{"id":16285,"date":"2023-06-30T11:33:59","date_gmt":"2023-06-30T09:33:59","guid":{"rendered":"https:\/\/unser-quartier.de\/oberhausen\/?p=16285"},"modified":"2023-06-29T19:09:00","modified_gmt":"2023-06-29T17:09:00","slug":"pflegenotstand-durch-fehlende-verantwortung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/unser-quartier.de\/oberhausen\/2023\/06\/pflegenotstand-durch-fehlende-verantwortung\/sraebiger\/","title":{"rendered":"Pflegenotstand durch fehlende (Mit)-Verantwortung"},"content":{"rendered":"<blockquote>\n<h2>Fordern, meckern, ohne Alternativen aufzuzeigen, ist zu wenig.<\/h2>\n<\/blockquote>\n<p><strong>Wir befinden uns f\u00fcr alle sichtbar in einer \u00c4ra wachsender Ressourcenkonflikte und Versorgungsengp\u00e4sse. Damit umzugehen, also Mangellagen zu managen, m\u00fcssen wir in den Wohlstandsgesellschaften wieder lernen. Die B\u00fcrger erwarten eine tragf\u00e4hige Umsteuerung von ihrer Regierung im Bund, den L\u00e4ndern und Kommunen.<\/strong><\/p>\n<p>Damit sich die Sachlage ver\u00e4ndert und nicht weiter verschlimmert, d\u00fcrfen notwendige Entscheidungen nicht l\u00e4nger aus einem falsch verstandenen Individualismus und vor der Angst fehlender Wiederwahl verschleppt oder gar blockiert werden. Die Realit\u00e4t l\u00e4sst sich nicht durch abgeworbene Arbeitskr\u00e4fte im Ausland, durch Aktionismus \u00e4ndern oder dadurch, dass \u00fcberf\u00e4llige \u00c4nderungen, wie die Krankenhausplanung, solit\u00e4r im Bundesrecht umgesetzt werden. Wir brauchen eine breite Akzeptanz durch offene Diskussion auch in der Kommune.<\/p>\n<h2><strong>Was ist geschehen <\/strong><\/h2>\n<p>Nach dem Fall der Mauer fielen die Schranken der sozialen Marktwirtschaft. &gt;&gt;Privat vor Staat&lt;&lt; war und ist angesagt. Nach 12 Jahren der Diskussion trat im Mai 1994 die Pflegeversicherung (SGB XI) in Kraft. Der Bund privatisierte die Bahn <strong>1994, die<\/strong> Post. Die Abgeordneten des Bundes \u00a0entledigte sich der Daseinsvorsorge und gleichzeitig von einem gro\u00dfen Teil der Sozialleistungen. In die Pflegeversicherung werden derzeit 66 Milliarden \u20ac im Jahr durch Arbeitnehmer eingezahlt. \u00a0<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.bpb.de\/shop\/zeitschriften\/apuz\/29897\/reformen-des-sozialstaates\/\" data-wpel-link=\"external\" target=\"_self\" rel=\"nofollow external noopener noreferrer\" title=\"Externer Link: Ulrich Bauer 2006 in APuZ\" class=\"ext-link wpel-icon-right\">Ulrich Bauer 2006 in APuZ<span class=\"wpel-icon wpel-image wpel-icon-6\"><\/span><\/a> schrieb in \u201eReformen des Sozialstaates\u201c<\/p>\n<p>&gt;&gt;Die Privatisierung von Gesundheit ist f\u00fcr die Zukunft der Sozialsysteme von hoher Relevanz. Mit dem R\u00fcckgang in der Stabilit\u00e4t des gesundheitlichen Versorgungssystems steht die &#8222;Gesundheit&#8220; einer auf demokratischen Grunds\u00e4tzen verfassten Gesellschaft auf dem Spiel&lt;&lt;<\/p>\n<p>Allen voran \u2013 positioniert sich die FDP weiterhin lautstark gegen verbindliche Regelungen seitens der Politik und h\u00e4lt stattdessen die individuelle und unternehmerische Freiheit hoch. Gleichzeitig fordert der ehemalige FDP-Minister <a href=\"https:\/\/www.bpa-arbeitgeberverband.de\/Gremien.581.0.html\" data-wpel-link=\"external\" target=\"_self\" rel=\"nofollow external noopener noreferrer\" title=\"Externer Link: Br\u00fcderle und Pr\u00e4sident des bpa\" class=\"ext-link wpel-icon-right\">Br\u00fcderle und Pr\u00e4sident des bpa<span class=\"wpel-icon wpel-image wpel-icon-6\"><\/span><\/a> Arbeitgeberverband: \u201e<a href=\"https:\/\/www.bpa-arbeitgeberverband.de\/fileadmin\/user_upload\/MAIN-dateien\/Downloads\/bpa-Positionspapier_zur_Reform_der_Pflegeversicherung_Februar_2021.pdf\" class=\"mtli_attachment mtli_pdf ext-link wpel-icon-right\" data-wpel-link=\"external\" target=\"_self\" rel=\"nofollow external noopener noreferrer\" title=\"Externer Link: Eigenanteile senken, wettbewerbliche Ausgestaltung erhalten, Entgeltverhandlungen kl\u00e4ren\">Eigenanteile senken, wettbewerbliche Ausgestaltung erhalten, Entgeltverhandlungen kl\u00e4ren<span class=\"wpel-icon wpel-image wpel-icon-6\"><\/span><\/a>\u201c und f\u00fchrt weiter aus: \u201eWer Markt und Wettbewerb in der Pflege in Frage stellt, versch\u00e4rft die Probleme weiter.