{"id":11631,"date":"2020-10-07T12:33:11","date_gmt":"2020-10-07T10:33:11","guid":{"rendered":"https:\/\/unser-quartier.de\/oberhausen\/?p=11631"},"modified":"2020-10-03T12:04:06","modified_gmt":"2020-10-03T10:04:06","slug":"seniorenbeiraete-folklore-oder-politische-partizipation","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/unser-quartier.de\/oberhausen\/2020\/10\/seniorenbeiraete-folklore-oder-politische-partizipation\/sraebiger\/","title":{"rendered":"Senioren(bei)r\u00e4te: Folklore oder politische Teilhabe?"},"content":{"rendered":"<blockquote>\n<p>Senioren in der Selbstisolation<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Alle regen sich \u00fcber die Demonstrationen gegen die Isolationen wegen Corona in Berlin oder anderswo auf. Wer setzt sich offen mit den Sorgen der Angeh\u00f6rigen in den Altenhilfeeinrichtungen, mit den Abschottungen der pflegenden Angeh\u00f6rigen auseinander. Mit und aus Angst werden Senioren vom allgemeinen Leben ausgegrenzt und selten unterst\u00fctzt. Die Seniorenarbeit ist (derzeit noch) keine Pflichtaufgabe der Kommune, muss es zum Schutze und aus der Sicht der garantierten Freiheit und W\u00fcrde, Artikel 1+2 des Grundgesetzes, werden.<!--more--><\/p>\n<p><strong>&#8222;Schw\u00e4chung durch St\u00e4rkung&#8220;<\/strong>\u00a0ist f\u00fcr die Integrationsr\u00e4te gelungen:\u00a0 Laut <a href=\"https:\/\/recht.nrw.de\/lmi\/owa\/pl_text_anzeigen?v_id=2320021205103438063\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow external\" data-wpel-link=\"external\" title=\"Externer Link: \u00a7 27 Gemeindeordnung NRW\" class=\"ext-link wpel-icon-right\">\u00a7 27 Gemeindeordnung NRW<span class=\"wpel-icon wpel-image wpel-icon-6\"><\/span><\/a> sind Integrationsr\u00e4te ab einer Anzahl von 5.000 ausl\u00e4ndischen Einwohnerinnen und Einwohnern zu bilden. Ab 2.000 ausl\u00e4ndischen Einwohnerinnen und Einwohnern sind sie zu bilden, wenn dies mindestens 200 Wahlberechtigte beantragen. Es wird die politische Teilhabe von Menschen mit Einwanderungsgeschichte erm\u00f6glicht und mit der Arbeit des Rates verkn\u00fcpft. Der Integrationsrat wird zeitgleich mit der Kommunalwahl gew\u00e4hlt. Dies ist auch f\u00fcr die Senioren ohne weiteren Aufwand m\u00f6glich, sonst fallen weitere Porti an. In <a href=\"https:\/\/unser-quartier.de\/oberhausen\/senioren-in-den-kommunen\/oberhausen-bezirke-einwohner\/\" data-wpel-link=\"internal\">Oberhausen<\/a> wohnen \u00fcber 45.000 B\u00fcrger \u00fcber 65 Jahre.<\/p>\n<p><strong>Ist in der Wiege des Ruhrgebietes mit der Montanmitbestimmung die Mitbestimmung der betroffenen Senioren auf Dauer untergegangen?