{"id":15540,"date":"2017-06-08T14:37:21","date_gmt":"2017-06-08T12:37:21","guid":{"rendered":"https:\/\/unser-quartier.de\/stadt-bergheim\/?p=15540"},"modified":"2017-06-08T14:38:02","modified_gmt":"2017-06-08T12:38:02","slug":"zehns-erna-packt-aus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/unser-quartier.de\/stadt-bergheim\/2017\/06\/zehns-erna-packt-aus\/","title":{"rendered":"&#8220;Zehns Erna&#8221; packt aus"},"content":{"rendered":"<p><strong>Erinnerungen einer Glessener B\u00e4uerin, Jahrgang 1927 <\/strong><\/p>\n<p><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"15541\" data-permalink=\"https:\/\/unser-quartier.de\/stadt-bergheim\/2017\/06\/zehns-erna-packt-aus\/zehns-erna\/\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/unser-quartier.de\/stadt-bergheim\/files\/2017\/06\/Zehns-Erna.png?fit=485%2C775&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"485,775\" data-comments-opened=\"0\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"Zehns Erna\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-medium-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/unser-quartier.de\/stadt-bergheim\/files\/2017\/06\/Zehns-Erna.png?fit=188%2C300&amp;ssl=1\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/unser-quartier.de\/stadt-bergheim\/files\/2017\/06\/Zehns-Erna.png?fit=485%2C775&amp;ssl=1\" class=\"alignleft wp-image-15541 \" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/unser-quartier.de\/stadt-bergheim\/files\/2017\/06\/Zehns-Erna-188x300.png?resize=148%2C236&#038;ssl=1\" alt=\"\" width=\"148\" height=\"236\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/unser-quartier.de\/stadt-bergheim\/files\/2017\/06\/Zehns-Erna.png?resize=188%2C300&amp;ssl=1 188w, https:\/\/i0.wp.com\/unser-quartier.de\/stadt-bergheim\/files\/2017\/06\/Zehns-Erna.png?resize=94%2C150&amp;ssl=1 94w, https:\/\/i0.wp.com\/unser-quartier.de\/stadt-bergheim\/files\/2017\/06\/Zehns-Erna.png?w=485&amp;ssl=1 485w\" sizes=\"auto, (max-width: 148px) 100vw, 148px\" \/>Wenn ich durch Glessen gehe, begegnet mir immer etwas Sch\u00f6nes. Diesmal war es ein Buch. \u201eZehns Erna \u2013 Erinnerungen einer rheinischen B\u00e4uerin, Jahrgang 1927\u201c ist bereits 1997 im KBV-Verlag erschienen und leider nur noch antiquarisch erh\u00e4ltlich. Wer noch ein Exemplar ergattern kann, dem sei die Lekt\u00fcre der chronikartigen Biographie von Erna Holtz w\u00e4rmstens empfohlen. Sehr detailliert und oft auch augenzwinkernd wird hier der Alltag einer b\u00e4uerlichen Gro\u00dffamilie Ende der Zwanziger bis Anfang der 50ger Jahre beschrieben, mit tiefen Einblicken in die damalige Landwirtschaft, das Brauchtum und Dorfleben zwischen Patsch (Viehfutter aus R\u00fcbenbl\u00e4ttern), Klatschkies (Quark), \u00d6llisch (Zwiebeln) und verbotenem Knollenbrand (R\u00fcbenschnaps).<\/p>\n<p><strong>&#8220;Ald widder e Frauminsch&#8221;<\/strong><\/p>\n<p>Klein-Erna wurde am 1. Juni 1927 als vierte Tochter der Glessener Bauersleute Heinrich Simons und Lenchen geborene Marx geboren. Bis zu ihrer Heirat 1952 lebte sie mit ihren drei Schwestern Cila, Trudel und Kathi auf dem elterlichen Bauernhof in der heutigen Hohe Stra\u00dfe im Unterdorf. Die gro\u00dfe Zehnsfamilie \u2013 den Namen Simons kannte man in Glessen nur auf dem Papier \u2013 fand in dem kleinen Fachwerkhaus kaum Platz, zumal es f\u00fcr G\u00e4ste eine magische Anziehungskraft zu haben schien. \u201eAlle, die kamen, blieben meist etliche Tage bei uns\u201c, schrieb Erna am 14. Januar 1946 in ihr Tagebuch. Ein Abend \u201eunter uns\u201c war die absolute Ausnahme und verdiente eine besondere Erw\u00e4hnung.