{"id":22387,"date":"2018-05-04T00:42:00","date_gmt":"2018-05-03T22:42:00","guid":{"rendered":"https:\/\/unser-quartier.de\/stadt-bergheim\/?p=22387"},"modified":"2018-05-06T15:48:38","modified_gmt":"2018-05-06T13:48:38","slug":"der-zaunkoenig-nach-gebrueder-grimm","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/unser-quartier.de\/stadt-bergheim\/2018\/05\/der-zaunkoenig-nach-gebrueder-grimm\/","title":{"rendered":"Der Zaunk\u00f6nig (nach Gebr\u00fcder Grimm)"},"content":{"rendered":"<div><span style=\"float: none;background-color: transparent;color: #4a474b;cursor: text;font-family: 'Lato',sans-serif;font-size: 16px;font-style: normal;font-variant: normal;font-weight: 400;letter-spacing: normal;text-align: left;text-decoration: none;text-indent: 0px\"><button id=\"listenButton1\" class=\"responsivevoice-button\" type=\"button\" value=\"Play\" title=\"ResponsiveVoice Tap to Start\/Stop Speech\"><span>&#128266; Der Zaunk\u00f6nig vorlesen lassen<\/span><\/button>\n        <script>\n            listenButton1.onclick = function(){\n                if(responsiveVoice.isPlaying()){\n                    responsiveVoice.cancel();\n                }else{\n                    responsiveVoice.speak(\"In fr\u00fcherer Zeit hatten auch die V\u00f6gel ihre eigene Sprache, die jedermann verstand, jetzt lautet es nur wie ein Zwitschern, Kreischen und Pfeifen und bei einigen wie Musik ohne Worte. Es kam aber den V\u00f6geln in den Sinn, sie wollten nicht l\u00e4nger ohne Herrn sein und einen unter sich zu ihrem K\u00f6nig w\u00e4hlen. Nur einer von ihnen, der Kiebitz, war dagegen; frei hatte er gelebt, und frei wollte er sterben, und angstvoll hin und her fliegend rief er: \\\"Wo bliew ick? Wo bliew ick?\\\" Er zog sich zur\u00fcck in einsame und unbesuchte S\u00fcmpfe und zeigte sich nicht wieder unter seinesgleichen. Die V\u00f6gel wollten sich nun \u00fcber die Sache besprechen, und an einem sch\u00f6nen Maimorgen kamen sie alle aus W\u00e4ldern und Feldern zusammen, Adler und Buchfinke, Eule und Kr\u00e4he, Lerche und Sperling, was soll ich sie alle nennen? Selbst der Kuckuck kam und der Wiedehopf, sein K\u00fcster, der so hei\u00dft, weil er sich immer ein paar Tage fr\u00fcher h\u00f6ren l\u00e4\u00dft; auch ein ganz kleiner Vogel, der noch keinen Namen hatte, mischte sich unter die Schar. Das Huhn, das zuf\u00e4llig von der ganzen Sache nichts geh\u00f6rt hatte, verwunderte sich \u00fcber die gro\u00dfe Versammlung. \\\"Wat, wat, wat is den dar to don?\\\" gackerte es, aber der Hahn beruhigte seine liebe Henne und sagte: \\\"Luter riek L\u00fcd!,\\\" erz\u00e4hlte ihr auch, was sie vorh\u00e4tten. Es ward aber beschlossen, da\u00df der K\u00f6nig sein sollte, der am h\u00f6chsten fliegen k\u00f6nnte. Ein Laubfrosch, der im Geb\u00fcsche sa\u00df, rief, als er das h\u00f6rte, warnend: \\\"Natt, natt, natt! Natt, natt, natt!,\\\" weil er meinte, es w\u00fcrden deshalb viel Tr\u00e4nen vergossen werden. Die Kr\u00e4he aber sagte: \\\"Quark ok!,\\\" es sollte alles friedlich abgehen. Es ward nun beschlossen, sie wollten gleich an diesem sch\u00f6nen Morgen aufsteigen, damit niemand hinterher sagen k\u00f6nnte: \\\"Ich w\u00e4re wohl noch h\u00f6her geflogen, aber der Abend kam, da konnte ich nicht mehr.