<\/strong><\/p>\n<p>Die notwendige St\u00e4rkung der <a href=\"https:\/\/wp.me\/P91Zz0-2yu\" data-wpel-link=\"external\" target=\"_self\" rel=\"nofollow external noopener noreferrer\" title=\"Externer Link: Senioren(bei)r\u00e4te\" class=\"ext-link wpel-icon-right\">Senioren(bei)r\u00e4te<span class=\"wpel-icon wpel-image wpel-icon-6\"><\/span><\/a> blieb mit der Fassung des <a href=\"https:\/\/recht.nrw.de\/lmi\/owa\/pl_text_anzeigen?v_id=2320021205103438063\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow external\" data-wpel-link=\"external\" title=\"Externer Link: \u00a7 27a GO NRW\" class=\"ext-link wpel-icon-right\">\u00a7 27a GO NRW<span class=\"wpel-icon wpel-image wpel-icon-6\"><\/span><\/a> auf der Strecke. Die \u00c4nderung der Gemeindeordnung f\u00fchrte nicht dazu, dass in den Kommunen in NRW alle B\u00fcrger \u00fcber 65 in geheimer Urwahl selbstst\u00e4ndige Seniorenr\u00e4te w\u00e4hlen k\u00f6nnen. Es bleibt alles beim Alten &#8211; sowohl als auch -. Seniorenbeir\u00e4te werden gr\u00f6\u00dftenteils weiter nach dem Stimmenproporz der Parteien bestimmt. Warum reicht dies den Seniorenorganisationen: AG SPD 60 plus, Seniorenunion und anderen?<\/p>\n<p><strong>Zur Erinnerung:<\/strong> Die Seniorenunion und AG SPD 60 plus ist erst durch die &#8222;Konkurrenz&#8220; von Trude Unruh mit den Grauen Panther erfolgt. Die damals aktiven &#8222;Alten&#8220; sind nun \u00fcberwiegend \u00fcber 80 Jahre.<\/p>\n<p>Die Vermutung liegt nahe, dass man eine Bev\u00f6lkerungsgruppe in den Kommunen besser \u201ekontrollieren\u201d m\u00f6chte. F\u00fcr viele Kommunalverwaltungen scheint es zu aufwendig zu sein, einen aktiven Seniorenrat zu \u201ez\u00e4hmen\u201c. Die fehlende Transparenz und Information lassen ein Misstrauen gegen Rat und Verwaltung aufkommen, so bei den Bem\u00fchungen von engagierten Mitb\u00fcrgern in M\u00f6nchengladbach. Die h\u00e4ufig mangelnde Beteiligung oder das heute fehlende Selbstverst\u00e4ndnis der Senioren muss schnellstens durch ein selbstst\u00e4ndiges Beratungsgremium f\u00fcr den Rat aufgefangen werden. So kann der beginnende Unmut der fehlenden Daseinsvorsorge f\u00fcr Senioren aufgenommen werden. \u00dcber 30 Prozent der W\u00e4hler sind \u00fcber 60 Jahre. Senioren finden sich selten oder mit einem Halbsatz in den Partei- und Listenprogrammen f\u00fcr die n\u00e4chsten F\u00fcnf Jahre.<\/p>\n<p>Im derzeitigen Prozess der \u201eInnovativen\u201c Seniorenarbeit ist bei den Tr\u00e4gern und Einrichtungen der offenen Seniorenarbeit das \u201eKonkurrenzdenken\u201c durch die Refinanzierung stark ausgepr\u00e4gt. Der Kooperationsgedanke steht formal im Mittelpunkt, kann aber nur durch eine starke und abgestimmte Moderation mit verantwortlichen Partnern in der Kommune erfolgen. Die tr\u00e4ger- und einrichtungs\u00fcbergreifende Zusammenarbeit muss zu einer Kultur des gemeinsamen Handelns und Entwickelns werden. Das bestehende &#8222;Einzelk\u00e4mpfertum der Tr\u00e4ger&#8220; muss der Teamarbeit weichen, nur so k\u00f6nnen die ben\u00f6tigten Finanzmittel optimal\u00a0 eingesetzt werden. Die notwendige Kontrolle und Aufsicht obliegen formal dem Rat. Diese Pr\u00fcfung kann das ehrenamtliche Gremium ohne Hilfe von Engagierten in den Teilbereichen nicht selbst ausf\u00fchren. Teilhabe, Mitbestimmung und Mitverantwortung, der Betroffenen ist der Schl\u00fcssel einer verantwortlichen, zukunftsorientierten Seniorenarbeit.