{"id":5197,"date":"2015-03-01T16:21:06","date_gmt":"2015-03-01T15:21:06","guid":{"rendered":"http:\/\/unser-quartier.de\/stadt-bergheim\/?page_id=5197"},"modified":"2015-08-25T16:06:16","modified_gmt":"2015-08-25T14:06:16","slug":"maria-seemann-besuchs-und-begleitdienst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/unser-quartier.de\/stadt-bergheim\/2015\/03\/maria-seemann-besuchs-und-begleitdienst\/","title":{"rendered":"Maria Seemann \u2013 Besuchs- und Begleitdienst"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-family: Arial, serif;font-size: 12pt\"><b>Der Engel mit den helfenden H\u00e4nden<\/b><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_7639\" style=\"width: 277px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/unser-quartier.de\/stadt-bergheim\/files\/2015\/08\/Besuchs-und-Begleitdienst.jpg?ssl=1\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-7639\" data-attachment-id=\"7639\" data-permalink=\"https:\/\/unser-quartier.de\/stadt-bergheim\/2015\/03\/maria-seemann-besuchs-und-begleitdienst\/besuchs-und-begleitdienst-2\/\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/unser-quartier.de\/stadt-bergheim\/files\/2015\/08\/Besuchs-und-Begleitdienst.jpg?fit=1181%2C782&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"1181,782\" data-comments-opened=\"0\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;Alle Nutzungsrechte liegen bei der Stadt Bergheim | Das Urheberrecht verbleibt beim Fotografen: Monika Kluza&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"Besuchs und Begleitdienst\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"&lt;p&gt;Maria Seemann &#8211; Besuchsdienst&lt;\/p&gt;\n\" data-medium-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/unser-quartier.de\/stadt-bergheim\/files\/2015\/08\/Besuchs-und-Begleitdienst.jpg?fit=300%2C199&amp;ssl=1\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/unser-quartier.de\/stadt-bergheim\/files\/2015\/08\/Besuchs-und-Begleitdienst.jpg?fit=770%2C510&amp;ssl=1\" class=\"wp-image-7639 \" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/unser-quartier.de\/stadt-bergheim\/files\/2015\/08\/Besuchs-und-Begleitdienst.jpg?resize=277%2C184&#038;ssl=1\" alt=\"Maria Seemann \" width=\"277\" height=\"184\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/unser-quartier.de\/stadt-bergheim\/files\/2015\/08\/Besuchs-und-Begleitdienst.jpg?resize=300%2C199&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/unser-quartier.de\/stadt-bergheim\/files\/2015\/08\/Besuchs-und-Begleitdienst.jpg?resize=150%2C99&amp;ssl=1 150w, https:\/\/i0.wp.com\/unser-quartier.de\/stadt-bergheim\/files\/2015\/08\/Besuchs-und-Begleitdienst.jpg?resize=1024%2C678&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/unser-quartier.de\/stadt-bergheim\/files\/2015\/08\/Besuchs-und-Begleitdienst.jpg?w=1181&amp;ssl=1 1181w\" sizes=\"auto, (max-width: 277px) 100vw, 277px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-7639\" class=\"wp-caption-text\">Maria Seemann<\/p><\/div>\n<p><span style=\"font-family: Arial, serif;font-size: 12pt\">Als ich 2001 aus dem bayerischen Ansbach zu meinem Sohn nach Niederau\u00dfem gezogen bin, h\u00e4tte ich nie gedacht, dass ich mich hier so gl\u00fccklich f\u00fchlen w\u00fcrde. Geboren bin ich 1926 in Bad Windsheim, aufgewachsen auf einem gro\u00dfen Bauernhof. Wir waren vier Geschwister, jeder musste mit anpacken. Einen Beruf zu erlernen, davon konnte ich als M\u00e4dchen