{"id":5207,"date":"2015-03-01T16:47:41","date_gmt":"2015-03-01T15:47:41","guid":{"rendered":"http:\/\/unser-quartier.de\/stadt-bergheim\/?page_id=5207"},"modified":"2015-08-25T14:40:29","modified_gmt":"2015-08-25T12:40:29","slug":"pauline-delsing-glasmuseum-ichendorf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/unser-quartier.de\/stadt-bergheim\/2015\/03\/pauline-delsing-glasmuseum-ichendorf\/","title":{"rendered":"Pauline Delsing \u2013 Glasmuseum Ichendorf"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-family: Arial, serif\"><span style=\"font-size: large\"><b>Von Gl\u00e4sern und Menschen<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, serif;font-size: 12pt\"><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/unser-quartier.de\/stadt-bergheim\/files\/2015\/08\/Glasmuseum.jpg?ssl=1\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"7644\" data-permalink=\"https:\/\/unser-quartier.de\/stadt-bergheim\/2015\/03\/pauline-delsing-glasmuseum-ichendorf\/glasmuseum-2\/\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/unser-quartier.de\/stadt-bergheim\/files\/2015\/08\/Glasmuseum.jpg?fit=1181%2C782&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"1181,782\" data-comments-opened=\"0\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;Alle Nutzungsrechte liegen bei der Stadt Bergheim | Das Urheberrecht verbleibt beim Fotografen: Monika Kluza&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"Glasmuseum\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-medium-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/unser-quartier.de\/stadt-bergheim\/files\/2015\/08\/Glasmuseum.jpg?fit=300%2C199&amp;ssl=1\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/unser-quartier.de\/stadt-bergheim\/files\/2015\/08\/Glasmuseum.jpg?fit=770%2C510&amp;ssl=1\" class=\"alignleft wp-image-7644 \" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/unser-quartier.de\/stadt-bergheim\/files\/2015\/08\/Glasmuseum.jpg?resize=280%2C186&#038;ssl=1\" alt=\"Glasmuseum\" width=\"280\" height=\"186\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/unser-quartier.de\/stadt-bergheim\/files\/2015\/08\/Glasmuseum.jpg?resize=300%2C199&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/unser-quartier.de\/stadt-bergheim\/files\/2015\/08\/Glasmuseum.jpg?resize=150%2C99&amp;ssl=1 150w, https:\/\/i0.wp.com\/unser-quartier.de\/stadt-bergheim\/files\/2015\/08\/Glasmuseum.jpg?resize=1024%2C678&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/unser-quartier.de\/stadt-bergheim\/files\/2015\/08\/Glasmuseum.jpg?w=1181&amp;ssl=1 1181w\" sizes=\"auto, (max-width: 280px) 100vw, 280px\" \/><\/a>An einem ruhigen Sonntagmorgen fuhren mein Mann und ich mit unseren Kindern \u2013 zehn, acht und vier Jahre alt, zum Holzmuseum in Merscheid bei Morbach im Hunsr\u00fcck. Wir verbrachten mehrere wunderbare Stunden in der liebevoll gestalteten Ausstellung, die in einer zum Museum umgebauten alten Schule untergebracht ist. Die Kinder konnten viel entdecken, anfassen und ausprobieren. Auch wir Erwachsenen erfuhren viel Neues \u00fcber Holz.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, serif;font-size: 12pt\">Wieder zu Hause von unserem Wochenendbesuch bei Opa und Oma, fand mein Mann es schon sehr merkw\u00fcrdig, dass ein solch kleiner Ort ein Museum hat und die Stadt Bergheim nicht. Diese Erkenntnis tat er in der darauf folgenden Zeit dann auch regelm\u00e4\u00dfig kund und unterhielt sich vielen Leuten. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, serif;font-size: 12pt\"><b>Design aus Ichendorf<\/b><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;font-size: 12pt\"><span style=\"font-family: Arial, serif\">So erfuhren wir, dass es in Ichendorf seit 1898 eine bedeutende Glash\u00fctte gegeben hat. Den H\u00f6hepunkt ihrer Entwicklung erreichte das Werk in den drei\u00dfiger Jahren, als hier mit drei \u00d6fen und etwa 700 Besch\u00e4ftigten vornehmlich geschliffene Kelchgl\u00e4ser produziert wurden. 