<\/p>\n<p>Demokratie kann nur funktionieren, wenn sich neben den bereits vielen ehrenamtlich Engagierten in den kommunalen Gremien auch die betroffenen Menschen engagieren. Das derzeitige Bild des Ignorierens, des Wegschauens kann nicht zufriedenstellen.<\/p>\n<p><strong><b>Mehr Beteiligung im Seniorenbeirat erm\u00f6glichen<\/b><\/strong><\/p>\n<p>Die Zusammenarbeit in Seniorenbeir\u00e4ten h\u00e4ngt stark von der Verfasstheit, der Satzung ab. So besteht in Oberhausen f\u00fcr den Seniorenbeirat keine Satzung. Die stimmberechtigten Mitglieder werden von den Fraktionen im Rat bestimmt. In der Vergangenheit konnten sich neue Aspekte in der Zusammenarbeit mit dem Seniorenbeirat phasenweise nur unzureichend entfalten. So wurde ein Budget eingef\u00fchrt, welches durch den Wegfall der Seniorenbrosch\u00fcre \u201eWir f\u00fcr Euch\u201c eingespart wurde. Der Seniorenbeirat darf nicht weiter als Alibiveranstaltung dienen.<\/p>\n<p><strong><b>Ziel<\/b><\/strong> muss ein freigew\u00e4hlter Seniorenrat mit Sitz und Stimme im Rat, den Bezirksvertretungen und den Aussch\u00fcssen sein. In Hessen sind freigew\u00e4hlte Seniorenr\u00e4te an der Tagesordnung. Dies ist in D\u00fcsseldorf und K\u00f6ln seit Jahrzehnten gegeben. Nicht nur in Gro\u00dfst\u00e4dten sind in Urwahl demokratisch gew\u00e4hlte Seniorenr\u00e4te eingebunden, auch in D\u00fcren oder Haltern am See und seit 2019 auch erstmals in Dortmund. Eine Wahl kann nur erfolgreich sein, wenn sich gen\u00fcgend aktive Bewerber f\u00fcr das Gremium finden.<\/p>\n<p>Bis der Stellenwert und die Bekanntheit gegeben ist, sind Delegiertenwahlen f\u00fcr einen Seniorenbeirat zu installieren, nur so kann die Mitwirkung und Mitverantwortung der betroffenen B\u00fcrger gesichert werden. Dieser Kompromiss wurde f\u00fcr die Stadt Moers gefunden. Die Organisationen sind aktuell aufgerufen Delegierte zu benennen.\u00a0<\/p>\n<p>K\u00fcnftig m\u00fcssen mehr aktive Mitglieder der in der Seniorenarbeit t\u00e4tigen Organisationen, Einrichtungen und Gruppen die Gelegenheit erhalten, sich an der Arbeit zu beteiligen. Eine denkbare M\u00f6glichkeit ist es, jeweils zwei Delegierte, damit der Ersatz gesichert ist, zu entsenden, aus deren Mitte der Seniorenbeirat im Verh\u00e4ltnis der Einwohner \u00fcber 60 Jahre gew\u00e4hlt wird. Auch Einzelpersonen ab 55 Jahren, die in der Kommune wohnen, k\u00f6nnen sich als Delegierte melden. Sie ben\u00f6tigen entsprechende Unterst\u00fctzungsunterschriften. Organisationen, die bislang nicht im politischen Prozess beteiligt waren, k\u00f6nnen die Aufnahme bei der Verwaltung beantragen. Ein aktives Mitwirken von unterschiedlichen Beteiligten, die ihr Erfahrungswissen und ihre Kompetenzen f\u00fcr das Gemeinwohl einbringen wollen, ist damit gew\u00e4hrleistet. F\u00fcr den zuk\u00fcnftigen Seniorenbeirat ist eine Arbeit auf Augenh\u00f6he mit Verwaltung, Politik, Akteuren der offenen Seniorenarbeit, B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgern und dem Seniorenbeirat nicht nur w\u00fcnschenswert, sondern f\u00fcr eine zukunftsorientierte, gemeinwesensorientierte Seniorenarbeit unerl\u00e4sslich. Was nutzen demokratische Gesetze mit Mitbestimmung und Mitwirkung, wenn die Rechte nicht wahrgenommen oder gar ausgehebelt werden. Ein Beispiel: Wer kennt schon die halbj\u00e4hrliche &#8222;Kommunale Konferenz Alter und Pflege&#8220; oder die Wahl in die notwendigen Bewohnerbeir\u00e4te der Pflegeeinrichtungen.