\u201c<\/p>\n<ul>\n<li>\n<h3><strong>Mangelverwaltung im Gesundheitsbereich<\/strong><\/h3>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>Wenn man feststellt, dass die demokratische Politik auf dr\u00e4ngende, existenzielle Krisen zu langsam und nicht immer kompetent reagiert, bleibt als Autorit\u00e4t die Wissenschaft. Auf die vielen Gutachten, insbesondere von Prof. Rothgang der Uni Bremen und andere ist hinzuweisen. Es fehlt nicht an den notwendigen Erkenntnissen, es fehlt am konsequenten Umsetzungswillen, an der notwendigen Umsteuerung. Fachkr\u00e4fte aus dem Ausland sind keine Antwort auf die fehlende universit\u00e4re Ausbildung zur \u00dcbernahme der notwendigen Verantwortung.<\/p>\n<p>Der Schutz der Investoren im Gesundheitswesen ist aufzubrechen. Pflegekonzerne d\u00fcrfen nicht weiter bevorzugt werden. Wer eine Leistung anbietet, muss nachweisen, dass er die notwendigen finanziellen Eigenmittel vorh\u00e4lt, Fachkr\u00e4fte auf eigene Kosten zuvor ausgebildet hat oder entsprechende Leistungen aus ureigenen Finanzmitteln aufwendet. Seit Anbeginn m\u00fcssen anerkannte Pflegebed\u00fcrftige bei Inanspruchnahme gewerblicher Pflege eine anteilige Ausbildungsumlage zahlen. Diese betr\u00e4gt im station\u00e4ren Bereich 3 \u2013 6 \u20acuro\/pfleget\u00e4glich. Ist ein \u00a0Markt gegeben, wenn die Grundvoraussetzungen von den Versicherten und sp\u00e4teren Nachfragern gestellt werden und die Preisverhandlungen zu Lasten von 87 % der sp\u00e4ter betroffen Versicherten getroffen werden.<\/p>\n<ul>\n<li>\n<h3><strong>Gesundheit in Eigenverantwortung<\/strong><\/h3>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die qualitativ hochwertige ganzheitliche Versorgung ist nicht in einen freien Markt oder in ein solidarisches Vergabeprinzip eingebettet. Hochwertige Versorgung muss bezahlt werden, private Beitr\u00e4ge und Zusatzaufwendungen sind hier l\u00e4ngst die Regel, nicht mehr die Ausnahme.\u00a0Die verminderte, oft unzureichende gesundheitliche Versorgung betrifft vor allem sozial benachteiligte Bev\u00f6lkerungsgruppen. Das eingeschr\u00e4nkte Solidarsystem f\u00fcr Arbeitnehmer zerf\u00e4llt in der Praxis zusehends. Die B\u00fcrger leisten ihre Zwangsbeitr\u00e4ge im gesetzlich vorgegebenen Rahmen an die Sozialkassen. Die Einrichtungstr\u00e4ger suchen ihre Gewinnm\u00f6glichkeiten direkt und indirekt.<\/p>\n<ul>\n<li>\n<h3><strong>Gesundheit als Verantwortung der Gemeinschaft<\/strong><\/h3>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Fordern wir die Einhaltung der Gesetze<\/strong>. \u00a0\u00a7 8 SGB XI formuliert in Absatz 1: Die pflegerische Versorgung der Bev\u00f6lkerung ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.<\/p>\n<p>(2) Die L\u00e4nder, die Kommunen, die Pflegeeinrichtungen und die Pflegekassen wirken unter Beteiligung des Medizinischen Dienstes eng zusammen, um eine leistungsf\u00e4hige, regional gegliederte, ortsnahe und aufeinander abgestimmte ambulante und station\u00e4re pflegerische Versorgung der Bev\u00f6lkerung zu gew\u00e4hrleisten.