<style type="text/css">a[data-mtli~="mtli_filesize603kB"]:after {content:" (603 kB)"}</style><style type="text/css">a[data-mtli~="mtli_filesize603kB"]:after {content:" (603 kB)"}</style>{"id":3490,"date":"2021-11-01T12:12:04","date_gmt":"2021-11-01T11:12:04","guid":{"rendered":"https:\/\/unser-quartier.de\/oberhausen\/?p=3490"},"modified":"2021-11-02T17:42:17","modified_gmt":"2021-11-02T16:42:17","slug":"das-versagen-in-der-pflege","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/unser-quartier.de\/oberhausen\/2021\/11\/das-versagen-in-der-pflege\/uwiemann\/","title":{"rendered":"Das Versagen in der Pflege"},"content":{"rendered":"<h2>\u00dcbergabe der Verantwortung<\/h2>\n<h3><a name=\"_Toc86160613\"><\/a><span style=\"font-family: 'AOKBuenosAiresText',serif; color: #293033; background: white;\">\u00dcber Vier F\u00fcnftel (83 %) der Pflegebed\u00fcrftigen wurden im Jahre 2020 zu Hause versorgt, die meisten von ihren Angeh\u00f6rigen. Nicht umsonst werden pflegende Angeh\u00f6rige als &#8222;gr\u00f6\u00dfter Pflegedienst der Nation&#8220; bezeichnet.<\/span><\/h3>\n<p>Im wei\u00dfen Licht eines Dienstzimmers sitzt und steht eine Handvoll Pflegerinnen und Pfleger zusammen, die einen kommen, die anderen gehen, sie tauschen die notwendigen Neuigkeiten aus, gute Nachrichten, und schlechte Nachrichten. Dass sie ihre Arbeit hernach in langen Checklisten dokumentieren m\u00fcssen, raubt ihnen Zeit und Nerven, geh\u00f6rt aber l\u00e4ngst als Pflicht dazu. Wenn etwas nicht erfasst wurde, ist \u00c4rger mit Einrichtungsleitung wegen der Pflegekasse programmiert, jeder Handgriff ist im deutschen System und hat einen exakten Wert in Cent und Euro. Es werden, w\u00e4hrend Menschen zu pflegen sind, Erbsen gez\u00e4hlt. Leicht ist das alles nicht. So wird es in den Medien verbreitet, es ist tradiertes NARRATIV.<\/p>\n<p><strong>Richtig ist:<\/strong> Pflegedokumentationen werden in der EDV erfasst. Die monatliche Abrechnung erfolgt in station\u00e4ren Einrichtungen nach Anwesenheits- und Abwesenheitstagen, nicht nach t\u00e4glich erfassten Einzelt\u00e4tigkeiten.<\/p>\n<blockquote>\n<p><strong>Wer schreibt der bleibt<\/strong><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Das deutsche System der Altenpflege ist in seiner Anlage ein Wunder nach Art der biblischen Speisung der F\u00fcnftausend. In der Bibel reichen zwei Fische und f\u00fcnf Brote, um am See Genezareth eine gro\u00dfe Menschenmenge satt zu machen. In Deutschland reichen seit Jahrzehnten \u00f6ffentliche Ausgaben im Umfang von rund einem Prozent der Wirtschaftsleistung, um eine stetig wachsende Zahl Bed\u00fcrftiger zu pflegen. V\u00f6llig egal, ob <strong>zwei Millionen Menschen Unterst\u00fctzung brauchen wie im Jahr 2016 oder <a href=\"https:\/\/www.bundesgesundheitsministerium.de\/fileadmin\/Dateien\/3_Downloads\/Statistiken\/Pflegeversicherung\/Zahlen_und_Fakten\/Zahlen_und_Fakten_der_SPV_Juni_2021_bf.pdf\" class=\"mtli_attachment mtli_pdf ext-link wpel-icon-right\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow external noreferrer\" data-wpel-link=\"external\" title=\"Externer Link: 4,57 Millionen wie im Jahr 2020\">4,57 Millionen wie im Jahr 2020<span class=\"wpel-icon wpel-image wpel-icon-6\"><\/span><\/a>, der Pflegekassenanteil bleibt gleich. So geht jedenfalls die Theorie.<\/strong> Aber in der Praxis gibt es solche Wunder nicht.