nur tr\u00e4umen. Mit 27 Jahren habe ich geheiratet. Ansbach war v\u00f6llig ausgebombt, deshalb sind wir erst einmal bei den Eltern meines Mannes unterkommen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, serif;font-size: 12pt\">Mein Sohn ist 1953 geboren und es war klar, dass ich zu Hause bleiben und f\u00fcr die Familie da sein w\u00fcrde. Die leiseste Andeutung in Richtung \u201eMama geht arbeiten\u201c f\u00fchrte bei ihm zu sch\u00e4rfstem Protest: \u201eDann werde ich ein Lumperle und komme nie mehr aus der Schule heim\u201c, drohte er mir scherzhaft. Als Landvermesser war mein Mann viel unterwegs, deshalb steckte ich wieder einmal zur\u00fcck. Aber als mein Sohn aus dem Haus und in der Lehre war, konnte mir endlich meinen gro\u00dfen Wunsch erf\u00fcllen. Ich habe an einem Kurs f\u00fcr Helferinnen des Diakonischen Werks teilgenommen und war in der Sozialstation in der Haus- und Familienpflege t\u00e4tig. F\u00fcr andere da zu sein und mich zu k\u00fcmmern, ist mir ein tiefes Bed\u00fcrfnis und wohl meine Lebensaufgabe. Mein Vater hat immer gesagt: \u201eNehmt R\u00fccksicht und seid anst\u00e4ndig\u201c \u2013 das werde ich nie vergessen. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, serif;font-size: 12pt\"><b>F\u00fcr andere da sein<\/b><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, serif;font-size: 12pt\">Als mein Mann vor 24 Jahren pl\u00f6tzlich und v\u00f6llig unerwartet gestorben ist, bin ich in ein tiefes Loch gefallen. Er ging aus dem Haus und verabschiedete sich mit einem Kuss und einem \u201eheute komme ich fr\u00fch wieder\u201c. Dann ist er am Tisch einfach so zusammengesackt und seine Kollegen mussten mir die schlimme Nachricht \u00fcberbringen. Auch wenn der Arzt gesagt hat, dass ich froh sein sollte, dass er einen so sch\u00f6nen Tod gehabt hat, war es anfangs sehr schwer f\u00fcr mich. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, serif;font-size: 12pt\">Die Arbeit, das Haus und der gro\u00dfe Garten gaben mir Trost. Mein Sohn \u00fcberraschte mich mit seinem Plan, aufzustocken und mich zu sich nach Bergheim zu holen. Ich kam vor dreizehn Jahren in den Rhein-Erft-Kreis mit dem Gedanken, ihm eigentlich abzusagen \u2013 aber da war der Dachstuhl schon fertig. Ich habe es nie bereut, auch wenn andere gesagt haben: \u201eWie kannst Du aus dem sch\u00f6nen Mittelfranken nur dahin ziehen?\u201c Hier gibt es so sch\u00f6ne Ecken, man muss nur die Augen aufmachen. Und nur zu Hause zu sitzen w\u00e4re mir zu langweilig gewesen. \u201eRaus aus dem Bau\u201c kann ich jedem nur raten, wenn es gesundheitlich geht und man mobil ist. Ich habe den F\u00fchrerschein und kurze Strecken fahre ich auch noch selbst. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, serif;font-size: 12pt\"><b>Den Alltag hinter sich lassen<\/b><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, serif;font-size: 12pt\">Damals war gerade das Stadtteilforum im Aufbau, da war ich von Anfang mit an dabei. Zum Netzwerkfr\u00fchst\u00fcck treffen wir uns regelm\u00e4\u00dfig in Bergheim, ich wei\u00df nicht wie viele Kannen Kaffee ich daf\u00fcr schon in den Baracken gekocht habe. Jetzt steht da ja das Familienzentrum FunTastik. Man trifft immer nette Menschen, tauscht sich aus und hat Spa\u00df miteinander.