{"id":15391,"date":"2017-05-30T00:01:34","date_gmt":"2017-05-29T22:01:34","guid":{"rendered":"https:\/\/unser-quartier.de\/stadt-bergheim\/?p=15391"},"modified":"2017-05-30T01:36:02","modified_gmt":"2017-05-29T23:36:02","slug":"der-daemon-der-begierde","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/unser-quartier.de\/stadt-bergheim\/2017\/05\/der-daemon-der-begierde\/","title":{"rendered":"Der D\u00e4mon der Begierde &#8230; Teil 1"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\"><span style=\"font-size: 12pt\">Der D\u00e4mon der Begierde<\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: 12pt\">.<\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: 12pt\">Zwei Frauen sa\u00dfen im Cafe und hatten ein gro\u00dfes Eis vor sich. Die mollige Frau sagte zu der schlanken: &#8221; Ich w\u00fcrde ein Jahr meines Lebens daf\u00fcr geben, schlank zu sein.&#8221; &#8220;Dann h\u00f6r auf, soviel zu essen&#8221;, entgegnete die Freundin. &#8220;Was habe ich denn sonst vom Leben? Das Laufen f\u00e4llt mir schwer, ich bekomme schlecht Luft und die M\u00e4nner interessieren sich nicht f\u00fcr mich,&#8221; sagte die nicht h\u00e4ssliche, aber viel zu dicke Frau und schob sich einen L\u00f6ffel Sahne in den Mund.<\/span> <span style=\"font-size: 12pt\">Pl\u00f6tzlich guckte sie ganz komisch&#8230; als wenn sie einen Geist sehen w\u00fcrde.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><a href=\"https:\/\/unser-quartier.de\/stadt-bergheim\/2017\/05\/der-daemon-der-begierde\/img_4677\/\" rel=\"attachment wp-att-15394\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"15394\" data-permalink=\"https:\/\/unser-quartier.de\/stadt-bergheim\/2017\/05\/der-daemon-der-begierde\/img_4677\/\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/unser-quartier.de\/stadt-bergheim\/files\/2017\/05\/IMG_4677.png?fit=326%2C340&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"326,340\" data-comments-opened=\"0\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"IMG_4677\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-medium-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/unser-quartier.de\/stadt-bergheim\/files\/2017\/05\/IMG_4677.png?fit=288%2C300&amp;ssl=1\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/unser-quartier.de\/stadt-bergheim\/files\/2017\/05\/IMG_4677.png?fit=326%2C340&amp;ssl=1\" class=\"alignnone size-medium wp-image-15394\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/unser-quartier.de\/stadt-bergheim\/files\/2017\/05\/IMG_4677.png?resize=288%2C300&#038;ssl=1\" alt=\"\" width=\"288\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/unser-quartier.de\/stadt-bergheim\/files\/2017\/05\/IMG_4677.png?resize=288%2C300&amp;ssl=1 288w, https:\/\/i0.wp.com\/unser-quartier.de\/stadt-bergheim\/files\/2017\/05\/IMG_4677.png?resize=144%2C150&amp;ssl=1 144w, https:\/\/i0.wp.com\/unser-quartier.de\/stadt-bergheim\/files\/2017\/05\/IMG_4677.png?w=326&amp;ssl=1 326w\" sizes=\"auto, (max-width: 288px) 100vw, 288px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><span style=\"font-size: 12pt\">Sie sah ein kleines M\u00e4nnlein, das schillernd gr\u00fcn vor ihr stand. &#8220;Ich bin der D\u00e4mon der Begierde. Dein Wunsch kann dir erf\u00fcllt werden. Ein Jahr deines Lebens, daf\u00fcr dass du immer schlank bist. Aber \u00fcberlege es dir gut, wenn du zusagst, gibt es kein Zur\u00fcck. Heute Nacht komme ich deine Antwort holen.&#8221;<\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: 12pt\">Das Ganze hatte nur wenige Sekunden gedauert und sie beschloss, der Freundin nichts davon zu sagen. Den ganzen Nachmittag und dann, als sie allein zu Hause war, wirbelten die Gedanken durch ihren Kopf. Fing sie an zu spinnen? Ob das seltsame M\u00e4nnchen wirklich wiederkommen w\u00fcrde? Und wie sollte sie sich entscheiden? Was war schon ein Jahr, im Verh\u00e4ltnis zu ihrem trostlosen Leben jetzt?<\/span> <span style=\"font-size: 12pt\">Sie ging nicht zu Bett, sondern setzte sich in ihren Lieblingssessel und wartete.<\/span> <span style=\"font-size: 12pt\">Nur langsam verging die Zeit&#8230;gleich w\u00fcrde der Tag vorbei sein&#8230;<\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: 12pt\">Da tauchte das M\u00e4nnlein aus dem Nichts auf und stand vor ihr. Fasziniert beobachtete sie, wie es seine Gestalt ver\u00e4nderte. Mal war es klein, mal riesengro\u00df.<\/span>\u00a0<span style=\"font-size: 12pt\">Mal d\u00fcnn, mal dick, h\u00e4sslich und gierig, sch\u00f6n und unschuldig.