{"id":3944,"date":"2022-07-01T12:12:01","date_gmt":"2022-07-01T10:12:01","guid":{"rendered":"https:\/\/unser-quartier.de\/oberhausen\/?p=3944"},"modified":"2022-01-11T10:12:06","modified_gmt":"2022-01-11T09:12:06","slug":"demenz-iv","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/unser-quartier.de\/oberhausen\/2022\/07\/demenz-iv\/uwiemann\/","title":{"rendered":"Demenz"},"content":{"rendered":"<p><strong>Schl\u00fcssel zum Verstehen von Demenz, oder die Stra\u00dfe der Tr\u00e4ume.<\/strong><\/p>\n<p>Eine Demenz geht weit \u00fcber den Verlust der geistigen F\u00e4higkeiten hinaus. Sie beeintr\u00e4chtigt die Wahrnehmungen, das Verhalten und Erleben der Kranken, das gesamte Sein des Menschen. In der Welt, in der sie leben, besitzen die Dinge und Ereignisse oft eine v\u00f6llig andere Bedeutung als in der Welt der Gesunden. Die Betroffenen vereinsamen innerlich, da ihnen keiner in ihrem Erleben der Welt mehr zu folgen vermag.<\/p>\n<p>Niemand wei\u00df wirklich, wie es in einer an Demenz erkrankten Person aussieht, denn nur im Anfangsstadium der Krankheit k\u00f6nnen sich die Betroffenen selbst mitteilen. Sp\u00e4ter m\u00fcssen die Angeh\u00f6rigen erf\u00fchlen, wie es dem kranken Menschen geht, was er ben\u00f6tigt und was ihm guttut.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Betreuenden bedeutet das, dass sie sich in die Welt der Kranken begeben m\u00fcssen, um von ihnen verstanden zu werden. Um in Kontakt mit ihnen zu bleiben, m\u00fcssen sie sich in deren Situation einf\u00fchlen und auf diese Weise mit ihnen in Verbindung treten.<\/p>\n<p>Der Schl\u00fcssel f\u00fcr etliche Verhaltensweisen von Menschen mit Demenz liegt in ihrer Biografie verborgen. Einschneidende Erlebnisse, pers\u00f6nliche \u00c4ngste und Charaktereigenschaften der Betroffenen zu kennen, hei\u00dft, sie auch w\u00e4hrend der Krankheit besser zu verstehen. Deshalb k\u00f6nnen nahe Angeh\u00f6rige das Verhalten der Kranken meist am besten verstehen.<\/p>\n<p>Die Schwierigkeit, sich Dinge zu merken, steht in der Regel am Beginn einer Demenzerkrankung. Den Betroffenen gelingt es nicht mehr, neue Informationen im Langzeitged\u00e4chtnis zu speichern sie vergessen Termine, verlegen Gegenst\u00e4nde oder erinnern sich nicht an die Namen entfernter Bekannter. Die Kranken bemerken ihre Leistungsverluste meist schneller als alle anderen. Oft geraten sie aufgrund ihrer Ged\u00e4chtnisl\u00fccken v\u00f6llig durcheinander und f\u00fchlen sich gedem\u00fctigt und besch\u00e4mt. Mithilfe von Merkzetteln oder durch Zur\u00fcckhaltung in Gespr\u00e4chen versuchen sie, ihre Vergesslichkeit zu verbergen, Hobbys werden aus vorgeschobenen Gr\u00fcnden aufgegeben, Fehler abgestritten und Angeh\u00f6rige etwa beschuldigt, Geld weggenommen zu haben.