{"id":15586,"date":"2023-02-03T10:38:11","date_gmt":"2023-02-03T09:38:11","guid":{"rendered":"https:\/\/unser-quartier.de\/oberhausen\/?p=15586"},"modified":"2023-01-04T14:50:29","modified_gmt":"2023-01-04T13:50:29","slug":"mit-buergergenossenschaften-die-lebensqualitaet-vor-ort-verbessern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/unser-quartier.de\/oberhausen\/2023\/02\/mit-buergergenossenschaften-die-lebensqualitaet-vor-ort-verbessern\/sraebiger\/","title":{"rendered":"Mit B\u00fcrgergenossenschaften die Lebensqualit\u00e4t vor Ort verbessern"},"content":{"rendered":"<h2><strong>Pflegenden Angeh\u00f6rige sind genervt, verzweifelt und in der Vereinsamung nicht sicht- oder h\u00f6rbar. <\/strong><\/h2>\n<p>Fortsetzung von &#8222;Gemeinsam-statt-einsam&#8220; &#8222;<a href=\"https:\/\/unser-quartier.de\/oberhausen\/2022\/12\/schaffung-altersgerechter-staedte-und-gemeinden-ist-notwendig\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" data-wpel-link=\"internal\">Schaffung altersgerechter St\u00e4dte und Gemeinden<\/a>&#8220;\u00a0<\/p>\n<p><strong>Ja es fehlen <\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Pflegekr\u00e4fte,<\/li>\n<li>Unterst\u00fctzungen in der H\u00e4uslichkeit nicht erst seit zwei oder drei Jahren.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Ambulante Dienste sind Mangelware. Pflegende Angeh\u00f6rige suchen nicht nur in l\u00e4ndlichen Gebieten h\u00e4nderingend Hilfe. Die gesetzlichen Vorgaben und Ver\u00e4nderungen sind starr und b\u00fcrokratisch. Pflegekassen beachten das Ziel der Beitragsstabilit\u00e4t und sparen durch kleinliche Auslegungen der Antr\u00e4ge von Pflegebed\u00fcrftigen, So werden im h\u00e4uslichen Bereich j\u00e4hrlich 12 Mrd. Euro durch Pflegekassen eingespart. Hilfeschreie nach Berlin der Einrichtungstr\u00e4ger und -betreiber der Wohlfahrts- und Privatverb\u00e4nde werden wahrgenommen. Doch der Bund ist f\u00fcr Krankenh\u00e4user zust\u00e4ndig nicht f\u00fcr die Pflege. Die (Kontroll-)Hoheit liegt in den Bundesl\u00e4ndern, die Ausgestaltung in den kreisfreien St\u00e4dten und Kreisen.<\/p>\n<h2><strong>Die kommunale Daseinsvorsorge eine Kannleistung<\/strong><\/h2>\n<p>Die Senioren der Parteien sind mit sich selbst besch\u00e4ftigt. Die Seniorenvertretungen in den Kommunen dienen gr\u00f6\u00dftenteils den Parteien als Alibi. Die Wohlfahrtsverb\u00e4nde erhalten \u00f6ffentliche Mittel zur \u00dcbernahme \u00f6ffentlicher Sozialleistungen. Altenhilfe-Einrichtungen sind Wirtschaftsunternehmen, erhalten direkt keine \u00f6ffentlichen Mittel, ausgenommen die Corona-, Energiebeihilfen. Nicht zu vergessen die Sozialhilfe, soweit die Heimbed\u00fcrftigkeit f\u00fcr die wenigen Pl\u00e4tze zuerkannt wurde. Heime sind nicht mehr f\u00fcr jedermann zug\u00e4nglich. Der K\u00e4mmerer steuert mit seinen Vorgaben die sozialen Dienstleistungen. Die Pflegekassen kommen der Sicherungspflicht f\u00fcr die Versicherten nicht nach. Die gesetzliche Zukunftsplanung obliegt nach \u00a7 7 Alten- und Pflegegesetz Nordrhein-Westfalen &#8211; APG NRW den kreisfreien St\u00e4dten und Kreisen. Eine verbindliche Planung zur Bedarfsabdeckung wird sehr selten gesehen. Die Verwaltungsvorlagen werden entgegengenommen, mangels eigener Betroffenheit der Gremienmitglieder nicht diskutiert. Wer kennt schon die Kommunale Konferenz Alter und Pflege (\u00a7 8 APG) oder gar die Mitglieder, die bei der Planung Mitwirken, sei es bei der kommunalen Pflegeplanung, sei bei der Schaffung von altengerechten Quartiersstrukturen insbesondere unter Einbeziehung neuer Wohn- und Pflegeformen.