\\\" Auf ein gegebenes Zeichen erhob sich also die ganze Schar in die L\u00fcfte. Der Staub stieg da von dem Felde auf, es war ein gewaltiges Sausen und Brausen und Fittichschlagen, und es sah aus, als wenn eine schwarze Wolke dahinz\u00f6ge. Die kleinern V\u00f6gel aber blieben bald zur\u00fcck, konnten nicht weiter und fielen wieder auf die Erde. Die gr\u00f6\u00dfern hielten\\'s l\u00e4nger aus, aber keiner konnte es dem Adler gleichtun, der stieg so hoch, da\u00df er der Sonne h\u00e4tte die Augen aushacken k\u00f6nnen. Und als er sah, da\u00df die andern nicht zu ihm herauf konnten, so dachte er: Was willst du noch h\u00f6her fliegen, du bist doch der K\u00f6nig, und fing an sich wieder herabzulassen. Die V\u00f6gel unter ihm riefen ihm alle gleich zu: \\\"Du mu\u00dft unser K\u00f6nig sein, keiner ist h\u00f6her geflogen als du.\\\" \\\"Ausgenommen ich,\\\" schrie der kleine Kerl ohne Namen, der sich in die Brustfedern des Adlers verkrochen hatte. Und da er nicht m\u00fcde war, so stieg er auf und stieg so hoch, da\u00df er Gott auf seinem Stuhle konnte sitzen sehen. Als er aber so weit gekommen war, legte er seine Fl\u00fcgel zusammen, sank herab und rief unten mit feiner, durchdringender Stimme: \\\"K\u00f6nig b\u00fcn ick! K\u00f6nig b\u00fcn ick!\\\" \\\"Du unser K\u00f6nig?\\\" schrien die V\u00f6gel zornig. \\\"Durch R\u00e4nke und Listen hast du es dahin gebracht.\\\" Sie machten eine andere Bedingung, der sollte ihr K\u00f6nig sein, der am tiefsten in die Erde fallen k\u00f6nnte. Wie klatschte da die Gans mit ihrer breiten Brust wieder auf das Land! Wie scharrte der Hahn schnell ein Loch! Die Ente kam am schlimmsten weg, sie sprang in einen Graben, verrenkte sich aber die Beine und watschelte fort zum nahen Teiche mit dem Ausruf: \\\"Pracherwerk! Pracherwerk!\\\" Der Kleine ohne Namen aber suchte ein M\u00e4useloch, schl\u00fcpfte hinab und rief mit seiner feinen Stimme heraus: \\\"K\u00f6nig b\u00fcn ick! K\u00f6nig b\u00fcn ick!\\\" \\\"Du unser K\u00f6nig?\\\" riefen die V\u00f6gel noch zorniger. \\\"Meinst du, deine Listen sollten gelten?\\\" Sie beschlossen, ihn in seinem Loch gefangenzuhalten und auszuhungern. Die Eule ward als Wache davorgestellt; sie sollte den Schelm nicht herauslassen, so lieb ihr das Leben w\u00e4re. Als es aber Abend geworden war und die V\u00f6gel von der Anstrengung beim Fliegen gro\u00dfe M\u00fcdigkeit empfanden, so gingen sie mit Weib und Kind zu Bett. Die Eule allein blieb bei dem M\u00e4useloch stehen und blickte mit ihren gro\u00dfen Augen unverwandt hinein. Indessen war sie auch m\u00fcde geworden und dachte: Ein Auge kannst du wohl zutun, du wachst ja noch mit dem andern, und der kleine B\u00f6sewicht soll nicht aus seinem Loch heraus. Also tat sie das eine Auge zu und schaute mit dem andern steif auf das M\u00e4useloch. Der kleine Kerl guckte mit dem Kopf heraus und wollte wegwitschen, aber die Eule trat gleich davor, und er zog den Kopf wieder zur\u00fcck. Dann tat die Eule das eine Auge wieder auf und das andere zu und wollte so die ganze Nacht abwechseln. Aber als sie das eine Auge wieder zumachte, verga\u00df sie das andere aufzutun, und sobald die beiden Augen zu waren, schlief sie ein. Der Kleine merkte das bald und schl\u00fcpfte weg. Von der Zeit an darf sich die Eule nicht mehr am Tage sehen lassen, sonst sind die andern V\u00f6gel hinter ihr her und zerzausen ihr das Fell. Sie fliegt nur zur Nachtzeit aus, ha\u00dft aber und verfolgt die M\u00e4use, weil sie solche b\u00f6se L\u00f6cher machen. Auch