<\/p>\n<p>Im weiteren Krankheitsverlauf sind sich die Betroffenen ihrer Ged\u00e4chtnisprobleme immer weniger bewusst. Das Leiden an den Folgen wie beispielsweise dem Verlust von Unabh\u00e4ngigkeit bleibt aber bestehen. Zur\u00a0 schwindenden Merkf\u00e4higkeit tritt ein fortschreitender Ged\u00e4chtnisabbau, zunehmend verblassen auch bereits eingepr\u00e4gte Inhalte des Langzeitged\u00e4chtnisses. In der Folge wird das logische Denken beeintr\u00e4chtigt, gehen erworbene F\u00e4higkeiten verloren und nimmt das Sprachverm\u00f6gen ab. Am Ende verlieren die Betroffenen schlie\u00dflich das Wissen dar\u00fcber, wer sie waren und wer sie sind.<\/p>\n<p>In fehlenden Erinnerungen liegt h\u00e4ufig der Grund f\u00fcr das unverst\u00e4ndliche Verhalten der Erkrankten: Wer sich nicht mehr an die Person erinnert, die einem gerade aus den Kleidern helfen m\u00f6chte, wird sie als Zumutung f\u00fcr seine Intimsph\u00e4re empfinden und sie unter Umst\u00e4nden beschimpfen oder sich weigern, sich auszuziehen. Versetzt man sich jedoch in die Welt der Kranken, ist dies durchaus eine verst\u00e4ndliche Reaktion. Durch angemessene Reaktionen wie praktische Hilfe der Angeh\u00f6rigen k\u00f6nnen die negativen Folgen der Ged\u00e4chtnisst\u00f6rungen f\u00fcr die Betroffenen zumindest gemildert werden.<\/p>\n<p><strong>1. Halten Sie biografische Erinnerungen des Menschen lebendig. Schauen Sie sich beispielsweise gemeinsam alte Fotos an.<\/strong><\/p>\n<p><strong>2. Eine gleichbleibende Umgebung und ein strukturierter Tagesablauf mindern die Probleme, die durch Ged\u00e4chtnisst\u00f6rungen auftreten.<\/strong><\/p>\n<p><strong>3. Im Anfangsstadium der Krankheit k\u00f6nnen Notizen ( zum Beispiel Tagebucheintr\u00e4ge ) oder etwa Schilder an T\u00fcren helfen, das Erinnerungsverm\u00f6gen zu st\u00fctzen.<\/strong><\/p>\n<p><strong>4. Lassen Sie vergessene Informationen wie das aktuelle Datum oder Namen unauff\u00e4llig ins Gespr\u00e4ch einflie\u00dfen.<\/strong><\/p>\n<p><strong>5. Nehmen Sie das Verhalten nicht pers\u00f6nlich etwa, wenn die erkrankte Person Ihren Namen vergisst<\/strong><\/p>\n<p><strong>6. Vermeiden Sie Gehirntraining durch regelm\u00e4\u00dfiges Abfragen. Da die Vergesslichkeit nicht mehr r\u00fcckg\u00e4ngig gemacht werden kann, sind solche unprofessionellen \u00dcbungen lediglich qu\u00e4lend und besch\u00e4mend.<\/strong><\/p>\n<p><strong>7. Verzichten Sie auf Korrekturen von Fehlleistungen, wann immer das m\u00f6glich ist, da diese die erkrankte Person beunruhigen und besch\u00e4men.<\/strong><\/p>\n<blockquote>\n<p>\u00dcber Demenz zu sprechen oder zu schreiben ist nicht einfach. Denn sie nimmt uns die Menschen, die wir lieben, und legt sich wie Nebel \u00fcber die Erinnerung.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>&#8222;Manchmal stelle ich mir seltsame Fragen. Wenn ich keine Frau mehr bin, warum f\u00fchle ich mich wie eine? Wenn das Festhalten keinen Sinn mehr hat, weshalb will ich es denn mit aller Gewalt? Wenn meine Sinne nicht mehr empfinden, warum genie\u00dfe ich dann immer noch das Gef\u00fchl von Satin und Seide auf meiner Haut? Wenn ich nicht mehr sensibel bin, weshalb bringen bewegende Liedertexte Saiten in mir zum Klingen? Jedes einzelne Molek\u00fcl in mir scheint in die Welt herauszuschreien, das ich existiere und dass diese Existenz f\u00fcr irgendeinen Menschen von Wert sein muss. &#8220;\u00a0 Diana Friel McGowin 1994 US-amerikanische Autorin und Alzheimer-Patientin<\/p>\n<p>In NRW leben wie auch in der ganzen Republik immer mehr \u00e4ltere Menschen. Das ist eine Folge der demographischen Entwicklung. Berechnungen zeigen: Die Zahl der Menschen \u00fcber 80 Jahre wird bis zum Jahr 2030 auf um 80 Prozent und mehr zunehmen.