<\/p>\n<p>Was nutzt eine gesetzliche Bestimmung (\u00a7 2 APG Abs. 1) mit der \u00dcberschrift: <strong>Gestaltung der Angebote<\/strong><br \/>\n<strong>(1)<\/strong> &#8222;Ausgangspunkt f\u00fcr Planungen und die Gestaltung der Angebote sind die Bedarfe \u00e4lterer Menschen, pflegebed\u00fcrftiger Menschen und deren Angeh\u00f6riger. Dabei sind die besonderen Bed\u00fcrfnisse von Frauen und M\u00e4nnern durchg\u00e4ngig zu ber\u00fccksichtigen. Die Angebote sollen orts- beziehungsweise stadtteilbezogen vorgehalten und weiterentwickelt werden und den \u00e4lteren oder pflegebed\u00fcrftigen Menschen weitestgehend erm\u00f6glichen, an dem Ort ihrer Wahl wohnen zu k\u00f6nnen; die besonderen Bedarfe des l\u00e4ndlichen Raums sind zu ber\u00fccksichtigen. Dabei sind alle Wohn- und Pflegeangebote gleichberechtigt einzubeziehen. Ma\u00dfnahmen nach diesem Gesetz sollen auch kultursensible Aspekte ber\u00fccksichtigen, insbesondere die unterschiedlichen Bed\u00fcrfnisse der Menschen, die sich durch Migrationsgeschichte, sexuelle Orientierung und geschlechtliche Identit\u00e4t ergeben k\u00f6nnen. Dar\u00fcber hinaus ist Armut und sozialer Ausgrenzung entgegenzuwirken.&#8220;<\/p>\n<ul>\n<li>Vertrauen auf die Verwaltung, scheitert an dem angeblich fehlenden Geld.<\/li>\n<li>Vertrauen allein auf die oft unbekannten Gremienvertreter, wird in absehbarer Zeit keine Ver\u00e4nderungen zeigen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Der Fachkr\u00e4ftemangel in der Pflege verlangt ein neues Bewusstsein, die vereinzelten Insolvenzen der ambulanten und station\u00e4ren Tr\u00e4ger versch\u00e4rfen das Problem.<\/p>\n<p>Seitens der Fraktionen und Verwaltungen werden den obigen Aussagen vehement widersprochen werden, es wird auf die Quartiersmanagementb\u00fcros hingewiesen. Diese existieren, doch wer kennt Ihre Aufgaben? Quartiersmanagement wird von zwei verschiedenen Ministerien gef\u00f6rdert.<\/p>\n<ul>\n<li>Einmal vom Bauministerium im Rahmen der F\u00f6rderung von Bauma\u00dfnahmen. Die Manager werden befristet f\u00fcr die Ma\u00dfnahme seitens des Antragsstellers eingestellt. B\u00fcrger werden informiert \u00fcber die m\u00f6gliche F\u00f6rderung.<\/li>\n<li>Zum anderen vom Sozialministerium f\u00fcr die Altenhilfe. Die Kommunen f\u00f6rdern damit die M\u00f6glichkeit einer Anlauf- und Beratungsstelle eines Wohlfahrtsverbandes im Quartier. Die theoretischen Ans\u00e4tze sind durch die Angebote oft nachvollziehbar. Unabh\u00e4ngig vom pers\u00f6nlichen Engagement der handelnden Personen besteht die Abh\u00e4ngigkeit durch den Anstellungsvertrag mit dem Tr\u00e4ger und der Kontrolle und Rechenschaftspflicht gegen\u00fcber der Kommune. Die eigene Erfahrung zeigt, dass die Ergebnisse von \u201eRunden offenen Tischen\u201c, nur bedingt umgesetzt werden oder sp\u00e4testens in den Gremien scheitern. Diese Erlebnisse erzeugen Frust und Abkehr.<\/li>\n<\/ul>\n<h2>Stillstand ist R\u00fcckschritt<\/h2>\n<p>B\u00fcrger m\u00fcssen sich aktiv einbringen. Vielleicht zuerst als Quartiersverein. Warum sich nicht auch mit Geld im Quartier beteiligen und gleichberechtigt Einfluss nehmen. Die Stadt L\u00fcbeck plant neue Seniorenheime f\u00fcr 117 Millionen Euro und die B\u00fcrgerschaft gab gr\u00fcnes Licht f\u00fcr die \u00dcbernahme von vier weiteren Heimen. Einzelne Einrichtungen er\u00f6ffnen Insolvenzen, nachdem die Gewinne abgesch\u00f6pft und die finanzierten Reinvestitionen durch die Investitionskosten, insbesondere Abschreibung, durch fehlende R\u00fccklagen nicht get\u00e4tigt wurden. Einrichtungen in die kommunale Herrschaft oder Wohlfahrtsverb\u00e4nden zu \u00fcbergeben, wird durch fehlende R\u00fccklagenbildung f\u00fcr jede Einrichtung ohne Transparenz und b\u00fcrgerliche Kontrolle keine Ver\u00e4nderungen bringen.