der kleine Vogel l\u00e4\u00dft sich nicht gerne sehen, weil er f\u00fcrchtet, es ginge ihm an den Kragen, wenn er erwischt w\u00fcrde. Er schl\u00fcpft in den Z\u00e4unen herum, und wenn er ganz sicher ist, ruft er wohl zuweilen: \\\"K\u00f6nig b\u00fcn ick!,\\\" und deshalb nennen ihn die andern V\u00f6gel aus Spott Zaunk\u00f6nig. Niemand aber war froher als die Lerche, da\u00df sie dem Zaunk\u00f6nig nicht zu gehorchen brauchte. Wie sich die Sonne blicken l\u00e4\u00dft, steigt sie in die L\u00fcfte und ruft: \\\"Ach, wo is dat sch\u00f6n! Sch\u00f6n is dat! Sch\u00f6n! Sch\u00f6n! Ach, wo is dat sch\u00f6n!\\\"\", \"Deutsch Female\");\n                }\n            };\n        <\/script>\n    <\/span><\/div>\n<div><\/div>\n<div class=\"gmail_default\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif\"><b><a href=\"https:\/\/unser-quartier.de\/stadt-bergheim\/2018\/05\/der-zaunkoenig-nach-gebrueder-grimm\/ebe4c54b-ea32-475a-8081-edd3d3aa2435\/\" rel=\"attachment wp-att-22388\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"22388\" data-permalink=\"https:\/\/unser-quartier.de\/stadt-bergheim\/2018\/05\/der-zaunkoenig-nach-gebrueder-grimm\/ebe4c54b-ea32-475a-8081-edd3d3aa2435\/\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/unser-quartier.de\/stadt-bergheim\/files\/2018\/05\/EBE4C54B-EA32-475A-8081-EDD3D3AA2435.jpeg?fit=463%2C340&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"463,340\" data-comments-opened=\"0\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;6.3&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;E-3&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;500&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;250&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0.004&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"EBE4C54B-EA32-475A-8081-EDD3D3AA2435\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-medium-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/unser-quartier.de\/stadt-bergheim\/files\/2018\/05\/EBE4C54B-EA32-475A-8081-EDD3D3AA2435.jpeg?fit=300%2C220&amp;ssl=1\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/unser-quartier.de\/stadt-bergheim\/files\/2018\/05\/EBE4C54B-EA32-475A-8081-EDD3D3AA2435.jpeg?fit=463%2C340&amp;ssl=1\" class=\"alignnone size-full wp-image-22388\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/unser-quartier.de\/stadt-bergheim\/files\/2018\/05\/EBE4C54B-EA32-475A-8081-EDD3D3AA2435.jpeg?resize=463%2C340&#038;ssl=1\" alt=\"\" width=\"463\" height=\"340\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/unser-quartier.de\/stadt-bergheim\/files\/2018\/05\/EBE4C54B-EA32-475A-8081-EDD3D3AA2435.jpeg?w=463&amp;ssl=1 463w, https:\/\/i0.wp.com\/unser-quartier.de\/stadt-bergheim\/files\/2018\/05\/EBE4C54B-EA32-475A-8081-EDD3D3AA2435.jpeg?resize=150%2C110&amp;ssl=1 150w, https:\/\/i0.wp.com\/unser-quartier.de\/stadt-bergheim\/files\/2018\/05\/EBE4C54B-EA32-475A-8081-EDD3D3AA2435.jpeg?resize=300%2C220&amp;ssl=1 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 463px) 100vw, 463px\" \/><\/a><br \/>\n<\/b><\/span><\/p>\n<div><\/div>\n<div class=\"m_6072999667669505046gmail-text\">\n<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;font-size: 20px\">In fr\u00fcherer Zeit hatten auch die V\u00f6gel ihre eigene Sprache, die jedermann verstand, jetzt lautet es nur wie ein Zwitschern, Kreischen und Pfeifen und bei einigen wie Musik ohne Worte. Es kam aber den V\u00f6geln in den Sinn, sie wollten nicht l\u00e4nger ohne Herrn sein und einen unter sich zu ihrem K\u00f6nig w\u00e4hlen. Nur einer von ihnen, der Kiebitz, war dagegen; frei hatte er gelebt, und frei wollte er sterben, und angstvoll hin und her fliegend rief er: &#8220;Wo bliew ick? Wo bliew ick?