt hat, erhielt Ende 2019 mehr als jeder zweite Rentenbezieher in Deutschland weniger als 1.000 Euro im Monat. Genauer gesagt war dies bei 56 Prozent der Rentner der Fall. Dagegen fielen zwei von drei Pensionen von ehemaligen Bundesbeamten h\u00f6her als 2.000 Euro aus. Bei 45,6 Prozent der Beamten im Ruhestand waren es zwischen 2.000 und 3.000 Euro monatlich, sie bildeten die gr\u00f6\u00dfte Gruppe. Bei 14,6 Prozent lagen die Bez\u00fcge zwischen 3.000 und 4.000 Euro. 3 Prozent hatten zwischen 4.000 und 5.000 Euro zur Verf\u00fcgung und 1,9 Prozent mehr als 5.000 Euro. 34,8 Prozent Pension\u00e4re erhielten weniger als 2.000 Euro. Je nach Bundesland und Dienstherrn kommen zudem Sonderzahlungen wie Weihnachtsgeld obendrauf. Dagegen erhielt rund <strong>ein Drittel aller Rentenbezieher weniger als <\/strong><span style=\"text-decoration: underline;\"><strong>700 Euro im Monat<\/strong>,<\/span> wie aus der Antwort des Arbeitsministeriums weiter hervorgeht. <strong>Fast jeder Vierte bekam weniger<\/strong><span style=\"text-decoration: underline;\"><strong> als 500 Euro<\/strong>.<\/span><\/p>\n<p>Nun steht eine niedrige gesetzliche Rente nicht zwingend f\u00fcr Armut. Sie kann auch bedeuten, dass Versicherte nur wenige Jahre Beitr\u00e4ge gezahlt haben, etwa weil sie nur vor\u00fcbergehend in Deutschland besch\u00e4ftigt waren, oder weil sie zeitweise selbstst\u00e4ndig gearbeitet haben und daher versicherungspflichtig waren. Dennoch machen die Zahlen deutlich, dass es gro\u00dfe Unterschiede zwischen beiden Alterssicherungssystemen gibt. Linken-Fraktionschef Dietmar Bartsch verlangt daher einen Systemwechsel zur Umlagefinanzierte Rente. Er verweist auf \u00d6sterreich, wo alle B\u00fcrger auch Selbstst\u00e4ndige und Beamte in eine Rentenkasse einzahlen.<\/p>\n<p>Noch eine weitere Zahl macht die Kluft zwischen Renten und Pensionen deutlich: Nach Angaben der Regierung hat ein Bundesbeamter bereits nach f\u00fcnf abgeleisteten Dienstjahren Anspruch auf die Mindestpension. Sie lag 2019 bei rund 1.760 Euro im Monat. Um auf eine Rente in gleicher H\u00f6he zu kommen, m\u00fcssten gesetzlich Versicherte 53,3 Jahre lang Beitr\u00e4ge einzahlen, wenn man von einer Vollzeitbesch\u00e4ftigung beim derzeitigen monatlichen Bruttodurchschnittslohn von knapp 4.000 Euro ausgeht. Auch beim langfristigen Niveau gibt es gro\u00dfe Unterschiede: Das sogenannte Ruhegehalt der Beamten betr\u00e4gt <span style=\"text-decoration: underline;\">71,75 Prozent<\/span> der Bruttobez\u00fcge der letzten zwei Dienstjahre vor dem Wechsel in den Ruhestand. <span style=\"text-decoration: underline;\">Das Rentenniveau liegt dagegen bei 48,2 Prozent.<\/span><\/p>\n<p>Doch es gibt einen weiteren Faktor, der den Graben zwischen Rentnern und Pension\u00e4ren vertiefen d\u00fcrfte: Corona. Wegen des konjunkturellen Einbruchs m\u00fcssen sich die meisten Rentner im n\u00e4chsten Jahr auf eine Nullrunde einstellen. Denn Grundlage f\u00fcr die Erh\u00f6hung ist die wirtschaftliche Entwicklung des jeweiligen Vorjahrs, also 2020. Die Deutsche Rentenversicherung geht daher davon aus, dass n\u00e4chstes Jahr eine Steigerung der Bez\u00fcge im Westen Deutschlands komplett ausfallen wird. Im Osten wird es voraussichtlich nur ein kleines Plus von 0,7 Prozent geben.<\/p>\n<p>Corona belastet Pensionen nicht: Bartsch findet, angesichts der Folgen der Pandemie muss die Politik daf\u00fcr sorgen, dass eine Nullrunde verhindert wird. Die Corona Krise darf nicht dazu f\u00fchren, dass sich die Situation f\u00fcr Rentnerinnen und Rentner verschlechtert, sagt der Linken-Politiker. Eine Nullrunde im kommenden Jahr, oder gar noch 2022 w\u00e4re sozial und konjunkturpolitisch sch\u00e4dlich.<\/p>\n<p>Anders l\u00e4uft es in der Pandemie f\u00fcr Pension\u00e4re. Sie sind im Vorteil da die Ruhegeh\u00e4lter nicht an die unmittelbare wirtschaftliche Entwicklung gekoppelt sind. Somit schlagen die \u00f6konomischen Folgen der Corona Krise auf die Bez\u00fcge nicht durch. Zudem profitieren Pension\u00e4re von Tarifabschl\u00fcssen im \u00d6ffentlichen Dienst. Diese werden oft zus\u00e4tzlich auf die Ruhegeh\u00e4lter \u00fcbertragen. Auch die Rentenerh\u00f6hungen orientieren sich an den durchschnittlichen Tarifabkommen. Die Begr\u00fcndung der fehlenden \u00dcbernahme, zuletzt 2010 nach der Finanzkrise, ist der R\u00fcckgang der Bruttol\u00f6hne, nicht die fehlenden Tarifabschl\u00fcsse.\u00a0 \u00a0<\/p>\n<p>Ganz zu schweigen von den Pflegekosten. Hier ist eine Steigerung bis Juni 2023 eine Personalkostensteigerung von 26 Prozent prognostiziert, Beamte haben keine Sorgen; sie erhalten als Ausgleich noch eine Beihilfe.<\/p>\n<blockquote>\n<p><strong>Werden Pension\u00e4re weiter geschont, Rentner geschoren?<\/strong><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;<\/p>\n<p>Waren die Informationen hilfreich, sagen Sie es weiter. 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