<\/p>\n<p>In der Praxis hat sich ein &#8222;staatsseitig&#8220; stark unterfinanziertes System ausgebildet, dessen L\u00f6cher die Gepflegten selbst, ihre Angeh\u00f6rigen, ihre Familien st\u00e4ndig mit frischem Geld stopfen m\u00fcssen. Es ist ein System, das verantwortungsvolle Pflegeheimbetreiber zwingt, jeden Cent zweimal umzudrehen oder aber kr\u00e4ftig bei den Kunden hinzulangen. Alle Budgets sind derart auf Kante gen\u00e4ht, dass in manchen Heimen Windeln und Klopapierrollen rationiert werden. Es wird Outsourcing ( Auslagerung bezeichnet in der \u00d6konomie die Abgabe von Unternehmensaufgaben) um jeden Preis betrieben, jede Dienstleistung muss so billig sein wie nur irgend m\u00f6glich.<\/p>\n<p><strong>Niemand, au\u00dfer den jeweils zust\u00e4ndigen Sozialministern, bestreitet im Ernst, dass das vom Staat f\u00fcr die Pflege aufgewandte Geld, f\u00fcr den stets so salbungsvoll formulierten humanen Auftrag, hinten und vorn nicht reicht. Es ist nicht einmal \u00fcbertrieben zu sagen, dass sich der deutsche Staat keineswegs, wie ein g\u00fctiger Vater verh\u00e4lt, sondern wie ein <span style=\"text-decoration: underline;\">Geizkragen<\/span>, der mit der Pflege der Alten nichts zu tun haben will. Gew\u00e4hlte Vertreter in Land und <a href=\"https:\/\/unser-quartier.de\/oberhausen\/files\/2019\/12\/Pflegebed%C3%BCrftige-2017-zu-Hause-sr-1.pdf\" class=\"mtli_attachment mtli_pdf\" data-mtli=\"mtli_filesize603kB\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" data-wpel-link=\"internal\">Kommunen<\/a> schauen weiter weg.<\/strong><\/p>\n<p>Die gro\u00dfe Pflegereform von 1994\/95 (Die Bl\u00fcm-Reform) nahm den Staat als Planer und Verantwortlichen aus dem Spiel und \u00fcbereignete die Pflege dem Geist der damaligen Zeit (Walter Lippmann 1938) gehorchend den Kr\u00e4ften des Marktes. Die neue Pflegekasse, als Anh\u00e4ngsel der jeweiligen Krankenkassen, handelte von nun an mit Heimbetreibern und Ambulanzanbietern aus, wie die Milliarden, <strong>neu<\/strong> aufgebracht von den Arbeitnehmern und zur Entlastung des Staates in den Sozialausgaben, aus der sozialen Pflegeversicherung (SGB XI) zu verteilen sind.<\/p>\n<p>Gut war es von Anfang an nicht. Die Entscheidung, den Pflegemarkt als teils staatlich in Form der Anstalt \u00f6ffentlichen Rechtes (A\u00d6R), teils privat finanziertes Zwitterwesen zu etablieren, dass sich auch noch selbst verwalten soll, sorgt aus der Sicht der Versicherten als endloses Tohuwabohu. Die theoretisch getrennten Pflegekassen (SGB XI) und Krankenkassen (SGB V) bewegen sich gemeinsam durch eine tr\u00fcbe Grauzone, in der niemand mehr die Hand vor Augen sieht. Wenn ein alter Mensch, was am Lebensende ja vorkommt , zwischen Pflegeheim und Krankenkassen hin und hergeschickt wird, muss f\u00fcr ihn mal die eine, mal die andere Kasse zahlen, man stelle sich allein den Verwaltungsaufwand vor, geschweige denn die M\u00f6glichkeiten zum Missbrauch der Leistungserbringer.<\/p>\n<p><strong>Vorrangig am Geld und an Kostenkontrolle orientiert, verfehlt es die Menschen, f\u00fcr die es nach dem Gesetzestext gedacht ist. <\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Die pflegebed\u00fcrftigen Alten, die sich unw\u00fcrdigen Begutachtungen zur Bestimmung ihres Pflegegrads unterziehen m\u00fcssen, um mit dem System um ein paar Hundert Euro zu feilschen.<\/li>\n<li>Danach die\n<ul>\n<li>Familien und vor allem die Frauen, die aufgrund eines \u00fcberkommenen Familien- und Rollenbilds in Deutschland als Angeh\u00f6rige (2.1 Millionen in 2019 ohne ambulante Hilfe) weiter in die L\u00fccken springen m\u00fcssen.