{"id":5199,"date":"2015-03-01T16:28:44","date_gmt":"2015-03-01T15:28:44","guid":{"rendered":"http:\/\/unser-quartier.de\/stadt-bergheim\/?page_id=5199"},"modified":"2015-08-25T13:56:41","modified_gmt":"2015-08-25T11:56:41","slug":"andre-henocque-der-offene-buecherschrank","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/unser-quartier.de\/stadt-bergheim\/2015\/03\/andre-henocque-der-offene-buecherschrank\/","title":{"rendered":"Andr\u00e9 H\u00e9nocque &#8211; Der offene B\u00fccherschrank"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-family: Arial, serif\"><span style=\"font-size: large\"><b>B\u00fccher f\u00fcr alle<\/b><\/span><\/span><\/p>\n Andr\u00e9 H\u00e9nocque\n<p><span style=\"font-family: Arial, serif;font-size: 12pt\">Seit wenigen Monaten Rentner hatte ich Zeit zur Verf\u00fcgung, die ich nach Gutd\u00fcnken<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, serif;font-size: 12pt\">sinnvoll einsetzen oder verschwenden konnte. Also habe ich beim SeniorTrainerkurs Anfang 2011 mitgemacht. Die Stadt Bergheim setzt dabei auf die Erfahrung und das Wissen \u00e4lterer Menschen, die ihre vielf\u00e4ltigen Kenntnisse aus Beruf und Privatleben ehrenamtlich weitergeben und ein eigenes Projekt auf die Beine stellen wollen. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, serif;font-size: 12pt\">Der Abschlusstag kam immer n\u00e4her. Jeder Teilnehmer sollte ein Projekt vorstellen, das ihm besonders am Herzen lag und das er in Bergheim verwirklichen wollte. Mir wollte aber partout nichts einfallen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, serif;font-size: 12pt\">Als franz\u00f6sischer Staatsb\u00fcrger mit \u00fcber 50-j\u00e4hriger \u201eBergheim-Erfahrung\u201c \u00fcberlegte ich etwas zu machen, das diesen beiden Tatsachen gerecht wurde. Vielleicht einen Lesekreis auf Franz\u00f6sisch? Oder Vorlesen im Krankenhaus? Nein, das alles gab es schon zuhauf. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12pt\"><span style=\"font-family: Arial, serif\">Aber B\u00fccher \u00fcberhaupt, B\u00fccher f\u00fcr alle! Das war&#8217;s. Ich hatte von der Initiative mit \u00f6ffentlichen und jederzeit zug\u00e4nglichen B\u00fccherschr\u00e4nken geh\u00f6rt, die bereits in mehreren St\u00e4dten aktiv und offenbar sehr erfolgreich war. <\/span><span style=\"font-family: Arial, serif\">Mitmenschen zum Lesen anregen. Das ist die Idee, die dahinter steckt. <\/span><span style=\"font-family: Arial, serif\">Meine Landsm\u00e4nnin Monique Roden brauchte ich nicht zu \u00fcberzeugen. Sie war sofort Feuer und Flamme. Wir betreuen bereits den \u201ehalboffenen\u201c B\u00fccherschrank im Stadtteilladen Quadrath-Ichendorf, der allerdings nur zu den \u00d6ffnungszeiten zug\u00e4nglich ist. <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, serif;font-size: 12pt\"><b>Aktion der Stadt Bergheim und RWE<\/b><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, serif;font-size: 12pt\">Die Ausbildung als SeniorTrainer kam uns nun zugute: Als\u00a0Erstes wurde ein Ablaufplan entworfen, ganz nach den erlernten Vorgaben. Wir sprachen mit verschiedenen Entscheidungstr\u00e4gern, die den Plan hervorragend fanden, jedoch an der Durchf\u00fchrung nicht beteiligt sein wollten &#8211; meistens aus Zeitmangel. Wir lie\u00dfen uns nicht entmutigen und besuchten mehrere St\u00e4dte, die bereits einen B\u00fccherschrank ihr Eigen nannten und uns Ratschl\u00e4ge erteilen konnten.\u00a0Zun\u00e4chst interessierten uns die Standortwahl und ganz besonders die Finanzierung.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, serif;font-size: 12pt\">Was tun? Da kamen uns der ber\u00fchmte Zufall und die B\u00fcrgermeisterin der Stadt Bergheim zur Hilfe. Diese vermittelte uns einen Kontakt zu RWE Deutschland, die B\u00fccherschr\u00e4nke sponsern und instandhalten. Sie meldete unseren Bedarf an und in k\u00fcrzester Zeit kam eine konzertierte Aktion gemeinsam mit der Stadtverwaltung und dem Energieversorger zustande. