Es hätte so schön sein können

Karin schaut sich den hübsch gedeckten Kaffeetisch an und überlegt, was noch fehlt. Soll sie doch Platzkärtchen schreiben und sie neben die Gedecke legen? Ach was. Jeder soll sich da hinsetzen, wo er möchte. Sie überlegt wer so alles kommt. Da ist Sigi mit den drei heranwachsenden Enkeln. Gudrun, Sigis Ehefrau, die es mal wieder nicht rechtzeitig schaffte, aus dem Büro zu kommen. Deshalb hat sie abgesagt. Besser ist das, so braucht Karin ihr keine Vorhaltungen über die Erziehung von Jungen machen. Berni kommt mit seiner Uschi. Bei denen wird es langsam Zeit, dass sich Nachwuchs einstellt. Uschis biologische Uhr tickt und tickt, tick, tack. Dann die Freundinnen Helga, Marga, Isolde, Wilma und Martha. Hoffentlich setzen die sich weiter hinten an den Tisch, denn, wenn die ein Gläschen Sekt getrunken haben, dann werden sie laut. Da kann Karin ihr Hörgerät getrost ausschalten. Wen hat sie noch eingeladen? Wer war es noch gleich? Ach ja, der neue Zimmernachbar Herr Schubert, der seit einem Monat hier im Seniorenstift lebt. Er hatte sich riesig über ihre Einladung gefreut. Kaffeeduft steigt ihr in die Nase. Es klopft an die Tür. Karin öffnet ihre Augen. Die Pflegerin Margot lächelt sie an: „Hallo, Frau Müller, aufwachen. Es ist Kaffeezeit. Ich bringe ihnen ihren Kaffee mit einem leckeren  Stück Sahnekuchen. Heute ist doch ihr Geburtstag.“

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