<\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: 12pt\">&#8220;Wie ist deine Entscheidung? Ein Jahr deines Lebens gibst du daf\u00fcr, immer schlank zu sein?&#8221;<\/span> <span style=\"font-size: 12pt\">&#8220;Wer bist du?&#8221; fragte sie, um ein bisschen Zeit zu gewinnen.<\/span>\u00a0<span style=\"font-size: 12pt\">&#8220;Ich bin ein D\u00e4mon. Meine Aufgabe ist es, Menschen zu helfen, wenn sie nicht fertig werden mit ihrem Leben. Ich bin einer von vielen. Es gibt D\u00e4monen f\u00fcr Krankheiten, Schicksalsschl\u00e4ge, finanziellen Ruin, S\u00fcchte, also alles, wodurch der Mensch lernt, mit seinem Schicksal zurecht zu kommen. Aber ich habe noch viel zu tun, also sag mir jetzt deine Entscheidung.&#8221;<\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: 12pt\">&#8221; Ja, ich hasse dieses Leben, ich will schlank sein, alles andere kommt dann von selbst.&#8221; <\/span>\u00a0<span style=\"font-size: 12pt\">&#8220;Sicher kommt nicht alles andere von selbst. Aber vielleicht lernst du auf diese Weise, zu erkennen, was der Sinn deines Lebens ist. So sei es denn. Morgen wirst du von einem Auto angefahren werden und ein Jahr lang im Koma liegen.&#8221;<\/span> <span style=\"font-size: 12pt\">Ihre Augen wurden gro\u00df. &#8220;Aber&#8230; doch nicht jetzt. Ich dachte ein Jahr am Ende meines Leben, wenn ich alt und krank bin. Nein morgen nicht! Ich geh einfach nicht aus dem Haus.&#8221;<\/span> <span style=\"font-size: 12pt\">Der D\u00e4mon sagte ruhig: &#8220;Das hilft dir nicht. Wir haben nicht ausgemacht, wann es sein soll. Ein Jahr im Koma, k\u00fcnstlich ern\u00e4hrt, abgemagert&#8230; dann wirst du ins Leben zur\u00fcckkehren, kaum noch essen, immer schlank bleiben. Du wirst das tun, was du auch jetzt schon tun k\u00f6nntest: Bewusst leben&#8230; erkennen, dass der Wert des Lebens nicht im Essen liegt.&#8221;<\/span>\u00a0<span style=\"font-size: 12pt\">Sie zitterte am ganzen K\u00f6rper. &#8220;Nein&#8221; schrie sie, &#8220;Ich will das nicht! Ich will kein Jahr im Koma liegen!&#8221; Aber das M\u00e4nnlein war schon verschwunden. Sie lag die ganze Nacht schweissgebadet im Bett und \u00fcberlegte, ob sie sie sich das alles nur eingebildet hatte.<\/span> <span style=\"font-size: 12pt\">Am n\u00e4chsten Morgen ging sie zur Arbeit. Als sie langsam und vorsichtig die Stra\u00dfe \u00fcberquerte, raste ein Sportwagen auf sie zu. Mit quietschenden Bremsen stoppte er im letzten Moment und ein junger Mann beugte sich aus dem Fenster und l\u00e4chelte verlegen. &#8220;Entschuldigen Sie vielmals, ich habe nicht aufgepasst. Ist alles in Ordnung mit Ihnen?&#8221; Dieser junge Mann&#8230; sah er dem D\u00e4mon nicht \u00e4hnlich?<\/span> <span style=\"font-size: 12pt\">Ihre Arbeit erledigte sie rein mechanisch. Beim Mittagessen bekam sie kaum einen Bissen herunter, so dass die Kolleginnen sie erstaunt anschauten. <\/span>\u00a0<span style=\"font-size: 12pt\">Auf dem Nachhauseweg musste sie pl\u00f6tzlich l\u00e4cheln. Ihr wurde bewusst, dass sie ja noch lebte und sie schlug einen anderen Weg ein, als sonst. Sie kam in den sch\u00f6nen Stadtpark, wo sie schon viele Jahre nicht mehr gewesen war, und setzte sich auf eine Bank. Die Rosen verstr\u00f6mten einen bet\u00f6renden Duft, V\u00f6gle sangen in den B\u00e4umen und sie f\u00fchlte sich sehr wohl.<\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: 12pt\">Ein Mann kam den Kiesweg entlang und fragte sie, ob er sich dazu setzen d\u00fcrfe.<\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: 12pt\">Er wirkte freundlich und offen. Nach einer Weile holte er Papiere aus seiner Aktentaschen, kramte nerv\u00f6s darin und brummelte vor sich hin. Sie konnte sich nicht zur\u00fcckhalten und fragte:&#8221; Was ist los, sie wirken so nerv\u00f6s?&#8221; Der Mann schaute \u00fcberrascht hoch, worauf sie zusammen zuckte. Waren das nicht die Augen des D\u00e4mons?\u00a0<\/span> <span style=\"font-size: 12pt\">&#8221; <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><span style=\"font-size: 12pt\">von Gertrud Breuer<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><span style=\"color: #3366ff;font-size: 12pt\"><strong>Fortsetzung der Geschichte folgt!<\/strong><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\">Der D\u00e4mon der Begierde . Zwei Frauen sa\u00dfen im Cafe und hatten ein gro\u00dfes Eis vor sich. Die mollige Frau sagte zu der schlanken: &#8221; Ich w\u00fcrde ein Jahr meines Lebens daf\u00fcr geben, schlank zu sein.&#8221; &#8220;Dann h\u00f6r auf, soviel zu essen&#8221;, entgegnete die Freundin. &#8220;Was habe ich denn sonst vom Leben? 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