<\/p>\n<p>In Deutschland leben epidemiologischen Studien aus 2017 zufolge etwa 1,7 Millionen Menschen mit Demenz. Hiervon wohnen mehr als 240.000 betroffene M\u00e4nner und Frauen in Bayern. Bis zum Jahr 2030 soll sich diese Zahl in Bayern auf mehr als 300.000 erh\u00f6hen. Die Regierung im Freistaat hat als erste den neuen Ansatz der Bundesregierung <a href=\"https:\/\/www.wegweiser-demenz.de\/meta-navigation\/leichte-sprache.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow external noreferrer\" data-wpel-link=\"external\" title=\"Externer Link: &lt;img loading=&quot;lazy&quot; decoding=&quot;async&quot; class=&quot;alignnone wp-image-12204&quot; src=&quot;https:\/\/unser-quartier.de\/oberhausen\/files\/2021\/01\/Wegweiser-Demenz.jpg&quot; alt=&quot;&quot; width=&quot;167&quot; height=&quot;28&quot; srcset=&quot;https:\/\/unser-quartier.de\/oberhausen\/files\/2021\/01\/Wegweiser-Demenz.jpg 250w, https:\/\/unser-quartier.de\/oberhausen\/files\/2021\/01\/Wegweiser-Demenz-150x25.jpg 150w&quot; sizes=&quot;auto, (max-width: 167px) 100vw, 167px&quot; \/&gt;\" class=\"ext-link\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-12204\" src=\"https:\/\/unser-quartier.de\/oberhausen\/files\/2021\/01\/Wegweiser-Demenz.jpg\" alt=\"\" width=\"167\" height=\"28\" srcset=\"https:\/\/unser-quartier.de\/oberhausen\/files\/2021\/01\/Wegweiser-Demenz.jpg 250w, https:\/\/unser-quartier.de\/oberhausen\/files\/2021\/01\/Wegweiser-Demenz-150x25.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 167px) 100vw, 167px\" \/><\/a> aufgenommen. Wie sieht es\u00a0 im dichtbesiedelten des Landesvaters Laschet in\u00a0 NRW aus.\u00a0 Wir fordern rechtzeitig zur n\u00e4chsten Landtagswahl ein<\/p>\n<p><strong>Fazit: In Deutschland k\u00f6nnte das Plus der Demenzf\u00e4lle bis 2050 bei 65 Prozent liegen.<\/strong><\/p>\n<p>In den kommenden drei Jahrzehnten k\u00f6nnte sich die Zahl weltweiter Demenzf\u00e4lle fast verdreifachen. Das geht aus einer Gesundheitsstudie hervor, die in der <span style=\"text-decoration: underline;\">Fachzeitschrift The Lancet Public Health ver\u00f6ffentlicht wurde.<\/span> Ihr zufolge k\u00f6nnten im Jahr 2050 rund 153 Millionen Menschen mit Demenz leben, gegen\u00fcber 57 Millionen im Jahr 2019. F\u00fcr <span style=\"text-decoration: underline;\">Deutschland sagen die Forscher einen Zuwachs von 65 Prozent voraus, was unter dem Durchschnitt in Westeuropa liegen w\u00fcrde.<\/span> Schon im vergangenen Jahr (2021) hatte die <strong>Weltgesundheitsorganisation (WHO) davor gewarnt, dass die Zahl der Demenzkranken in den kommenden zehn Jahren global rasant zunehmen werde.