\u00a0<\/p>\n<p>Ein Mitwirken bedeutet in Entscheidungen eingebunden sein. Erkennen was die anderen Beteiligten wollen. Ein Mitarbeiten in den gegebenen Freiheiten, der Gesetze im Schutze der freien Marktwirtschaft. Investoren im Gesundheitsbereich nutzen Gesetze gegen gleichberichte Marktteilnehmer, Konkurrenten in vollem Umfang auch gegen sozial versicherte Arbeitnehmer zur Gewinnerzielung.<\/p>\n<p><strong>\u00dcberf\u00e4llige\u00a0 Gesetzes\u00e4nderungen:<\/strong><\/p>\n<p>Bundestagsabgeordnete k\u00f6nnen dies im Gesundheitswesen leicht \u00e4ndern.<\/p>\n<ul>\n<li>Die gr\u00f6\u00dfenabh\u00e4ngige Erleichterung nach dem HGB (\u00a7\u00a7 276ff) sind ersatzlos zu streichen, damit die notwendigen Entgeltverhandlungen auf testierten Zahlen der Einrichtungen erfolgen und nicht im Konzern untergehen. So k\u00f6nnen gleichzeitig die Einhaltungen der Krankenhaus- und Pflegebuchhaltungsverordnungen gew\u00e4hrleistet werden.<\/li>\n<li>Bei den Verhandlungen sind frei gew\u00e4hlte Patienten- \/ Bewohnerbeir\u00e4te mit Rechten am Verhandlungstisch vorzusehen. \u00a7 85 Abs. 3 Satz 2 SGB XI ist umzusetzen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Der Bund ist mit in die Verantwortung zu nehmen, es reicht nicht eine Bundesgesetzgebung ohne entsprechende Verantwortung. L\u00e4nder m\u00fcssen mit den notwendigen Mittel zur Bestandssicherung ausgestattet werden.<\/p>\n<p>Wenn die Parteien und deren Abgeordneten sich nicht kurzfristig, wie im Ampelkoalitionsvertrag versprochen, zu einer sozialen Gesundheitsversorgung in der Legislaturperiode durchringen k\u00f6nnen, m\u00fcssen sie den Versicherten die volle Eigenverantwortung zur\u00fcckgeben und im SGB XI die Sachleistungsm\u00f6glichkeit zu Gunsten der Geldleistung streichen. Geld <a href=\"https:\/\/unser-quartier.de\/oberhausen\/2021\/11\/geld-ist-genug-im-system\/\" data-wpel-link=\"internal\">ist gen\u00fcgend im System<\/a>. Mit der Geldleistung von \u00fcber 66 Mrd. \u20ac kann eine Pflege in der H\u00e4uslichkeit gew\u00e4hrleistet werden. Kein weiteres Geld in Modellversuche, Untersuchungen oder Gutachten aus Geldern der Versicherten.<\/p>\n<p><strong>Den Pflegebed\u00fcrftigen, den pflegenden Angeh\u00f6rigen und Pflegekr\u00e4ften muss die W\u00fcrde und notwendige Anerkennung\u00a0 und Mitsprache zur\u00fcckgegeben werden.<\/strong><\/p>\n<h2><strong>Der Gesetzgeber ist gefordert, das Pflegeversicherungsgesetz (SGB XI) v<\/strong><a href=\"https:\/\/unser-quartier.de\/oberhausen\/2021\/11\/pflegeversicherung-verfassungswidrig\/\" data-wpel-link=\"internal\"><strong>erfassungsgem\u00e4\u00df\u00a0<\/strong><\/a><strong>neu zu gestalten.<\/strong><\/h2>\n<p>Fordern, meckern, ohne Alternativen aufzuzeigen, ist zu wenig. Eine notwendige Mitsprache erfordert verst\u00e4ndliche Informationen und Transparenz durch fachliche und wissenschaftliche Unterst\u00fctzung der Gremienvertreter. Nur Gremienvertreter mit Sachverstand und B\u00fcrgern\u00e4he sind die Garanten der Demokratie. \u00dcberlassen wir unser zuk\u00fcnftiges Wohl nicht &#8222;Lautsprechern&#8220;.<\/p>\n<p><strong>Fordern wir die politische Willensbildung Parteien nach Art. 21 Absatz 1 Grundgesetz ein.<\/strong><\/p>\n<p>Wir sind auf Ihre Kommentare gespannt, auch unter dem Aspekt der Forderung der Wohlfahrtsverb\u00e4nden zu einer &#8222;<a href=\"https:\/\/www.der-paritaetische.de\/presse-und-kampagnen\/pflege-aber-sicher\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow external noreferrer\" data-wpel-link=\"external\" title=\"Externer Link: solidarischen Pflegevollversicherung\" class=\"ext-link wpel-icon-right\">solidarischen Pflegevollversicherung<span class=\"wpel-icon wpel-image wpel-icon-6\"><\/span><\/a>&#8220; bei fehlenden examinierten Pflegekr\u00e4ften.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fordern, meckern, ohne Alternativen aufzuzeigen, ist zu wenig. 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