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12pt\"><span style=\"font-family: Arial, serif\">Schnell war eine geeignete Stelle in der Bergheimer Fu\u00dfg\u00e4ngerzone an der kleinen Erftbr\u00fccke gefunden. Hier kommen jeden Tag viele Leute vorbei und man kann sich <\/span><span style=\"font-family: Arial, serif\">auch einmal gem\u00fctlich auf die Bank an der Erft setzen und ein Buch anlesen, bevor man es mit nach Hause nimmt. <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12pt\"><span style=\"font-family: Arial, serif\">Mit Hilfe des Architekten <\/span><span style=\"font-family: Arial, serif\">Hans J\u00fcrgen Greve <\/span><span style=\"font-family: Arial, serif\">richteten wir das \u201eStadtm\u00f6bel\u201c baulich her und \u00fcbergaben das stabile und wetterfeste Prachtst\u00fcck am 8. Mai 2012 seiner Bestimmung. <\/span><span style=\"font-family: Arial, serif\">\u201eEin offener B\u00fccherschrank, jederzeit zug\u00e4nglich, mit Literatur f\u00fcr jedermann &#8211; das ist eine tolle Idee\u201c, schw\u00e4rmte auch Maria Pfordt. \u201eDer B\u00fccherschrank ist ganz klar eine Bereicherung f\u00fcr unsere Stadt. Wir w\u00fcnschen uns, dass die B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger regen Gebrauch von diesem Angebot machen.\u201c<\/span><\/span><\/p>\n<p>Der schwarze, massive Stahlschrank mit robusten Plexiglast\u00fcren ist 2,20 Meter hoch und 60 Zentimeter breit und hat damit Platz f\u00fcr ungef\u00e4hr 250 B\u00fccher. In die Regalf\u00e4cher k\u00f6nnen Passanten jederzeit B\u00fccher hineinstellen, die sie selbst nicht mehr ben\u00f6tigen, aber jemand anderem zur Verf\u00fcgung stellen wollen. So finden der ausgelesene spannende Krimi oder auch das Kochbuch vielleicht bald einen neuen Leser. Wer kein Buch hat, das er in den Schrank stellen kann, der darf nat\u00fcrlich trotzdem eines herausnehmen und lesen. Wir lagern auch gern einmal ein Buch bei uns zu Hause zwischen, sollte der Schrank einmal voll sein.<\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, serif;font-size: 12pt\"><b>Schrankpaten sehen nach dem Rechten <\/b><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, serif;font-size: 12pt\">Die Erstbef\u00fcllung, etwa 250 B\u00fccher, kam gr\u00f6\u00dftenteils aus dem Fundus der ersten Schrankpaten: Monique und\u00a0 mir. Denn mit der Errichtung fing die Arbeit erst richtig an. Zweimal t\u00e4glich sehen wir nach unserem \u201eBaby&#8221;. Mittlerweile stellen die Bergheimer B\u00fcrger selbst\u00e4ndig B\u00fccher ein, allerdings nicht immer in der von uns vorgesehenen Ordnung und\u00a0manchmal auch nicht in annehmbaren Zustand.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, serif;font-size: 12pt\">Nicht Brauchbares wird genauso aussortiert wie Rassistisches oder Schriften religi\u00f6ser Gruppierungen und politischer Parteien. Wir m\u00f6chten keine Zensur \u00fcben, m\u00fcssen jedoch auf ein gewisses Niveau achten.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12pt\"><span style=\"font-family: Arial, serif\">Unser B\u00fccherschrank ist eine Erfolgsgeschichte: Die Ausleihe funktioniert hervorragend. Menschen, die \u00fcber Jahrzehnte kein Buch angefasst haben, entdecken wieder l\u00e4ngst vergessene Lieblingsb\u00fccher, ob leichte Muse oder schwierige philosophische Betrachtungen &#8211; man kann hier alles finden. <\/span><span style=\"font-family: Arial, serif\">Zurzeit stehen beispielsweise Johannes Mario Simmel und Karl May eintr\u00e4chtig neben Agatha Christie, Pinocchio oder dem Graf von Monte Christo von Alexandre Dumas.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, serif;font-size: 12pt\">Auch Kinder sind willkommen und k\u00f6nnen Geschichten entdecken, die schon ihre Eltern verzaubert haben. Hier kann man seiner Phantasie freien Lauf lassen und ins Tr\u00e4umen geraten. Nichts ist vorgefertigt wie im Kino &#8211; man muss sich sein Zauberschloss, seine Fee und seine Monster selbst ausdenken.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, serif;font-size: 12pt\">Ich gehe gern auf meinem t\u00e4glichen Weg durch die Fu\u00dfg\u00e4ngerzone zu meinem Schrank und freue mich, wenn ich ihn wieder mit neuen Werken f\u00fcttern kann. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, serif;font-size: 12pt\">So bekommt unsere Stadt ein ganz klein wenig mehr Lebensqualit\u00e4t und ich w\u00fcnsche und hoffe, das viele Gemeinden diesem sch\u00f6nen Beispiel folgen und Lesen wieder eine t\u00e4gliche Selbstverst\u00e4ndlichkeit wird: Das haptische Vergn\u00fcgen eines gedruckten Buches ist einfach unvergleichlich.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12pt\">\u00a0<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>B\u00fccher f\u00fcr alle<\/p>\n<p>Seit wenigen Monaten Rentner hatte ich Zeit zur Verf\u00fcgung, die ich nach Gutd\u00fcnken<\/p>\n<p>sinnvoll einsetzen oder verschwenden konnte. Also habe ich beim SeniorTrainerkurs Anfang 2011 mitgemacht. 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