<\/p>\n<div id=\"attachment_15544\" style=\"width: 122px\" class=\"wp-caption alignright\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-15544\" data-attachment-id=\"15544\" data-permalink=\"https:\/\/unser-quartier.de\/stadt-bergheim\/2017\/06\/zehns-erna-packt-aus\/zehns-milchma%cc%88dchen\/\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/unser-quartier.de\/stadt-bergheim\/files\/2017\/06\/Zehns-Milchma%CC%88dchen.png?fit=245%2C265&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"245,265\" data-comments-opened=\"0\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"Zehns Milchma\u0308dchen\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-medium-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/unser-quartier.de\/stadt-bergheim\/files\/2017\/06\/Zehns-Milchma%CC%88dchen.png?fit=245%2C265&amp;ssl=1\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/unser-quartier.de\/stadt-bergheim\/files\/2017\/06\/Zehns-Milchma%CC%88dchen.png?fit=245%2C265&amp;ssl=1\" class=\"wp-image-15544\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/unser-quartier.de\/stadt-bergheim\/files\/2017\/06\/Zehns-Milchma%CC%88dchen.png?resize=122%2C132&#038;ssl=1\" alt=\"\" width=\"122\" height=\"132\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/unser-quartier.de\/stadt-bergheim\/files\/2017\/06\/Zehns-Milchma%CC%88dchen.png?w=245&amp;ssl=1 245w, https:\/\/i0.wp.com\/unser-quartier.de\/stadt-bergheim\/files\/2017\/06\/Zehns-Milchma%CC%88dchen.png?resize=139%2C150&amp;ssl=1 139w\" sizes=\"auto, (max-width: 122px) 100vw, 122px\" \/><p id=\"caption-attachment-15544\" class=\"wp-caption-text\">Milchm\u00e4dchen Cila (r.) mit Melkerin Magda<\/p><\/div>\n<p>Die gute alte Zeit um die Jahrhundertwende war nur f\u00fcr eine kleine Gesellschaftsschicht gut und sch\u00f6n. Der gro\u00dfen Masse ging es miserabel. M\u00e4nner, die Arbeit in den umliegenden Kohlegruben fanden, hatten Gl\u00fcck. Die t\u00e4glichen kilometerlangen Wege zur Arbeitsstelle wurden zu Fu\u00df zur\u00fcckgelegt. Nach dem B\u00f6rsencrash 1929 ging es den meisten Menschen noch schlechter, so dass Ernas Eltern schon mit dem Gedanken spielten, die Landwirtschaft ganz aufzugeben und ein Gesch\u00e4ft in K\u00f6ln zu er\u00f6ffnen. Stattdessen baute die Familie ihr kleines Milchgesch\u00e4ft in Glessen aus. \u201eMama war in ihrem Element, wenn sie in unserem kleinen Tonnengew\u00f6lbekeller mit einem gemusterten Holzbrett die Halbpf\u00fcnder, Dreiviertelpf\u00fcnder und Einpf\u00fcnder Butter zurechtklatschte.\u201c Mit ihren gest\u00e4rkten Sch\u00fcrzen zogen die Zehns-Milchm\u00e4dchen mit ihren picobello-sauberen Handkarren zur Auslieferung durchs Dorf, das damals noch in ein Unter- (Richtung Fliesteden) und ein Oberdorf (Richtung Oberau\u00dfem) geteilt war.<\/p>\n<div id=\"attachment_15542\" style=\"width: 177px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-15542\" data-attachment-id=\"15542\" data-permalink=\"https:\/\/unser-quartier.de\/stadt-bergheim\/2017\/06\/zehns-erna-packt-aus\/zehns-familie\/\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/unser-quartier.de\/stadt-bergheim\/files\/2017\/06\/Zehns-Familie.png?fit=292%2C247&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"292,247\" data-comments-opened=\"0\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"Zehns