Resulutionen

Altersarmut – heute und in Zukunft.

Die Altersarmut in unserem Lande nimmt ständig zu, und es gibt immer mehr alte Menschen, die am Rande des Existenzminimums abseits von der Gesellschaft leben. Doch davon will niemand etwas wissen. Diese alten Menschen haben zwar ein Recht auf Hilfe zum Lebensunterhalt durch das Sozialamt, doch viele von ihnen scheuen diesen Bettelgang, weil sie der Meinung sind, die eigenen Kinder könnten zur Zahlung des Lebensunterhalt für die Eltern gezwungen werden. Lieber leben sie in Armut als die Kinder zu belasten. Altersarmut ist weiblich, denn 50 % der Rentner sind Frauen, wovon 33,2 % nur eine Rente von weniger als 630 Mark beziehen. Die Witwen erhalten nur 60 % der Rente ihres verstorbenen Ehegatten, obwohl viele Ausgaben wie Miete und Nebenkosten gleichbleibend sind. Deshalb sind diese Frauen auch größtenteils zum Sozialfall abgestempelt. Die Renten der Frauen sind deshalb so niedrig, weil meistens die Löhne für weibliche Arbeitnehmer bedeutend niedriger waren als für ihre männlichen Kollegen und sie oft die Kindererziehung sowie die Pflege kranker Angehöriger übernahmen. Dadurch bedingt, konnten die Frauen keiner Vollbeschäftigung nachgehen. In Westdeutschland gab es im Gegensatz zum Osten keine Kinderkrippen bzw. – horte, wo die Kinder während der Berufstätigkeit der Mutter hätten betreut werden können. Die Rentner insgesamt müssen sich heute bei einer Erhöhung mit einer Null vor dem Komma begnügen, weil ein Großteil der Gelder aus der Rentenkasse für versicherungsfremde Leistungen, d.h. zweckentfremdet, verwandt worden sind. Vielen Jungen droht ebenfalls Armut im Alter. Vor dieser Gefahr der “ neuen Altersarmut “ wollen wir sie warnen. Durch Arbeitslosigkeit, Billigjobs und/oder unterbrochene Erwerbsbiografien könnten viele jüngere Menschen vor allem in den neuen Bundesländern keine ausreichende Altersvorsorge treffen. Für immer mehr Menschen ist das Alter mit existentiellen Problemen gesundheitlicher, finanzieller und gesellschaftlicher Art verbunden. Selbst gut ausgebildete Arbeitnehmer sind künftig von Altersarmut bedroht, wenn sie sich auf die gesetzliche Rentenversicherung verlassen. Auch für viele Senioren wird im Jahr 2010 das Altersgeld deutlich niedriger sein als heute. Der Seniorenrat der Stadt Düren möchte nachdrücklich auf diese Entwicklung hinweisen und will Aufmerksamkeit wecken, damit in diesem Bereich Öffentlichkeit hergestellt wird.

Düren, den 01.06.2000

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