{"id":3166,"date":"2018-08-14T13:25:18","date_gmt":"2018-08-14T11:25:18","guid":{"rendered":"https:\/\/unser-quartier.de\/oberhausen\/?p=3166"},"modified":"2018-06-24T20:25:54","modified_gmt":"2018-06-24T18:25:54","slug":"kuenstliche-intelligenz-kann-senioren-und-menschen-mit-behinderung-helfen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/unser-quartier.de\/oberhausen\/2018\/08\/kuenstliche-intelligenz-kann-senioren-und-menschen-mit-behinderung-helfen\/sraebiger\/","title":{"rendered":"K\u00fcnstliche Intelligenz kann Senioren und Menschen mit Behinderung helfen"},"content":{"rendered":"<p><strong>An die Tablette denken, einen Kuchen backen oder den L\u00f6ffel zum Mund f\u00fchren: Das k\u00f6nnen Menschen mit Behinderung oft nicht alleine. Digitale Technologien und\u00a0<\/strong><strong>k\u00fcnstliche Intelligenz<\/strong><strong>\u00a0(KI) k\u00f6nnen helfen.<\/strong> <strong>Eine Technologie, die menschliche Denk- und Handlungsprozesse nachbilden soll.\u00a0<\/strong><!--more--><\/p>\n<p>Vorgestellt wurde Billie auf dem 12. Seniorentag in Dortmund. Billie wurde vom Bielefelder Excellenzcluster \u00a0Kognitive Interaktionstechnologie (Citec) entwickelt. Das System steckt noch in der Entwicklung und wurde in der Wohnung einer 74j\u00e4hrigen Rentnerin zum ersten Mal in der Praxis getestet. Zwei Wochen stand der Sekret\u00e4r &#8222;Billie&#8220;, \u00a0ausgestattet mit Lautsprechern, Kameras, Mikros und einem Display, in ihrem Wohnzimmer, dann musste Billie, der digitale Assistent, wieder ausziehen. Untersucht wurde, wie die Kommunikation zwischen der Seniorin und dem digitalen Assistenten klappt.<\/p>\n<p>Smartphones, Alexa, typische moderne Technik\u00a0 junger Menschen. Aber auch gerade f\u00fcr \u00e4ltere Menschen und f\u00fcr Menschen mit Behinderung bietet die moderne Technik gro\u00dfe Chancen: an die Medizin erinnern, Arbeitsschritte erkl\u00e4ren oder die Jalousie herunterfahren. Solche Systeme m\u00fcssen sich allerdings auf besondere Eigenschaften einstellen, \u00fcberdurchschnittlich intuitiv bedienbar sein und vor allem m\u00fcssen sie auch mit sprachlich eingeschr\u00e4nkten Menschen kommunizieren k\u00f6nnen.<\/p>\n<h2>Pflegenotstand: Technische Unterst\u00fctzung ist n\u00f6tig<\/h2>\n<p>Das Citec ist spezialisiert auf Roboter und Avatare, die sich auf den User einstellen und intuitiv bedienbar sind. Schon jetzt gibt es schlie\u00dflich zu wenig Pflegepersonal \u2013 und die Gesellschaft wird immer \u00e4lter. Derzeit sollten wir davon ausgehen: Ohne solche technischen Hilfsmittel wird es langfristig in der Pflege nicht gehen. Wer die Presse verfolgt, stellt fest: es wird zunehmend schwieriger qualifiziertes Personal zu finden.<\/p>\n<p>Die Forscher vom Citec entwickeln ihre Systeme in enger Absprache mit den Bethel-Mitarbeitern Bielefeld und den Menschen, die dort betreut werden. Stefan Kopp leitet am Citec die\u00a0<a href=\"https:\/\/scs.techfak.uni-bielefeld.de\/\" data-wpel-link=\"external\" target=\"_self\" rel=\"nofollow external noopener noreferrer\" title=\"Externer Link: Arbeitsgruppe Kognitive Systeme und soziale Interaktion\" class=\"ext-link wpel-icon-right\">Arbeitsgruppe Kognitive Systeme und soziale Interaktion<span class=\"wpel-icon wpel-image wpel-icon-6\"><\/span><\/a>\u00a0und Albrecht Stangier arbeitet f\u00fcr Bethel am Projekt Kompass<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a>.