&#8221; Er zog sich zur\u00fcck in einsame und unbesuchte S\u00fcmpfe und zeigte sich nicht wieder unter seinesgleichen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;font-size: 20px\">Die V\u00f6gel wollten sich nun \u00fcber die Sache besprechen, und an einem sch\u00f6nen Maimorgen kamen sie alle aus W\u00e4ldern und Feldern zusammen, Adler und Buchfinke, Eule und Kr\u00e4he, Lerche und Sperling, was soll ich sie alle nennen? Selbst der Kuckuck kam und der Wiedehopf, sein K\u00fcster, der so hei\u00dft, weil er sich immer ein paar Tage fr\u00fcher h\u00f6ren l\u00e4\u00dft; auch ein ganz kleiner Vogel, der noch keinen Namen hatte, mischte sich unter die Schar. Das Huhn, das zuf\u00e4llig von der ganzen Sache nichts geh\u00f6rt hatte, verwunderte sich \u00fcber die gro\u00dfe Versammlung.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;font-size: 20px\">&#8220;Wat, wat, wat is den dar to don?&#8221; gackerte es, aber der Hahn beruhigte seine liebe Henne und sagte: &#8220;Luter riek L\u00fcd!,&#8221; erz\u00e4hlte ihr auch, was sie vorh\u00e4tten. Es ward aber beschlossen, da\u00df der K\u00f6nig sein sollte, der am h\u00f6chsten fliegen k\u00f6nnte. Ein Laubfrosch, der im Geb\u00fcsche sa\u00df, rief, als er das h\u00f6rte, warnend: &#8220;Natt, natt, natt! Natt, natt, natt!,&#8221; weil er meinte, es w\u00fcrden deshalb viel Tr\u00e4nen vergossen werden. Die Kr\u00e4he aber sagte: &#8220;Quark ok!,&#8221; es sollte alles friedlich abgehen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;font-size: 20px\">Es ward nun beschlossen, sie wollten gleich an diesem sch\u00f6nen Morgen aufsteigen, damit niemand hinterher sagen k\u00f6nnte: &#8220;Ich w\u00e4re wohl noch h\u00f6her geflogen, aber der Abend kam, da konnte ich nicht mehr.&#8221; Auf ein gegebenes Zeichen erhob sich also die ganze Schar in die L\u00fcfte. Der Staub stieg da von dem Felde auf, es war ein gewaltiges Sausen und Brausen und Fittichschlagen, und es sah aus, als wenn eine schwarze Wolke dahinz\u00f6ge. Die kleinern V\u00f6gel aber blieben bald zur\u00fcck, konnten nicht weiter und fielen wieder auf die Erde. Die gr\u00f6\u00dfern hielten&#8217;s l\u00e4nger aus, aber keiner konnte es dem Adler gleichtun, der stieg so hoch, da\u00df er der Sonne h\u00e4tte die Augen aushacken k\u00f6nnen. Und als er sah, da\u00df die andern nicht zu ihm herauf konnten, so dachte er: Was willst du noch h\u00f6her fliegen, du bist doch der K\u00f6nig, und fing an sich wieder herabzulassen. Die V\u00f6gel unter ihm riefen ihm alle gleich zu: &#8220;Du mu\u00dft unser K\u00f6nig sein, keiner ist h\u00f6her geflogen als du.&#8221;<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;font-size: 20px\">&#8220;Ausgenommen ich,&#8221; schrie der kleine Kerl ohne Namen, der sich in die Brustfedern des Adlers verkrochen hatte. Und da er nicht m\u00fcde war, so stieg er auf und stieg so hoch, da\u00df er Gott auf seinem Stuhle konnte sitzen sehen. Als er aber so weit gekommen war, legte er seine Fl\u00fcgel zusammen, sank herab und rief unten mit feiner, durchdringender Stimme: &#8220;K\u00f6nig b\u00fcn ick! K\u00f6nig b\u00fcn ick!