1938 kamen t\u00e4glich rund 30.000 mundgeblasene, veredelte Gl\u00e4ser aus Ichendorf, 80 Prozent gingen ins Ausland. Auch das englische K\u00f6nigshaus kaufte hier ein. Nach dem Krieg wurden auch Einmachgl\u00e4ser hergestellt. Die Marke ICHENDORF stand als Begriff f\u00fcr h\u00f6chste Qualit\u00e4t auf dem Kristallsektor und f\u00fcr bestes Design. Zu den mehrfach ausgezeichneten Trinkglasgarnituren wurde ein breites Geschenkartikelprogramm aufgebaut, daneben Sonderserien mit k\u00fcnstlerischem Anspruch oder historischem Hintergrund. Unter anderem entstanden originalgetreue Nachsch\u00f6pfungen r\u00f6mischer Gl\u00e4ser. Mehrere Besitzerwechsel und Rationalisierungszw\u00e4nge machten auch vor der Ichendorfer Glash\u00fctte nicht Halt: Im Juni 1986 wurde der Betrieb eingestellt. <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, serif;font-size: 12pt\">Obwohl wir schon seit sieben Jahren in Quadrath-Ichendorf wohnten und unsere Kinder hier zur Schule gehen, hatten wir noch nie davon geh\u00f6rt. Am selben Abend entstand der Gedanke, ein Glasmuseum einzurichten. Also rief mein Mann die K\u00f6lner Stadtanzeiger an, um Leute zu finden, die mit uns diese Idee verwirklichen. Ein Reporter kam zu uns nach Hause und h\u00f6rte sich die Geschichte an. Er wollte ein Bild mit der ganzen Familie. Ich wei\u00df noch, dass ich gar nicht mit auf das Foto wollte: \u201eNein, nein, lass mal, dass ist dein Ding, mach du das mal\u201c. Am Mittwoch, den 30. Januar 2002, erschien das Foto gro\u00df im K\u00f6lner Stadtanzeiger &#8211; darauf mein Mann, Michael H\u00f6lzemer, und unsere drei Kinder, Angelique, Ben und Carolien nebst Hund. Da war ich schon stolz auf meine engagierte Familie.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, serif;font-size: 12pt\"><b>Liebe auf den zweiten Blick <\/b><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, serif;font-size: 12pt\">Recht schnell meldeten sich einige Leute und so wurde im Mai 2002 der Verein Ichendorfer Glasmuseum gegr\u00fcndet. Gr\u00fcndungsmitglied war ich zwar, aber in den Vorstand wollte ich nicht. Also wurden mein Mann Vorsitzender und unsere \u00e4lteste Tochter j\u00fcngstes Gr\u00fcndungsmitglied. Ab da ging alles ganz schnell. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, serif;font-size: 12pt\">Da die Kinder von Anfang an dabei waren, gab es f\u00fcr mich immer viel zu tun. Es ist schon eine ganz andere Organisation, ob ich alleine zum Vereinstreffen gehe oder zu f\u00fcnft. So fanden dann irgendwann einfachheitshalber die meisten Zusammenk\u00fcnfte bei uns zu Hause statt. Da mein Mann einen Vollzeitjob als Maschinenbau-Ingenieur aus\u00fcbt, blieb automatisch immer viel an mir h\u00e4ngen &#8211; die Telefonate und Boteng\u00e4nge tags\u00fcber sowie Notarbesuche, Kassenberichte und der ganze organisatorische Kram. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, serif;font-size: 12pt\">Die Materie Glas indes fand ich im Laufe der Zeit immer faszinierender. Als Diplom Kreativ Therapeutin und Sozialp\u00e4dagogin nahm ich immer mehr Anteil am Aufbau der Ausstellungen. Auch die Herstellung von Glas interessierte mich mehr und mehr.<br \/>\nDie historischen Hintergr\u00fcnde haben mich nie so ganz gepackt, aber die viele Geschichten der ehemaligen Glash\u00fctten-Mitarbeiter fand ich sehr spannend.