<\/p>\n<h2>Technik kann bei allt\u00e4glichen einfachen Handlungen helfen<\/h2>\n<p>Citec entwickelt eine Menge Helferlein, einen intelligenten Waschtisch, eine intelligente Brille und verschiedene Sensoren. \u00a0Noch ist es Utopie: Wenn ein demenzkranker Nutzer die Zahnb\u00fcrste ohne Zahnpasta zum Mund f\u00fchrt,\u00a0 soll\u00a0 der Waschtisch das merken und\u00a0 entsprechende Hinweise geben. Die Brille erinnert zum Beispiel beim Kuchenbacken an einzelne Arbeitsschritte. Senioren mit Demenz oder Menschen mit kognitiven Beeintr\u00e4chtigungen sollen damit selbstst\u00e4ndig Z\u00e4hneputzen oder Kochen k\u00f6nnen. F\u00fcr einfache Handgriffe w\u00e4re dann kein Pflegepersonal mehr n\u00f6tig und die Menschen k\u00f6nnten l\u00e4nger selbstst\u00e4ndig leben und in ihrem gewohnten Zuhause bleiben.<\/p>\n<p>Auch die Wirtschaft hat inzwischen das Potenzial von Technik erkannt, um Menschen mit eingeschr\u00e4nkten F\u00e4higkeiten im Alltag zu helfen: Wir erkennen die K\u00fcnstliche Intelligenz oft nicht. Beim Fotografieren werden Verwackler mit dem Smartphone \u00a0ausgeglichen \u2013 damit kann etwa der an Parkinson Erkrankte trotz zitternder H\u00e4nde und Arme scharfe Fotos machen. Eine App kann Texte vorlesen, Farben beschreiben, Freunde erkennen. Billie, der vom Citec entwickelte digitale Assistent, ist im Moment quasi ein sprechender Kalender. Er speichert Termine und erinnert daran zur richtigen Zeit die Tabletten zu nehmen, die T\u00fcr abzuschlie\u00dfen oder.. Wer denkt da nicht an Alexa oder auch Siri.<\/p>\n<p><strong>Sparse Data statt Big Data\u00a0\u00a0 <\/strong><\/p>\n<p>Google baut Systeme f\u00fcr den Massenmarkt, wo die Daten landen ist ungewiss \u2013 Billie soll nicht mit der unbekannten Au\u00dfenwelt arbeiten, sondern mit Senioren oder Menschen mit Behinderung. Es sind keine gro\u00dfe Datenmengen gefragt, sondern die gesammelte muss auch auf Wissen zur\u00fcckgreifen.\u201c Die Forscher vom Citec arbeiten dabei nicht mit\u00a0<a href=\"https:\/\/t3n.de\/tag\/big-data\" data-wpel-link=\"external\" target=\"_self\" rel=\"nofollow external noopener noreferrer\" title=\"Externer Link: Big Data,\" class=\"ext-link wpel-icon-right\">Big Data,<span class=\"wpel-icon wpel-image wpel-icon-6\"><\/span><\/a> sondern mit Sparse Data, mit wenigen Daten aus der gerade laufenden Interaktion.\u00a0Die Basis sind Strukturen \u2013 die Forscher suchen nach Mustern, wie Dialoge in bestimmten Situationen funktionieren. Das Ziel ist, Interaktionsintelligenz in Maschinen zu bringen.<\/p>\n<p>Dass Billie wirklich irgendwann Menschen beim selbstst\u00e4ndigen Leben im Alter hilft, ist keine Utopie: Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe plant Geb\u00e4ude f\u00fcr innovative Lebenskonzepte f\u00fcr Senioren, die gemeinsam in sogenannten Quartieren leben. Die Technik werden wir aufmerksam begleiten.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> <a href=\"https:\/\/scs.techfak.uni-bielefeld.de\/kompass\/\" data-wpel-link=\"external\" target=\"_self\" rel=\"nofollow external noopener noreferrer\" title=\"Externer Link: https:\/\/scs.techfak.uni-bielefeld.de\/kompass\/\" class=\"ext-link wpel-icon-right\">https:\/\/scs.techfak.uni-bielefeld.de\/kompass\/<span class=\"wpel-icon wpel-image wpel-icon-6\"><\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>An die Tablette denken, einen Kuchen backen oder den L\u00f6ffel zum Mund f\u00fchren: Das k\u00f6nnen Menschen mit Behinderung oft nicht alleine. Digitale Technologien und\u00a0k\u00fcnstliche Intelligenz\u00a0(KI) k\u00f6nnen helfen. 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