{"id":15547,"date":"2022-12-30T12:12:00","date_gmt":"2022-12-30T11:12:00","guid":{"rendered":"https:\/\/unser-quartier.de\/oberhausen\/?p=15547"},"modified":"2022-12-30T18:23:18","modified_gmt":"2022-12-30T17:23:18","slug":"diagnose-demenz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/unser-quartier.de\/oberhausen\/2022\/12\/diagnose-demenz\/uschreiber\/","title":{"rendered":"Diagnose Demenz"},"content":{"rendered":"<p>Weg<strong> von Geist&#8220; oder ohne Geist&#8220; so lautet die w\u00f6rtliche \u00dcbersetzung des Begriffs Demenz.<\/strong><\/p>\n<p>Ich bin vergesslich<\/p>\n<p>und ihr<\/p>\n<p>ihr meint, ich merke das nicht.<\/p>\n<p>Die Akzeptanz f\u00e4llt mir noch schwer.<\/p>\n<p>Ich versuche zu verbergen,<\/p>\n<p>dass die Probleme gr\u00f6\u00dfer werden.<\/p>\n<p>Die Krankheit schlich sich langsam ein,<\/p>\n<p>ich leugnete, es darf nicht sein.<\/p>\n<p>Doch langsam schwindet er, mein Geist.<\/p>\n<p>Doch der Mensch, der ich einst bin gewesen,<\/p>\n<p>ist fort und wird auch nicht genesen.<\/p>\n<p>Vergib mir, dass ich nun so bin,<\/p>\n<p>verzeih die Taten ohne Sinn.<\/p>\n<p>Entschuldige, dass mein Verbleib auf Erden,<\/p>\n<p>f\u00fcr dich nun zur Belastung werden.<\/p>\n<p>Ich sch\u00e4me mich, weil es jeder sieht.<\/p>\n<p>Und hoffe, du hast mich trotzdem lieb.<\/p>\n<p>Denn Liebe w\u00e4chst nicht im Kopf,<\/p>\n<p>sondern im Herzen auch bei mir.<\/p>\n<p>Je \u00e4lter die Menschen werden, umso gr\u00f6\u00dfer ist das Risiko f\u00fcr Demenzerkrankungen. W\u00e4hrend in der Altersgruppe der 65- bis 70-J\u00e4hrigen weniger als drei Prozent an einer Demenz erkranken, ist im Alter von 85 Jahren ungef\u00e4hr jeder F\u00fcnfte und ab 90 Jahren bereits jeder Dritte betroffen. Die demografischen Entwicklungen in Deutschland f\u00fchren zu einer immer \u00e4lter werdenden Gesellschaft. Diese geht einher mit einer Zunahme von altersbedingten Erkrankungen, wie z. B. Demenzerkrankungen. Derzeit sind etwa 1,6 Millionen Menschen in Deutschland an Demenz erkrankt. Nach Sch\u00e4tzungen wird sich diese Zahl auf bis zu 2,8 Millionen Menschen im Jahr 2050 erh\u00f6hen. Dies f\u00fchrt sowohl zu gesellschaftlichen als auch zu gesundheits\u00f6konomischen Herausforderungen. Da Symptomatik und Schweregrad von Demenzerkrankungen sehr unterschiedlich ausgepr\u00e4gt sein k\u00f6nnen, besteht ein Bedarf an Versorgungsans\u00e4tzen, welche die individuellen Bed\u00fcrfnisse der Erkrankten selbst, aber auch die Bed\u00fcrfnisse ihrer pflegenden Angeh\u00f6rigen oder des Pflegepersonals ber\u00fccksichtigen. Eine \u00dcbersicht zu innovativen Versorgungsans\u00e4tzen f\u00fcr Menschen mit Demenz existierte bisher nicht.<\/p>\n<p><strong>Erkennen einer Demenz<\/strong><\/p>\n<p>Oft ist es nicht einfach, an Demenz erkrankte Menschen von einem Arztbesuch zu \u00fcberzeugen. Gerade im Anfangsstadium der Krankheit versuchen viele Betroffene, ihr Handicap vor anderen zu verbergen und Ged\u00e4chtnisl\u00fccken mithilfe von Merkzetteln zu \u00fcberspielen. Manchmal reagieren sie aggressiv oder ablehnend, wenn Angeh\u00f6rige sie auf Probleme oder Missgeschicke ansprechen. In einem solchen Fall