<\/p>\n<p>Neue Wege in der Seniorenpolitik k\u00f6nnen nur gemeinsam mit den \u00e4lteren Menschen beschritten werden. Sie bringen ihre Lebenserfahrung und ihr Wissen ein. Der Senioren(bei)rat ist dabei ein wichtiges Gremium in der Kommunalpolitik. <strong>Bedenken Sie:<\/strong> Mitarbeiter in Kommunen und Wohlfahrtsverb\u00e4nde mit eigenen Pflegeeinrichtungen sind nicht immer frei in der Beratung und Hilfe.\u00a0<\/p>\n<p>Wir m\u00f6chten mit unseren Beitr\u00e4gen Hilfestellung geben und dazu beitragen das Miteinander zu f\u00f6rdern. Wir freuen uns \u00fcber jede und jeden, die oder der gerne im Team mit Akteuren der Seniorenarbeit, ob in Parteien, Vereinen oder als Einzelperson, sich einbringt, um die B\u00fcrgerschaft, das seniorengerechte Quartier, voranzubringen. F\u00fcr <a href=\"https:\/\/unser-quartier.de\/oberhausen\/events\/hilferuf-fuer-die-schwaechsten-der-bewohnerbeirat\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" data-wpel-link=\"internal\">M\u00e4rz 2021<\/a> und Mai 2021 haben wir analog Veranstaltungen in angenehmer Atmosph\u00e4re bereits terminiert.<\/p>\n<p>Nutzen Sie diese ehrenamtliche nicht gewerbliche Plattform Veranstaltungen vorzustellen, zu terminieren etc. Nur durch Transparenz, Offenheit und Austausch der Argumente kann ein gutes Zusammenleben gelingen.<\/p>\n<p>Senioren m\u00fcssen selbst aktiv werden, sich aus der Isolation begeben. Seniorenarbeit, Pflege etc., geh\u00f6rt zur Daseinsvorsorge und muss eine Pflichtaufgabe der Kommune werden. Sonntags- und Wahlkampfreden bes\u00e4nftigen, ver\u00e4ndern nicht.<\/p>\n<h2>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;<\/h2>\n<p>Werden Sie aktive(r) Mitstreiterin\/Mitstreiter. Wir stellen uns gerne f\u00fcr Diskussionen zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p>[contact-form][contact-field label=&#8217;Name&#8216; type=&#8217;name&#8216; required=&#8217;1&#8217;\/][contact-field label=&#8217;E-Mail&#8216; type=&#8217;email&#8216; required=&#8217;1&#8217;\/][contact-field label=&#8217;Website&#8216; type=&#8217;url&#8217;\/][contact-field label=&#8217;Nachricht&#8216; type=&#8217;textarea&#8217;\/][\/contact-form]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Senioren in der Selbstisolation Alle regen sich \u00fcber die Demonstrationen gegen die Isolationen wegen Corona in Berlin oder anderswo auf. Wer setzt sich offen mit den Sorgen der Angeh\u00f6rigen in den Altenhilfeeinrichtungen, mit den Abschottungen der pflegenden Angeh\u00f6rigen auseinander. Mit und aus Angst werden Senioren vom allgemeinen Leben ausgegrenzt und selten unterst\u00fctzt. 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