“Dat Mutterklötzchen”

Als Mitglied des “Fördervereins für Bergmannstradition Linker Niederrhein” war ich ehrenamtlich, wie alle anderen ebenfalls pensionierten Kumpels, auf der Grube Bendisberg (Langenfeld, Vordereifel) tätig, um sie als Besucherbergwerk herzurichten. Es arbeitete auch eine Unternehmerfirma vor Ort mit aktiven Bergleuten. Einer dieser Kumpels schnitt mit einer Kettensäge Holzstempel.

Ich sprach ihn an und bat ihn, für mich ein “Mutterklötzchen” zu schneiden. Das wollte ich als Ausstellungsstück für die Zeche Rheinpreußen Schacht IV (Moers) haben.

Ein erstaunter Blick von dem Kumpel, “Mutterklötzchen“, den Ausdruck kannte er nicht. Ich erläuterte ihm, dass die Kumpels in früheren Zeiten vom Grubenholz abgeschnittene Klötze, sogenannte “Mutterklötzchen” zum Anfeuern der Kochöfen von der Zeche mitgenommen haben. Das war dem jungen Mann nun klar. “Wie lang muss den ein “Mutterklötzchen” sein?” fragte er. Ich sagte: “Nimm das “Küppersbusch Maß!” Da traf mich wieder ein erstaunter und von mir erwarteter Blick. Das “Küppersbusch Maß” ist auch den älteren Bergleuten ein wenig bekannter Ausdruck. Die Bergmannsfamilien hatten häufig Kochherde der Firma “Küppersbusch” und deren Feuerung hatte eine Länge von 20 cm. Daher stammt der Ausdruck “Küppersbusch Maß.” Aber diese Erklärung ersparte ich mir und sagte ihm: “Schneide das Klötzchen auf einer Länge von einem halben Fuß, zwei Finger ab.”  Auch das war dem Kumpel unbekannt. Lachend erklärte ihm das der hinzugekommene Steiger.

 Bergleute hatten keine Zollstöcke unter Tage. Da wurde alles mit der Hand, den Fingern oder mit Holzspitzen gemessen. Die kleinste Maßeinheit war die “Schamhaaresbreite.”

Nachdem diese schwierigen Fragen geklärt waren, ergriff der Kumpel seine Kettensäge und schnitt mir mitten aus dem Stempel mein “Mutterklötzchen!” Da kam mir der Spruch von Wilhelm Busch in den Kopf: “Tugend will ermuntert sein, Bosheit kann man von allein!”

Nachdem ich das Mutterklötzchen mit Schießdraht umwickelt hatte, spaltete ich es in bleistiftstarke Hölzchen. Auf einem karierten Handtuch liegend zeigte und erklärte ich es vielen Besuchern der Schachtanlage IV.

Über diese im ganzen Ruhrgebiet bekannten “Mutterklötzchen” gibt es zahllose Geschichten und Geschichtchen.

Es war tatsächlich so, dass die Bergleute diese Mutterklötzchen meistens aus den besten Stücken des Grubenholzes herausschnitten und damit einen großen Schaden anrichteten. In meiner Zeit als Steiger ist mir noch bewusst, dass ein Kumpel sich Mutterklötzchen von einer Spurlatte abgeschnitten hatte. Das war ein Schaden von ca. 50 DM.

Die Mutterklötzchen wurden in ein Handtuch gepackt, der Ausdruck dafür war “Püngel” und so nahm man sie mit nach Hause. In diesem “Püngel” wurde sonst die dreckige Grubenwäsche mitgenommen. Meine Frau schruppte sie auf dem “Dörpel” mit Wasser und dem Schrubber ab, bevor sie gewaschen wurde.

Herzliche Grüße
und ein freundliches Glückauf!

Wolfgang Küppers vom Niederrhein

Wir wohnten auf der Neckarstraße

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