Seniorenrat erreicht Zugeständnisse der Sparkasse

von Bernd Schumacher, 1. Vorsitzender

Der Vorstand des Seniorenrats vertreten durch den Vorsitzenden Bernd Schumacher und die Stellvertreterin Gudrun Schauerte, führten Gespräche mit dem Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse Düren Herrn Uwe Willner sowie dessen Mitarbeiter Herrn Dirk Hürtgen, Leiter Kundenkommunikation. Ziel war es, eine Schließung der Filialen Birkesdorf und Gürzenich zu verhindern. Dies war jedoch auf Grund der Kürze der Zeit und vor allem nach dem bereits gefassten Beschluss u.a. durch die Politik, nicht mehr zu verhindern.

von links: Herr Hürtgen, Herr Willner, Herr Schumacher

Somit war es den Vertretern des Seniorenrats wichtig, sich mit der Sparkasse auf ein Maßnahmenbündel zu verständigen, dass die Folgen der Filialschließungen für ältere Menschen und Menschen mit Migrationshintergrund abfedert.

Sicher ist es verständlich, dass auf Grund der allgemeinen wirtschaftlichen Situation der Banken in Zeiten der „Nullzinspolitik“ auch die Sparkasse Düren gezwungen ist, entsprechende Maßnahmen zur Kosteneinsparung zu ergreifen. Dazu gehören leider auch Filialschließungen sowie die Bündelung von Aktivitäten an zentralen Punkten. 

Dass dies nicht im Sinne der Verbraucher ist, hat der Seniorenrat der Stadt Düren mit seiner Unterschriftenaktion nachhaltig demonstriert. Es sollte jedoch jedem klar sein, dass dies nicht nur eine Entscheidung der Sparkasse Düren war. Die in den Sparkassen-Gremien vertretenen und von der Bevölkerung gewählten Politiker waren maßgeblich an dem Entschluss beteiligt, da ein Großteil des Sparkassenüberschusses an Kreis und Stadt fließt.

Die Sparkasse Düren hat mit Sicherheit einen öffentlich Auftrag, dem sie selbstverständlich auch nachkommen wird, dies künftig jedoch in veränderter Form, so Uwe Willner.

Da das Rad an dieser Stelle nicht mehr zurückzudrehen ist war es dem Seniorenrat und der Sparkasse ein Anliegen, aus der gegebenen Situation das Beste zu machen.

Seniorenrätin Gerda Schoffers mit kritischen Fragen und Anmerkungen an Herrn Willner

Folgende Maßnahmen werden von der Sparkasse Düren nach Schließung der Filialen ergriffen:

Die Sparkasse Düren setzt künftig eine „Mobile Filiale“ in Birkesdorf jeden Dienstag in der Zeit von 10.30 bis 11.15 Uhr und jeden Donnerstag von 13.45 bis 14.30 ein. 

In Gürzenich jeden Mittwoch von 15.00 Uhr bis 15.30 Uhr und jeden Freitag von 10.15 bis 10.45 Uhr ein.

Das Sparkassenmobil parkt jeweils vor der Sparkassenfiliale. Dies wird den Sparkassenkunden ca. 4 Wochen vorher mit Flyern und Plakaten in den Filialen mitgeteilt.

Die Einsatzzeiten der „Mobilen Filiale“ vor Ort können, sollte sich der Bedarf ergeben, entsprechend verlängert werden.

Den Kunden steht eine Online Banking Hotline in der Zeit von 8.00 bis 18.00 Uhr zur Verfügung, außerdem ist die Service-Hotline der Sparkasse Düren unter 02421 – 127-0 rund um die Uhr zu erreichen.

Die Sparkasse wird alle Kunden der zu schließenden Filialen in einem individuellen Schreiben darüber informieren, welche Möglichkeiten der Kommunikation mit der Sparkasse in Zukunft möglich sind. Über die Hotline ist es u.a. möglich Rechnungen telefonisch überweisen zu lassen.

In dringenden Fällen wird älteren und nicht mehr mobilen Menschen das Bargeld kostenlos nach Hause gebracht.

In der Zeit vor den Filialschließungen stehen den älteren Kunden Mitarbeiter der Sparkasse zur Verfügung, die bei Bedarf Hilfestellung bei der Bedienung der Automaten leisten.

Auf einem noch zu erstellenden Flyer werden die Standorte der Sparkasse Düren in Form einer Landkarte gezeigt. Außerdem erhält der Flyer einen QR-Code, mit dem die Kontaktdaten der Sparkasse direkt in die Adressdatei des Handys geladen werden können.