Familie\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-medium-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/unser-quartier.de\/stadt-bergheim\/files\/2017\/06\/Zehns-Familie.png?fit=292%2C247&amp;ssl=1\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/unser-quartier.de\/stadt-bergheim\/files\/2017\/06\/Zehns-Familie.png?fit=292%2C247&amp;ssl=1\" class=\"wp-image-15542\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/unser-quartier.de\/stadt-bergheim\/files\/2017\/06\/Zehns-Familie.png?resize=177%2C150&#038;ssl=1\" alt=\"\" width=\"177\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/unser-quartier.de\/stadt-bergheim\/files\/2017\/06\/Zehns-Familie.png?w=292&amp;ssl=1 292w, https:\/\/i0.wp.com\/unser-quartier.de\/stadt-bergheim\/files\/2017\/06\/Zehns-Familie.png?resize=150%2C127&amp;ssl=1 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 177px) 100vw, 177px\" \/><p id=\"caption-attachment-15542\" class=\"wp-caption-text\">Die Zehns<\/p><\/div>\n<p>Die Kinder m\u00fcssen von klein an im elterlichen Betrieb mithelfen. \u00a0Aber: \u201eSchon als Kleinkind bestanden die Spiele, die mir am meisten Spa\u00df machten, aus den Arbeiten, die auf einem Bauernhof getan werden mussten.\u201c In der Scheune bauten die \u201ePuten\u201c Tunnel im Stroh und spielten Verstecken in der Dreschmaschine, im Jauchefass oder in schmutzigen S\u00e4cken, schaukelten an den Deckenbalken, spielten in der Sandkuhl oder sausten die noch nicht asphaltierte H\u00fcll mit ihren Schlitten herunter. Opfer ihrer Streiche wurde nicht selten die kurzsichtige Tant Trinchen, die aber nie wirklich b\u00f6se wurde und mit ihren Z\u00fcckerchen alle Schmerzen lindern konnte. Von dem Erl\u00f6s aus dem Verkauf von Sauerkirschen wurde ein Fahrrad angeschafft, auf dem das ganze Unterdorf fahren lernte. Der Vater legte gro\u00dfen Wert darauf, dass seine M\u00e4dels schwimmen konnten \u2013 und so ging es so oft wie m\u00f6glich nach M\u00fcngersdorf ins Schwimmbad. Mit dem Fahrrad nat\u00fcrlich.<\/p>\n<p><strong>Glessener Bessem<\/strong><\/p>\n<p>Jeden Samstag war im Dorf gro\u00dfes Reinigen der Stra\u00dfe und der dazugeh\u00f6rigen Gosse angesagt. F\u00fcr den gepflasterten K\u00f6ttelshof am Pferdestall, in dem immer etwas h\u00e4ngen blieb, eignete sich am besten der weit \u00fcber die Dorfgrenzen hinaus bekannte \u201eGlessener Bessem\u201c. Am Kreisel im Ortseingang haben die Glessener ihrem alten Handwerk ein Bronze-Denkmal gesetzt.<\/p>\n<div id=\"attachment_15543\" style=\"width: 121px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-15543\" data-attachment-id=\"15543\" data-permalink=\"https:\/\/unser-quartier.de\/stadt-bergheim\/2017\/06\/zehns-erna-packt-aus\/zehns-ma%cc%88dels\/\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/unser-quartier.de\/stadt-bergheim\/files\/2017\/06\/Zehns-Ma%CC%88dels.png?fit=235%2C314&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"235,314\" data-comments-opened=\"0\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"Zehns Ma\u0308dels\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-medium-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/unser-quartier.de\/stadt-bergheim\/files\/2017\/06\/Zehns-Ma%CC%88dels.png?fit=225%2C300&amp;ssl=1\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/unser-quartier.de\/stadt-bergheim\/files\/2017\/06\/Zehns-Ma%CC%88dels.png?fit=235%2C314&amp;ssl=1\" class=\"wp-image-15543\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/unser-quartier.de\/stadt-bergheim\/files\/2017\/06\/Zehns-Ma%CC%88dels.png?resize=121%2C161&#038;ssl=1\" alt=\"\" width=\"121\" height=\"161\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/unser-quartier.de\/stadt-bergheim\/files\/2017\/06\/Zehns-Ma%CC%88dels.png?resize=225%2C300&amp;ssl=1 225w, https:\/\/i0.wp.com\/unser-quartier.de\/stadt-bergheim\/files\/2017\/06\/Zehns-Ma%CC%88dels.png?resize=112%2C150&amp;ssl=1 