\u00a0<\/p>\n<p><strong>B\u00fcrgergenossenschaften als neue Form der wirtschaftlichen Selbsthilfe<\/strong><\/p>\n<p>B\u00fcrgergenossenschaften verfolgen im Gegensatz zu klassischen Genossenschaften ihre Ziele nicht nur zum Vorteil der Mitglieder. Sie verstehen sich als Beitrag f\u00fcr das Gemeinwesen. Ihre Leistungen verbessern vielerorts die Lebensqualit\u00e4t der Menschen vor Ort. Wenn gewohnte Formen der Daseinsvorsorge der Kommune nicht mehr ausreichend funktionieren, k\u00f6nnen innovative Angebote durch b\u00fcrgerschaftliches Engagement die Kommune auf Augenh\u00f6he unterst\u00fctzen. Nur anerkannte Einrichtungen erhalten F\u00f6rderungen und Unterst\u00fctzungen. Warum nicht eine gemeinn\u00fctzige Genossenschaft ohne Nachschusspflicht f\u00fcr die Mitglieder anstreben, um Stiftungs- und \u00f6ffentliche Gelder f\u00fcr die gute Sache zur Unterst\u00fctzung einzuwerben?<\/p>\n<h3><strong>Dachgenossenschaft<\/strong><\/h3>\n<p>Wer unkomplizierte Selbsthilfe organisieren will, macht das oft \u00fcber einen Verein. Wenn die Selbsthilfe allerdings wirtschaftlich angelegt sein soll, ist eine Genossenschaft besser. Um die Genossenschaften dauerhaft gut aufzustellen, bedarf es: Spendenakquise, F\u00f6rdermittelbeantragung oder Beschaffung von Abrechnungssoftware, diese funktionieren im Verbund oft einfacher und effizienter. Gleichzeitig kann eine Dachgenossenschaft bei der Neugr\u00fcndung hilfreich sein.<br \/>\nGenossenschaften sind nicht neu<br \/>\nBei passiven Formen der B\u00fcrgerbeteiligung, wo es um Teilhabe und Teilnahme am Gemeinwesen geht, leisten B\u00fcrger die kreativen Praktiken und solidarischen Vorleistungen in einer engagierten Zivilgesellschaft einen proaktiven Beitrag zur Gestaltung des Gemeinwesens \u2013 zum Beispiel in Wohngenossenschaften, durch selbstverwaltete Energieversorgung, Urban Farming oder Carsharing. Warum nicht eine Genossenschaft f\u00fcr Hilfe im Alter, nicht nur um die 85% und mehr anerkannt Pflegebed\u00fcrftigen direkt und indirekt zu unterst\u00fctzen, auch im Vorfeld zur Tagesbew\u00e4ltigung bedarf es vermehrter Unterst\u00fctzung.<br \/>\nEin wissenschaftlicher Ansatz<br \/>\nAn der Universit\u00e4t K\u00f6ln wird in dem Projekt \u201eTeilgabe: Die b\u00fcrgerschaftliche, genossenschaftliche und sozialunternehmerische Schaffung und Gestaltung von gemeinwohlorientierter Versorgung\u201c in, Kooperation der Universit\u00e4t Hamburg (Fachbereich Sozial\u00f6konomie) erforscht.<br \/>\n\u201eTeilgabe\u201c als Praxis<br \/>\nWie kann beurteilt werden, was zivilgesellschaftliches Wirtschaften hervorbringt und wie es in die Gesellschaft hineinwirkt? Inwiefern tr\u00e4gt es dazu bei, Gemeinwohl bzw. Gemeing\u00fcter zu schaffen und zu pflegen? Dies sind die Fragen. Die Zusammenh\u00e4nge werden im Schaubild dargestellt.<br \/>\nDie Forscher wollen den Akteuren zivilgesellschaftlichen Wirtschaftens Orientierungen an die Hand geben, anhand derer sie ihre Praktiken reflektieren k\u00f6nnen. F\u00fcr die Politik und die Wirtschaftsf\u00f6rderung bieten sie Grundlagen, um die Qualit\u00e4ten alternativer Wirtschaftsweisen verstehen und bewerten zu k\u00f6nnen.<br \/>\nNebenan.de<br \/>\nEinen ersten Ansatz f\u00fcr die notwendigen Nachbarschaftskontakte bietet das kostenfreie gemeinn\u00fctzige Portal Nebenan.de. Warum nicht auch hier die ersten Kontakte und Ideen einbringen und f\u00fcr die Nachbarschaftshilfe werben.<\/p>\n<p>Es bleibt zu hoffen, dass konkrete Praxisbeispiele in den Kommunen an das Projektteam herangetragen werden. Nur durch einen breiten Erfahrungsaustausch zwischen Praxis und Theorie k\u00f6nnen gemeinwohlf\u00f6rdernde nachhaltige Strukturen aufgebaut werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Pflegenden Angeh\u00f6rige sind genervt, verzweifelt und in der Vereinsamung nicht sicht- oder h\u00f6rbar. Fortsetzung von &#8222;Gemeinsam-statt-einsam&#8220; &#8222;Schaffung altersgerechter St\u00e4dte und Gemeinden&#8220;\u00a0 Ja es fehlen Pflegekr\u00e4fte, Unterst\u00fctzungen in der H\u00e4uslichkeit nicht erst seit zwei oder drei Jahren. Ambulante Dienste sind Mangelware. Pflegende Angeh\u00f6rige suchen nicht nur in l\u00e4ndlichen Gebieten h\u00e4nderingend Hilfe. 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