<\/strong> Einer der Hauptgr\u00fcnde daf\u00fcr sei die steigende Lebenserwartung. Mit dem Alter erh\u00f6ht sich das Risiko f\u00fcr Demenz. Dieser Oberbegriff beschreibt das Symptombild einer ganzen Reihe von meist fortschreitenden Krankheiten, welche die Leistungsf\u00e4higkeit des Gehirns beeinflussen, zu den h\u00e4ufigsten und bekanntesten geh\u00f6rt die Alzheimer-Demenz. <span style=\"text-decoration: underline;\">Laut WHO ist Demenz derzeit die siebth\u00e4ufigste Todesursache weltweit und eine der Hauptursachen f\u00fcr Pflegebed\u00fcrftigkeit \u00e4lterer Menschen. <\/span>Umso alarmierender erscheinen nun die Vorhersagen, welche ein Team internationaler Wissenschaftler f\u00fcr die regelm\u00e4\u00dfig erscheinende Global Burden of Disease Studie modelliert hat. Einen besonders hohen Anstieg erwarten die Wissenschaftler etwa in Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten, Japan werde die geringsten Zuw\u00e4chse verzeichnen.<span style=\"text-decoration: underline;\"> F\u00fcr Westeuropa erwarten die Studienauroren einen Anstieg der F\u00e4lle um 74 Prozent, von fast acht Millionen 2019 auf knapp 14 Millionen 2050. Niedrigere Anstiegsraten seien hier f\u00fcr Griechenland (45 Prozent), Italien (56 Prozent), Finnland (58 Prozent), Schweden (62 Prozent), aber auch Deutschland zu erwarten. <\/span>Die Zahl der Demenzkranken werde hierzulande von knapp 1,7 Millionen im Jahr 2019 auf knapp 2,8 Millionen im Jahr 2050 ansteigen.<\/p>\n<p><strong><b>Geriatrie- und Demenzkonzept<\/b><\/strong> Unsere Vorstellungen lesen Sie demn\u00e4chst hier<\/p>\n<p>********************<\/p>\n<p><strong>W<\/strong>aren die Informationen hilfreich, sagen Sie es weiter. Kritik und Anregungen erbitten wir direkt an uns.<\/p>\n<p><strong>W<\/strong>ollen Sie keinen Beitrag verpassen, abonnieren Sie den, <a href=\"https:\/\/unser-quartier.de\/oberhausen\/service\/newsletter\/\" data-wpel-link=\"internal\">kostenfreie Newsletter<\/a>.\u00a0 Welche Themen sollen wir aufnehmen? Hinweise f\u00fcr Senioren, Veranstaltungen etc., nehmen wir gerne auf.<\/p>\n<p><strong>H<\/strong>elfen wir uns mit RAT und TAT unentgeltlich, ohne Werbung gegenseitig.<\/p>\n<p><strong>Wir<\/strong> sind unabh\u00e4ngig von Stiftungen, Parteien, Gewerkschaften, Unternehmen und staatlichen Institutionen. Unsere Arbeit k\u00f6nnen Sie mit einem <a href=\"https:\/\/wp.me\/P91Zz0-pb\" data-wpel-link=\"external\" target=\"_self\" rel=\"nofollow external noopener noreferrer\" title=\"Externer Link: Beitrag unterst\u00fctzen\" class=\"ext-link wpel-icon-right\">Beitrag unterst\u00fctzen<span class=\"wpel-icon wpel-image wpel-icon-6\"><\/span><\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schl\u00fcssel zum Verstehen von Demenz, oder die Stra\u00dfe der Tr\u00e4ume. Eine Demenz geht weit \u00fcber den Verlust der geistigen F\u00e4higkeiten hinaus. Sie beeintr\u00e4chtigt die Wahrnehmungen, das Verhalten und Erleben der Kranken, das gesamte Sein des Menschen. 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