Direkt vom Tank wird „abgezwickelt“

Braumeister Hau stellt seine Brauerei vor

Kleinbrauereiatmosphäre

Der Verein zur Förderung der Seniorenarbeit hatte zur Besichtigung der Lohmarer Erlebnisbrauerei eingeladen. Braumeister Markus Hau erklärte den Herstellungs-, Gär-, Reife- und Abfüllprozess in seiner kleinen Brauerei. Hier werden drei obergärige Biere gebraut: das Waldmoor hell, Waldmoor dunkel und das Waldmoor Weizen. Fassabfüllungen werden nur auf Bestellung vorgenommen. Die Bierspezialitäten werden nach dem deutschen Reinheitsgebot gebraut. Alle Arbeitsgänge werden vom Braumeister persönlich ausgeführt. Die Malze bezieht Herr Hau von einer Mälzerei aus Brühl und verwendet Hallertauer-Traditions-Naturhopfen, die zu Hopfen-Pellets verarbeitet wurden. Das sichert eine gleichbleibende Qualität. Seine Entscheidung zum Aufbau der Brauerei machte Herr Hau vom Bezug des Wassers abhängig. Da das Wasser von der Wahnbachtalsperre kommt, ging Herr Hau sehr beruhigt ans Werk . Neben der Verkostung des hellen Bieres konnten die Teilnehmer das dunkle Bier direkt aus dem Tank „abzwickeln“.

Im Gegensatz zu anderen Brauereien können die Besucher in der Erlebnisbrauerei den gesamten Herstellungs- und Reifeprozess verfolgen und sich die einzelnen Produktionsgänge „live“ ansehen und die geschmackliche Entwicklung und den Reifeprozess zusätzlich bei einem Geschmackstest nachvollziehen. Dazu müssen Interessierte natürlich häufiger in die kleine Brauerei kommen, in der z.Zt. ca. 50.000 l im Jahr gebraut werden, noch zu wenig, wie Herr Hau erklärte, um zwei Gehälter zu bezahlen.

Während des Vortrages und der Verkostung erfuhren die Teilnehmer sehr viel über die Verarbeitung der Braugerste zu Malz, wie die Gerste also zum Keimen gebracht und der Keimvorgang beendet wird und wie letztlich das Malz gewonnen wird. Der eigentliche Brauvorgang beginnt beim Maischen, bei dem Wasser auf eine bestimmte Temperatur erwärmt wird und das geschrotete Malz hinzugegeben wird. Unter ständigem Rühren wird die Maische auf 52°C erhitzt. Später, bei 72°C setzen die Enzyme des Malzes die Malzstärke in Zucker um. Mit einer Jodprobe wird festgestellt, ob die Stärke vollständig in Zucker umgewandelt wurde. Dann wird die Maische in einem Läuterbottich geläutert, d.h. die trüben Teile werden ausgefiltert. Anschließend wird der Malztreber vom vergärbaren Teil der Maische getrennt und mit Hopfen gekocht. Dieser Sud wird durch einen Filter gepumpt, damit das geronnene Eiweiß und andere Stoffe ausgefiltert werden. Danach wird die Flüssigkeit auf die optimale Gärtemperatur abgekühlt und die Hefe hinzugegeben. Nach der Gärung wird das Bier in Lagertanks gepumpt. Hier wird nachgegoren, der noch vorhandene Zucker in Alkohol umgesetzt. Durch die Lagerung erhält das Bier seine Reife und den endgültigen Geschmack. Nach dem Filtrieren kann abgefüllt – und getrunken – werden.

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