hilft es, das Verhalten der Betroffenen \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum zu dokumentieren. Dabei sollten m\u00f6glichst viele Personen wie Verwandte, Nachbarn oder Freunde miteinbezogen werden. Anhand einer solchen Liste kann eine \u00c4rztin oder Arzt eine vorl\u00e4ufige Diagnose stellen, die hinsichtlich des weiteren Vorgehens Sicherheit gibt. Auf keinen Fall sollte man den Verdacht einer Demenz verdr\u00e4ngen. Gerade eine fr\u00fchzeitige Diagnose kann sicherstellen, dass die Betroffenen und ihre Angeh\u00f6rigen Zugang zu m\u00f6glichen Hilfsangeboten bekommen.<\/p>\n<p><strong>Warnsignale<\/strong><\/p>\n<p>Folgende Beschwerden k\u00f6nnen auf eine Demenzerkrankung hindeuten:<\/p>\n<p>\u00b0 Vergessen kurz zur\u00fcckliegender Ereignisse<\/p>\n<p>\u00b0 Schwierigkeiten, gewohnte T\u00e4tigkeiten auszuf\u00fchren<\/p>\n<p>\u00b0 fehlender \u00dcberblick \u00fcber finanzielle Angelegenheiten<\/p>\n<p>\u00a0\u00b0 hartn\u00e4ckiges Abstreiten von Fehlern, Irrt\u00fcmern oder Verwechslungen<\/p>\n<p>\u00b0 Fehleinsch\u00e4tzung von Gefahren<\/p>\n<p><strong>Die Behandlung<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr die Mehrzahl der Demenzkranken gibt es derzeit noch keine Therapie, die zur Heilung f\u00fchrt. Deshalb liegt das Hauptziel der Behandlung darin, die Lebensqualit\u00e4t der Kranken und Ihrer Angeh\u00f6rigen zu verbessern. Die medizinische Behandlung von Alzheimer-Patienten setzt unter anderem beim Botenstoff Acetylcholin im Gehirn an. So werden Arzneimittel eingesetzt, die das Enzym hemmen, das f\u00fcr den nat\u00fcrlichen Abbau von Acetylcholin sorgt. Ein weiterer medikament\u00f6ser Ansatzpunkt ist die Blockierung der Wirkung des Botenstoffs Glutamat, dem ebenfalls eine sch\u00e4dliche Rolle im Krankheitsprozess zugeschrieben wird. Bei einem Teil der Betroffenen f\u00fchrt derartige Medikamente zu einer Verbesserung des Ged\u00e4chtnisses und der Konzentrationsf\u00e4higkeit. Mitunter verz\u00f6gern sie auch das Fortschreiten der Symptome. Den im Gehirn stattfindenden eigentlichen Krankheitsprozess k\u00f6nnen sie aber nicht verz\u00f6gern oder stoppen. Dar\u00fcber hinaus gibt es eine Reihe von Medikamenten, welche die Begleitsymptome einer Demenzerkrankung wie Unruhe, Sinnest\u00e4uschungen, Angst oder Schlafst\u00f6rungen lindern k\u00f6nnen. Die medikament\u00f6se Behandlung sollte stets durch \u00c4rzte erfolgen, die mit Nervenerkrankungen im Alter vertraut sind.<\/p>\n<p><strong>Verbesserung der Lebensqualit\u00e4t<\/strong><\/p>\n<p>Zu Linderung von Beschwerden sowie zur Verbesserung der Lebensqualit\u00e4t spielt nicht nur medikament\u00f6se Therapieverfahren eine wichtige Rolle. So kann etwa im Anfangsstadium der Krankheit eine Psychotherapie sinnvoll sein,<\/p>\n<p>Eine Vielzahl von Behandlungen zielt darauf ab, verbliebene F\u00e4higkeiten der Erkrankten zu trainieren sowie ihr Selbstwertgef\u00fchl zu st\u00e4rken. Dazu geh\u00f6ren etwa Musik, Kunsttherapie, Bewegungs\u00fcbungen oder Sinnes und Wahrnehmungs\u00fcbungen wie beispielsweise Spiele, bei denen die Mitspielenden mit verbundenen Augen durch Tasten oder Riechen Gegenst\u00e4nde erraten m\u00fcssen. Dabei kommt es darauf an, sich an den vorhandenen F\u00e4higkeiten und Bed\u00fcrfnissen der Betroffenen zu orientieren, ihren lebensgeschichtlichen Hintergrund zu ber\u00fccksichtigen und Leistungsdruck zu vermeiden. Nicht zuletzt k\u00f6nnen insbesondere Menschen im fr\u00fchen und mittleren Stadium einer Demenz von einem Reha Angebot profitieren, das gezielt auf ihre Symptome eingeht.