112w, https:\/\/i0.wp.com\/unser-quartier.de\/stadt-bergheim\/files\/2017\/06\/Zehns-Ma%CC%88dels.png?w=235&amp;ssl=1 235w\" sizes=\"auto, (max-width: 121px) 100vw, 121px\" \/><p id=\"caption-attachment-15543\" class=\"wp-caption-text\">Die Zehns-M\u00e4dels<\/p><\/div>\n<p>In die gl\u00fcckliche Kindheit und Jugend brachen die Ereignisse des Zweiten Weltkriegs ein, alle kriegstauglichen M\u00e4nner wurden eingezogen. Doch: \u201eGemeinsam mit den Kriegsgefangenen und Zivilrussen schafften wir es mit Humor und Zuversicht.\u201c Stramme Nazis hatten keine Chance, bei einem Vortrag wurde der Redner einfach ausgelacht. Fl\u00fcchtlingsstr\u00f6me und Einquartierungen machten auch vor Glessen nicht Halt, die ersten Bomben brachten Tod und Zerst\u00f6rung. Dabei traf es auch Max, das Kutschpferd, dessen Fleisch gro\u00dfz\u00fcgig verteilt wurde. Bei Fliegeralarm fuhr die freiwillige Feuerwehr mit dem Fahrrad durchs Dorf und warnte die Menschen, die in Bunkern ausharrten. \u201eOft war man einem Herzschlag nahe, wenn um uns die Flaksplitter einschlugen und man zwischendurch bei v\u00f6lliger Finsternis die H\u00e4usernischen zum Schutz aufsuchen musste\u201c. 1943 hagelte es beinahe t\u00e4glich Bomben auf Pulheim, Stommeln und K\u00f6nigsdorf mit ihren Bahnh\u00f6fen, auch die Kraftwerke und der Scheinflughafen zwischen B\u00fcsdorf und Glessen wurden oft beschossen. Von Glessen aus waren das brennende K\u00f6ln zu sehen und die schweren Ersch\u00fctterungen zu sp\u00fcren, als am 16.11.1944 ganz D\u00fcren in Schutt und Asche ging.<\/p>\n<p>Wie gro\u00df war die Erleichterung, als der Krieg endlich zu Ende war und der Dom noch stand. Wochenlang gab es kein Wasser und keinen Strom, eine Hungersnot drohte. Und wieder packten die Glessener mit an und organisierten nach dem Abzug der Amerikaner die Lebensmittelversorgung neu. Der Schwarzmarkt bl\u00fchte, es wurde getauscht und gemaggelt, was das Zeug h\u00e4lt. Ob Seidenstr\u00fcmpfe, Zwiebelsamen oder Ersatzteile f\u00fcr den Traktor, die findigen Zehns-M\u00e4dels wussten sich wie immer zu helfen.<\/p>\n<p>Viel vom alten Glessen gibt es l\u00e4ngst nicht mehr \u2013 der Fabricius-Weiher, auf dem in den 40er Jahren sogar noch Kahn gefahren wurde, ist l\u00e4ngst zugesch\u00fcttet und bebaut, auf die beiden M\u00fchlen und die alte Brennerei weisen heute nur noch Stra\u00dfennamen hin. Auch die legend\u00e4re Gastst\u00e4tte Schotten mit ihrem Kino und den rauschenden Festen im Saal ist l\u00e4ngst Vergangenheit, ebenso wie die heimlichen Stelldicheins der gro\u00dfen Schwester, die sich ihre kleinen Fluchten mit 5 Pfennig Schweigegeld erkaufte, und der \u201ekleine Club\u201c aus acht Freundinnen, mit denen Erna um die H\u00e4user zog.<\/p>\n<p>Leider ist die Autorin, die nach ihrer Heirat 1952 den P\u00fcngel schn\u00fcrte und zu ihrem Mann August Holtz, \u201edem Verschm\u00e4hten\u201c, nach Elsdorf-Niederembt zog, bereits 2013 verstorben, so dass wir uns nicht mehr begegnet sind. Zu gern h\u00e4tte ich als Neu-Glessenerin mit der alten Dame aus dem N\u00e4hk\u00e4stchen geplaudert.<\/p>\n<p>Andrea Flo\u00df<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><strong>Erinnerungen einer Glessener B\u00e4uerin, Jahrgang 1927 <\/strong><\/p>\n<p>Wenn ich durch Glessen gehe, begegnet mir immer etwas Sch\u00f6nes. Diesmal war es ein Buch. \u201eZehns Erna \u2013 Erinnerungen einer rheinischen B\u00e4uerin, Jahrgang 1927\u201c ist bereits 1997 im KBV-Verlag erschienen und leider nur noch antiquarisch erh\u00e4ltlich. 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