Die Besuchergruppe im Altenheim Lohmar

Die Besuchergruppe im Altenheim Lohmar

Die Mitglieder der Seniorenvertretung und des Vorstandes zur Förderung der Seniorenarbeit in Lohmar (FöS) hatten Gelegenheit, sich über das Altenheim in Lohmar zu informieren. Der Gastgeber, Superintendent Reinhard Bartha, gab einen Überblick über die Entstehung des Bauwerks und zeigte die gelungene Architektur bei einem Rundgang.

Das Altenheim Lohmar wurde als Erweiterung des Ev. Altenheims Wahlscheid errichtet, zunächst im Jahr 2008 in einem ersten Bauabschnitt mit 26 Zimmern. 2015 konnte der 2. Bauabschnitt mit 52 Zimmern eingeweiht werden. Die Bewahrung von Wohnzimmeratmosphäre und Gemütlichkeit ist wichtig für dieses Haus. Die Besucher konnten sich überzeugen, dass dies gelungen ist.

Nachdem bei der Realisierung des 2. Bauabschnitts die Handwerker nicht mehr bereit waren, mit dem Architekten zusammenzuarbeiten und die Arbeiten niederlegten, übernahmen Pfarrer Bartha und Herr Frackenpohl die ungewohnte Aufgaben der Bauleitung, denn der Bau musste fertig gestellt und die Kredite bedient werden. Besonders bemerkenswert ist, dass trotzdem nur eine Bauverzögerung von drei Monaten eingetreten ist und sich die Kostensteigerungen im geplanten Rahmen bewegten. Das ist wohl in erster Linie dem großen Engagement der Beteiligten zu verdanken.

Herr Bartha wies auch auf besondere Probleme bei der Fertigstellung des Bauwerks hin. Zu einen musste der Brandschutz völlig neu konzipiert werden, weil die Vorschriften für Krankenhäuser anzuwenden waren. Das bedeutete, dass nun brandhemmende Elemente für 90 Minuten Feuerfestigkeit anstelle einer Feuerfestigkeit von 30 Minuten eingebaut werden mussten. Zu erfahren war auch von Feuchtigkeitsschäden, die dadurch entstanden waren, dass ein Schlauch eines Handwerkers geplatzt war und deshalb kurz vor der Fertigstellung noch umfangreiche Aufstemm- und Trocknungsarbeiten anfielen. Der Verursacher des Schadens konnte nicht ermittelt werden. Ebenso wurde ein Rohr abgeschnitten, wodurch noch vor der Eröffnung ein Teil des Hauses bei einem Regenguss geflutet wurde.

Die Besuchergruppe konnte sich ein positives Bild von diesem Altenheim machen, das für viele Gäste ein neues Zuhause wurde. „Wenn jemand einen Wein trinken möchte, dann darf er das. Wenn sich die Menschen neu verlieben – auch das kommt vor – dann schieben wir auch die Betten zusammen“, war von Pfarrer Bartha zu hören. Man diene dem Menschen, es sei schließlich keine Anstalt.

In vielen Fällen ist das Wohnen im Altenheim die bessere Lösung, eben ein neues Zuhause, besonders wenn man sich selbst zu Hause nicht mehr um alles kümmern kann.

Die Gänge in der Wohnanlage in  der Hermann-Löns-Straße sind hell und geräumig. Großformatige Bilder mit Wasser-, Stein- und Holzmotiven lassen die einzelnen Ebenen unterscheiden. Um die Ausgestaltung der Räume und Gänge kümmert sich Frau Bartha. Das Kreuz im Foyer wurde von dem Lohmarer Künstler Herbert Döhring-Spengler geschaffen und zeigt Fensterflächen aus der Bartholomäus-Kirche in Wahlscheid.

In Wahlscheid und Lohmar zusammen sind 190 Senioren untergebracht, die von 200 bezahlten Kräften und 70 Ehrenamtlichen betreut werden. Das Haus wird ehrenamtlich von den sieben Vorstandsmitgliedern des Trägervereins geleitet – wie Pfarrer Bartha ausführte – gegen 6 Flaschen Wein im Jahr als Aufmerksamkeit. Der Eigenanteil der Bewohner bewegt sich zwischen 2.500 und 3.000 Euro pro Monat.

Die Personalkosten in beiden Häusern belaufen sich im Jahr auf 10 Millionen Euro, an Kirchensteuern nimmt die Gemeinde rund 500.000 Euro ein. Da es sich bei der ev. Kirchensteuer um eine Ortskirchensteuer handelt, entzieht jeder, der aus der Kirche austritt, unmittelbar seiner Gemeinde das Geld.

Um keinen Leerstand nach der Fertigstellung und damit Verluste zu erwirtschaften, wurden auch Bewerber aus anderen Gemeinden aufgenommen. Um den künftigen Bedarf an Wohnplätzen im Altenheim abzudecken, empfiehlt Pfarrer Bartha ein Altenheim in Birk, das ebenfalls in verschiedenen Bauabschnitten realisiert werden sollte. Die Menschen sollen dort ein neues zu Hause finden, wo sie ihre Freunde und Bekannten haben. Dabei sei eine Größe im Endausbau von max. 80 Zimmern anzustreben.

Menschen aller Konfessionen, auch Konfessionslose sind in den Altenheimen Wahlscheid und Lohmar willkommen. Den Grundstock für das Altenheim Wahlscheid legte Wilhelm Frackenpohl aus Lohmar-Kreuznaaf. Er schenkte am 27. Mai 1903 der Evangelischen Kirchengemeinde Wahlscheid ein Wohnhaus an der Wahlscheider Hauptstraße mit Garten und Ackerland und 10.000 Goldmark zum Zwecke der Errichtung eines Altenheimes, damals bereits schon ausdrücklich überkonfessionell.

Zufriedenheit und Wohlbefinden der Bewohnerinnen und Bewohner haben in diesen Altenheimen höchste Priorität. Ein Platz zum Leben …

Bild: Pfarrer Barth (Bilödmitte) mit der Besuchergruppe. Links von ihm: Dr. Hans Günther van Allen, Vorsitzender der SV und des FöS. Foto: Frank Kremer

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