&#8221;<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;font-size: 20px\">&#8220;Du unser K\u00f6nig?&#8221; schrien die V\u00f6gel zornig. &#8220;Durch R\u00e4nke und Listen hast du es dahin gebracht.&#8221; Sie machten eine andere Bedingung, der sollte ihr K\u00f6nig sein, der am tiefsten in die Erde fallen k\u00f6nnte. Wie klatschte da die Gans mit ihrer breiten Brust wieder auf das Land! Wie scharrte der Hahn schnell ein Loch! Die Ente kam am schlimmsten weg, sie sprang in einen Graben, verrenkte sich aber die Beine und watschelte fort zum nahen Teiche mit dem Ausruf: &#8220;Pracherwerk! Pracherwerk!&#8221; Der Kleine ohne Namen aber suchte ein M\u00e4useloch, schl\u00fcpfte hinab und rief mit seiner feinen Stimme heraus: &#8220;K\u00f6nig b\u00fcn ick! K\u00f6nig b\u00fcn ick!&#8221;<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;font-size: 20px\">&#8220;Du unser K\u00f6nig?&#8221; riefen die V\u00f6gel noch zorniger. &#8220;Meinst du, deine Listen sollten gelten?&#8221; Sie beschlossen, ihn in seinem Loch gefangenzuhalten und auszuhungern. Die Eule ward als Wache davorgestellt; sie sollte den Schelm nicht herauslassen, so lieb ihr das Leben w\u00e4re. Als es aber Abend geworden war und die V\u00f6gel von der Anstrengung beim Fliegen gro\u00dfe M\u00fcdigkeit empfanden, so gingen sie mit Weib und Kind zu Bett. Die Eule allein blieb bei dem M\u00e4useloch stehen und blickte mit ihren gro\u00dfen Augen unverwandt hinein.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;font-size: 20px\">Indessen war sie auch m\u00fcde geworden und dachte: Ein Auge kannst du wohl zutun, du wachst ja noch mit dem andern, und der kleine B\u00f6sewicht soll nicht aus seinem Loch heraus. Also tat sie das eine Auge zu und schaute mit dem andern steif auf das M\u00e4useloch. Der kleine Kerl guckte mit dem Kopf heraus und wollte wegwitschen, aber die Eule trat gleich davor, und er zog den Kopf wieder zur\u00fcck. Dann tat die Eule das eine Auge wieder auf und das andere zu und wollte so die ganze Nacht abwechseln. Aber als sie das eine Auge wieder zumachte, verga\u00df sie das andere aufzutun, und sobald die beiden Augen zu waren, schlief sie ein. Der Kleine merkte das bald und schl\u00fcpfte weg.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;font-size: 20px\">Von der Zeit an darf sich die Eule nicht mehr am Tage sehen lassen, sonst sind die andern V\u00f6gel hinter ihr her und zerzausen ihr das Fell. Sie fliegt nur zur Nachtzeit aus, ha\u00dft aber und verfolgt die M\u00e4use, weil sie solche b\u00f6se L\u00f6cher machen. Auch der kleine Vogel l\u00e4\u00dft sich nicht gerne sehen, weil er f\u00fcrchtet, es ginge ihm an den Kragen, wenn er erwischt w\u00fcrde. Er schl\u00fcpft in den Z\u00e4unen herum, und wenn er ganz sicher ist, ruft er wohl zuweilen: &#8220;K\u00f6nig b\u00fcn ick!,&#8221; und deshalb nennen ihn die andern V\u00f6gel aus Spott Zaunk\u00f6nig.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;font-size: 20px\">Niemand aber war froher als die Lerche, da\u00df sie dem Zaunk\u00f6nig nicht zu gehorchen brauchte. Wie sich die Sonne blicken l\u00e4\u00dft, steigt sie in die L\u00fcfte und ruft: &#8220;Ach, wo is dat sch\u00f6n! Sch\u00f6n is dat! Sch\u00f6n! Sch\u00f6n! 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