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, serif;font-size: 12pt\">Beim Besuchs- und Begleitdienst gehen wir mit Menschen, die allein nicht mehr klar kommen, ehrenamtlich zum Arzt oder zu den Beh\u00f6rden, helfen beim Einkaufen, beim Ausf\u00fcllen von Antr\u00e4gen, gehen mit ihnen spazieren, sind Gespr\u00e4chspartner oder kommen zu Besuch ins Krankenhaus. Dort ist es manchmal sehr einsam, aber manchmal ist es das auch zu Hause &#8211; trotz einer professionellen Pflege. Wir organisieren auch qualifizierte Entlastungs- und Betreuungsangebote f\u00fcr Angeh\u00f6rige und Menschen mit Demenz. Diese Abwechslung ist gut f\u00fcr beide Seiten, man kann mal abschalten und aufleben, neue Kontakte kn\u00fcpfen und den nicht immer ganz einfachen Alltag hinter sich lassen. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, serif;font-size: 12pt\">Eine erblindete alte Dame habe ich sieben Jahre lang betreut, bin mit ihr nach Bedburg zum Arzt gefahren. Sie hat mir einen Brief geschrieben, der mir sehr nahe gegangen ist: \u201eEs ist schwer, Du hast niemanden zum Reden und niemanden zum Fragen \u2013 die Helfenden H\u00e4nde geben dir Trost und machen Dir Mut\u201c. Was aus ihr geworden ist, wei\u00df ich nicht. Unser Kontakt ist leider abgebrochen, nachdem sie weiter weg ins Altenheim und sp\u00e4ter zu ihrem Sohn gezogen ist. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, serif;font-size: 12pt\"><b>Zeit zum Zuh\u00f6ren<\/b><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, serif;font-size: 12pt\">Manchmal sind es nur Kleinigkeiten, die die Situation eines alten Menschen erheblich verbessern. Es macht etwas aus, ob ein Bett am Fenster steht und man hinaus schauen kann, wie man miteinander spricht. Der Ton macht die Musik, ich finde es schade, wie schroff manchmal miteinander umgegangen wird. Keine Zeit, keine Liebe \u2013 dabei ist es so wichtig, zuzuh\u00f6ren, f\u00fcreinander da zu sein, mal die Hand des anderen zu nehmen. Mein Sohn sagt immer: \u201eMutti, pass auf Dich auf, lass Dir das nicht zu nah gehen\u201c. Aber ich kann nicht anders \u2013 ich muss immer an meine Menschen denken. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, serif;font-size: 12pt\">Nicht alle haben das Gl\u00fcck, so gut aufgenommen zu werden wie ich hier im Kreis meiner Familie. Ich habe meinen Enkel aufwachsen sehen, er studiert mittlerweile in Aachen und besucht mich manchmal mit seiner Freundin. Er scheint wohl mein Helfergen geerbt zu haben und fragt mich immer, ob er etwas f\u00fcr mich tun kann. Meine Schwiegertochter ist Holl\u00e4nderin und schnappt sich morgens schon mal den Kaffeebecher und den Fr\u00fchst\u00fccksteller und kommt einfach hoch zu mir zum Erz\u00e4hlen. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, serif\"><span style=\"font-size: 12pt\">Jetzt mit meinen 88 Jahren muss ich mich ein bisschen zur\u00fcck nehmen. Anfang des Jahres hatte ich einen Schlaganfall, aber so lange es geht, will ich weitermachen.<br \/>\nWas man gibt, das kommt auch an einen zur\u00fcck, das ist meine feste \u00dcberzeugung.<\/span> <\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Engel mit den helfenden H\u00e4nden<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Als ich 2001 aus dem bayerischen Ansbach zu meinem Sohn nach Niederau\u00dfem gezogen bin, h\u00e4tte ich nie gedacht, dass ich mich hier so gl\u00fccklich f\u00fchlen w\u00fcrde. Geboren bin ich 1926 in Bad Windsheim, aufgewachsen auf einem gro\u00dfen Bauernhof. Wir waren vier Geschwister, jeder musste mit anpacken. 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