Die Sparkasse Düren ist dazu bereit, eine vertrauenswürdige Person auf Basis eines Minijobs zu beschäftigen, der älteren Menschen und Menschen mit Migrationshintergrund bei alltäglichen Bankgeschäften Hilfestellung leistet. 

Die Sparkasse Düren ist dazu bereit, ältere Menschen und Menschen mit Migrationshintergrund im Online-Banking zu schulen. 

Bei Bedarf und berechtigten Reklamationen wird sich der Vorstandsvorsitzende, Herr Uwe Willner, persönlich der jeweiligen Angelegenheit annehmen.

Die Sparkasse Düren und der Seniorenrat der Stadt Düren streben künftig eine konstruktive Zusammenarbeit an. Ziel ist es, die Folgen der Filialschließungen so gut wie möglich abzufedern. 

Dies wurde von beiden Seiten auf der Sitzung des Seniorenrats am 22. Juni 2021, die im „Haus der Stadt“ abgehalten wurde, noch einmal bekräftigt. An dieser Sitzung nahm auch der Bürgermeister der Stadt Düren, Frank-Peter Ulrich teil.  Zum Thema „Ältere Menschen und das Online-Banking“ hatte er praktische Beispiele aus der eigenen Familie beizutragen.

Podium Seniorenratssitzung

 

Insgesamt waren alle Beteiligten mit den geschlossenen Kompromissen zufrieden und freuen sich nun auf eine konstruktive Zusammenarbeit.

Die Sitzung wurde vom Vorsitzenden um 16.40 Uhr geschlossen.

 

Der Vorstand

Seniorenrat der Stadt Düren

 

 

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4 Gedanken zu „Seniorenrat erreicht Zugeständnisse der Sparkasse“

  1. Nach der Schließung der Geschäftsstellen kommt jetzt Teil II der Geldschöpfung. Die Sparkasse Düren wird – wie aus gut unterrichteten Kreisen bekannt wurde – absehbar einen Negativzins, oder wie man es lieber verkauft, ein Verwahrentgeld von 0,50 % p.a. einführen. Es wird alle Kunden betreffen, und zwar egal ob Neu- oder Bestandskunden. Diese Strafzinsen werden ab einem Gesamtguthaben von EUR 25.000,– berechnet. Während andere Institute erst ab 50.000,– bzw. 100.000,– Geld kassieren, gleitet die Sparkasse Düren auf Postbankniveau ab. Auch dort wird ab 25.000,– bereits zugegriffen.

    Auch diese neue Abzocke geschieht natürlich mit Zustimmung der von uns gewählten Volksvertretern.

    Soviel für heute über ehemalige die ‚Bank der Dürener‘.

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    • Nachtrag zum Negativzins:

      Dem Vernehmen nach gilt für BESTEHENDE Sparkonten eine Freigrenze bis zu EUR 100.000,00. Da trifft es sich gut, dass die Kundenberater der Sparkasse Düren in den letzten Jahren das klassische Sparkassenbuch als uncool dargestellt haben und viele Kunden in das ‚modernere‘ Geldmarktkonto überführt haben. In Folge hat das unbestritten flexibere Geldmarktkonto dem Sparkonto den Rang abgelaufen. Aus Kundensicht kann man nur sagen, dumm gelaufen.

      Als Begründung für die Einführung des Negativzins wird von den Sparkassen und Banken gerne die EZB angeführt. Ja, die EZB verlangt von den Banken den Negativzins. Aber dennoch, fällt z.B. der Sparkasse Düren nichts Besseres ein, als die Geldanlagen Ihrer Kunden bei der EZB einzuzahlen ? Warum nutzt sie nicht andere Anlagemöglichkeiten oder kommt einfach ihrem satzungsgemäßem Auftrag nach und versorgt in ihrem Geschäftsgebiet Privat- und Geschäftskunden mit günstigen Krediten ? Ich denke, sie macht es, aber die EZB-Ausrede ist so schön griffig.

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  2. Hier trieft mal wieder das Sprichwort zu : Dessen Brot ich esse, dessen Lied ich singe !
    Nur weil der Jahres Überschuss, den die Stadt und der Kreis erhält, um 500 000 € im Vorjahr
    geringer war, hat die Politik den Schließungen zugestimmt.

    Peter Vogt
    Düren – Gürzenich
    Kommgartenweg 27

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  3. Ich will Hoffen, das es so Klappt????
    Irgend wann war das auch mit Zinsen und Kontengebühren auch so .Ich muss immer wieder Feststellen, die Direktoren aller Kassen übernehmen
    nur noch Mappen zum Unterschreiben, aber keine VERANTWOTUNG für die kleinen KUNDEN, aber SIE
    leben ganz Gut.
    DITER PORSCHEN aus Zweibrücken.

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