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, serif;font-size: 12pt\"><b>Ausstellungen und Hobbywerkstatt<\/b><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, serif;font-size: 12pt\">Diese Begeisterung f\u00fcr Glas und den menschlichen Anteil bei der Herstellung wollte ich gern weitergeben. So habe ich damit begonnen, mit mehreren Jugendlichen zwischen 10 und 16 Jahren zu arbeiten. Die Glashobbywerkstatt war geboren. \u00dcber drei Jahren trafen wir uns einmal w\u00f6chentlich bei uns zu Hause im Garten und der Werkstatt, um \u201eHands-On-Vitrinen\u201c, ein Spiegelkabinett, Glasxylophone, eine Murmelbahn, eine Weltkugel aus Glas und was auch immer uns einfiel, herzustellen. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, serif;font-size: 12pt\">Wir bauten eine gro\u00dfe begehbare Spiegelkammer. Ein Oktaeder mit einem Trapezdach, alles mit Glas verkleidet. So gro\u00df wie ein Toilettenh\u00e4uschen, da konnte man rein gehen und sich wie in ein Kaleidoskop selbst betrachten. Die Spiegelkammer und mehrere andere Objekte sind als Ausstellung durch alle Kinderg\u00e4rten in Quadrath-Ichendorf gegangen, ebenso ins Bergheimer Rathaus. Das war ziemlich aufw\u00e4ndig, das kann ich Ihnen sagen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, serif;font-size: 12pt\">Ich musste beim Bauen alles schon so ausrichten, dass die Teile zerlegt werden konnten und in unseren Anh\u00e4nger passten. Au\u00dferdem mussten mit allen Kinderg\u00e4rten Termine f\u00fcr den Auf- und Abbau festgelegt werden. Daf\u00fcr brauchte ich zwei weitere Erwachsene, die mir an diesen Tagen helfen konnten. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, serif;font-size: 12pt\">Alle paar Wochen stand wieder ein ganzer Umzugstag mit ab- und wieder aufbauen an. Die n\u00e4chste Ausstellung ein Jahr sp\u00e4ter haben wir dann einfachheitshalber direkt in unseren Garten verlegt. Zwei Monaten lang stand die 35 m\u00b2 Ausstellung im Garten.<br \/>\nIn der Woche konnten sich Kinderg\u00e4rten oder Schulklassen anmelden (wir haben zum Gl\u00fcck ein sehr gro\u00dfes Grundst\u00fcck). Sonntags war jedes Mal Tag der offenen T\u00fcr mit Kuchen und Kaffee. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, serif;font-size: 12pt\"><b>Gem\u00fctliche Truppe<\/b><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, serif;font-size: 12pt\">Noch viele interessante Gespr\u00e4che, faszinierende Geschichten und gro\u00dfe Ausstellungen folgten. Dazu Jahreshauptversammlungen, Sitzungen bei uns zu Hause, gemeinsame Essen mit Vereinsmitgliedern und zwei GlasKunstM\u00e4rkte im Bergheimer Medio. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, serif;font-size: 12pt\">Ich habe mir immer mehr zugetraut und bin an der Aufgabe gewachsen: Mittlerweile bin ich auch im Gr\u00fcndungsvorstand des Vereins zur Einrichtung eines Museums in Bergheim, dem heutigen BergHeimat. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, serif;font-size: 12pt\">Manchmal wird mir alles zu viel. Aber wenn ich mich wieder mit Glas und dem ganzen Drumherum besch\u00e4ftigen kann, freut mich das sehr. So sind wir schon 12 Jahre unterwegs in Sachen Glas.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, serif\"><span style=\"font-size: 12pt\">Die Kinder nehmen zwar Anteil, haben aber nat\u00fcrlich schon l\u00e4ngst ihre eigenen Hobbys. Mein Mann und ich machen weiter &#8211; mal sehen, wo es uns so hinf\u00fchrt. Die Zusammenarbeit im Verein macht Spa\u00df, wir sind ein gem\u00fctliche Truppe. Jeder macht, was er kann und wann er es kann.<\/span> <\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Gl\u00e4sern und Menschen<\/p>\n<p>An einem ruhigen Sonntagmorgen fuhren mein Mann und ich mit unseren Kindern \u2013 zehn, acht und vier Jahre alt, zum Holzmuseum in Merscheid bei Morbach im Hunsr\u00fcck. Wir verbrachten mehrere wunderbare Stunden in der liebevoll gestalteten Ausstellung, die in einer zum Museum umgebauten alten Schule untergebracht ist. 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