<\/p>\n<p><strong>Aufgrund ihrer Krankheit sind die Betroffenen immer weniger in der Lage, sich ihrer Umgebung anzupassen und ihren Alltag bewusst zu gestalten. Deshalb h\u00e4ngt ihr Wohlbefinden in gro\u00dfem Ma\u00dfe davon ab, wie sich die <span style=\"text-decoration: underline;\">Umwelt auf ihre Beeintr\u00e4chtigung einstellt.<\/span><\/strong><\/p>\n<p>Zur Zeit leben 1,8 Millionen Menschen mit Demenz in Deutschland.\u00a0<\/p>\n<p>Die Forschung zur Pflege von Menschen mit Demenz betont insbesondere die Gefahr der physischen und psychischen \u00dcberlastung pflegender Angeh\u00f6riger und zugleich die hohe Bedeutung pflegender Angeh\u00f6riger zur Sicherstellung der Pflege. Dennoch gibt es f\u00fcr Deutschland vergleichsweise wenig Forschung zur Unterst\u00fctzung und Pflege von Menschen mit Demenz, die auf <br \/>\nrepr\u00e4sentativen Bev\u00f6lkerungsumfragen beruht. Die Politiker scheinen Angst zu haben, nur nicht daran r\u00fctteln; wer soll die Anspr\u00fcche bezahlen.<\/p>\n<p>Um so erfreulicher k\u00f6nnen wir Ihre Aufmerksamkeit auf eine aktuelle Studie lenken.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.dza.de\/fileadmin\/dza\/Dokumente\/DZA_Aktuell\/DZA-Aktuell_04_2022_Pflege-Demenz.pdf\" class=\"mtli_attachment mtli_pdf ext-link wpel-icon-right\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow external noreferrer\" data-wpel-link=\"external\" title=\"Externer Link: Situation unterst\u00fctzender und pflegender Angeh\u00f6riger von Menschen mit Demenz\">Situation unterst\u00fctzender und pflegender Angeh\u00f6riger von Menschen mit Demenz<span class=\"wpel-icon wpel-image wpel-icon-6\"><\/span><\/a><br \/>\nNadiya Kelle &amp; Ulrike Ehrlich<\/p>\n<p><strong>Unsere Bitte an unsere Leser, <\/strong><\/p>\n<p>geben sie uns eine R\u00fcckmeldung \u00fcber den Beitrag und die Studie. Dies motiviert uns weiter am Ball zu bleiben.<\/p>\n<p>Wir arbeiten ehrenamtlich und leisten uns keine Auswertung, k\u00f6nnen damit auch nicht sehen wer die Beitr\u00e4ge liest.\u00a0<\/p>\n<p>Nur durch das<a href=\"https:\/\/unser-quartier.de\/oberhausen\/service\/newsletter\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" data-wpel-link=\"internal\"> kostenlose Abo<\/a> des Newsletter sehen wir einen Bedarf.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Weg von Geist&#8220; oder ohne Geist&#8220; so lautet die w\u00f6rtliche \u00dcbersetzung des Begriffs Demenz. Ich bin vergesslich und ihr ihr meint, ich merke das nicht. Die Akzeptanz f\u00e4llt mir noch schwer. Ich versuche zu verbergen, dass die Probleme gr\u00f6\u00dfer werden. Die Krankheit schlich sich langsam ein, ich leugnete, es darf nicht sein. 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