<\/li>\n<li>\u00fcber eine Million Besch\u00e4ftigten, die als station\u00e4re (796.489) und ambulante (421.550) Pflegerinnen und Pfleger unter den gegebenen Umst\u00e4nden kaum anders, denn als Ausgebeutete, zu bezeichnen sind.<\/li>\n<li>Arbeitnehmer, die eine Pflichtversicherung mit Beitr\u00e4gen speisen m\u00fcssen, deren (Teil-)Leistungen insgesamt v\u00f6llig inakzeptabel sind.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Es braucht keine weitere Reform, es braucht einen Neuanfang.\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Ein entscheidender Weckruf \u201eDie 24-Stunden-Pflege ger\u00e4t ins Wanken\u201c. So wurde ein Urteil des Bundesarbeitsgerichts vom Juli 2021 in der Presse kommentiert, darf nicht l\u00e4nger ignoriert werden.<\/p>\n<h2><strong><a href=\"https:\/\/www.westendverlag.de\/buch\/wir-wollen-unsere-zukunft-zurueck\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow external noreferrer\" data-wpel-link=\"external\" title=\"Externer Link: Wir wollen unsere Zukunft zur\u00fcck\" class=\"ext-link wpel-icon-right\">Wir wollen unsere Zukunft zur\u00fcck<span class=\"wpel-icon wpel-image wpel-icon-6\"><\/span><\/a>.<\/strong><\/h2>\n<p><strong>Eine Bundesregierung, die seine Alten geringsch\u00e4tzt, hat keine Zukunft.<\/strong><\/p>\n<h2>Wo bleibt die Verantwortung der Gew\u00e4hlten?<\/h2>\n<h3>&#8222;Pflegeversicherung verfassungswidrig<strong>&#8220;\u00a0 <span style=\"text-decoration: underline;\">Beitrag folgt<\/span><\/strong><\/h3>\n<p>***************************<\/p>\n<p><strong>W<\/strong>aren die Informationen hilfreich, sagen Sie es weiter. Kritik und Anregungen erbitten wir direkt an uns.<\/p>\n<p><strong>W<\/strong>ollen Sie keinen Beitrag verpassen, abonnieren Sie den, <a href=\"https:\/\/unser-quartier.de\/oberhausen\/service\/newsletter\/\" data-wpel-link=\"internal\">kostenfreie Newsletter<\/a>.\u00a0 Welche Themen sollen wir <a href=\"https:\/\/unser-quartier.de\/oberhausen\/service\/newsletter\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" data-wpel-link=\"internal\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-12553\" src=\"https:\/\/unser-quartier.de\/oberhausen\/files\/2021\/02\/newsletter-150x111.jpg\" alt=\"\" width=\"70\" height=\"52\" srcset=\"https:\/\/unser-quartier.de\/oberhausen\/files\/2021\/02\/newsletter-150x111.jpg 150w, https:\/\/unser-quartier.de\/oberhausen\/files\/2021\/02\/newsletter.jpg 220w\" sizes=\"auto, (max-width: 70px) 100vw, 70px\" \/><\/a>aufnehmen? Hinweise f\u00fcr Senioren, Veranstaltungen etc., nehmen wir gerne auf.<\/p>\n<p><strong>H<\/strong>elfen wir uns mit RAT und TAT unentgeltlich, ohne Werbung gegenseitig.<\/p>\n<p><strong>Wir<\/strong> sind unabh\u00e4ngig von Stiftungen, Parteien, Gewerkschaften, Unternehmen und staatlichen Institutionen. Unsere Arbeit k\u00f6nnen Sie mit einem <a href=\"https:\/\/wp.me\/P91Zz0-pb\" data-wpel-link=\"external\" target=\"_self\" rel=\"nofollow external noopener noreferrer\" title=\"Externer Link: Beitrag unterst\u00fctzen\" class=\"ext-link wpel-icon-right\">Beitrag unterst\u00fctzen<span class=\"wpel-icon wpel-image wpel-icon-6\"><\/span><\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00dcbergabe der Verantwortung \u00dcber Vier F\u00fcnftel (83 %) der Pflegebed\u00fcrftigen wurden im Jahre 2020 zu Hause versorgt, die meisten von ihren Angeh\u00f6rigen. Nicht umsonst werden pflegende Angeh\u00f6rige als &#8222;gr\u00f6\u00dfter Pflegedienst der Nation&#8220; bezeichnet. 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