{"id":5846,"date":"2015-04-21T14:52:42","date_gmt":"2015-04-21T12:52:42","guid":{"rendered":"http:\/\/unser-quartier.de\/stadt-bergheim\/?page_id=5846"},"modified":"2015-05-22T22:40:50","modified_gmt":"2015-05-22T20:40:50","slug":"grosseltern-im-ehrenamt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/unser-quartier.de\/stadt-bergheim\/2015\/04\/grosseltern-im-ehrenamt\/","title":{"rendered":"Gro\u00dfeltern im Ehrenamt"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-size: 12pt\">Wer keine Enkel hat, kann sich um die Kinder fremder Eltern k\u00fcmmern,<\/span><\/p>\n<div id=\"content\">\n<p><span style=\"font-size: 12pt\">von lea sibbel, Artikel aus K\u00f6lner Rundschau<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12pt\">Auf dem Spielplatz sieht man andere Omas und Opas mit ihren Enkelkindern spielen. Der Blick auf sie ist nicht ganz ohne Neid: Bei den eigenen Kindern steht kein Nachwuchs ins Haus. Und er wird voraussichtlich auch nicht kommen. Wenn die eigenen Kinder keine Kinder wollen, ist das f\u00fcr die Eltern nicht immer leicht. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12pt\">Denn viele tr\u00e4umen davon, sich als Gro\u00dfeltern um die nachfolgende Generation k\u00fcmmern zu k\u00f6nnen. Die Familienplanung anzusprechen, ist durchaus erlaubt.<br \/>\nAuf das Wie kommt es an: &#8220;Die Zielsetzung darf nicht sein, das Kind zu \u00fcberzeugen oder zu \u00fcberreden&#8221;, sagt Ursula Lenz, Sprecherin der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO). Stattdessen k\u00f6nne man sagen: &#8220;Ich w\u00fcrde mich \u00fcber Nachwuchs freuen&#8221; und: &#8220;Ich m\u00f6chte gerne verstehen, warum ihr euch gegen Kinder entscheidet&#8221;.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12pt\">Die Kinder unter Druck zu setzen oder ihnen ein schlechtes Gewissen zu machen, weil nun die Gro\u00dfeltern-Tr\u00e4ume geplatzt sind, ist falsch: &#8220;Das w\u00e4re \u00fcbergriffig&#8221;, sagt Lenz. &#8220;Das ist eine Entscheidung, die nicht die Eltern treffen&#8221;, best\u00e4tigt auch Karl Foitzik.<br \/>\nEr ist Vorsitzender im Verein &#8220;Gro\u00dfeltern stiften Zukunft&#8221; in N\u00fcrnberg.<br \/>\nWollen die Kinder keinen eigenen Nachwuchs, m\u00fcssen die Eltern damit leben.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12pt\">Warum der Wunsch, Gro\u00dfeltern zu werden, bei vielen \u00fcberhaupt so ausgepr\u00e4gt ist, ist evolution\u00e4r begr\u00fcndet, erkl\u00e4rt der Psychologe Horst Heidbrink, der an der Fern-Universit\u00e4t Hagen zu sozialen Beziehungen forscht. &#8220;Es ist der mehr oder weniger bewusste Wunsch, dass wir unsere Gene weitergeben.&#8221; Aber: &#8220;Wir als Menschen sind unserem evolution\u00e4ren Erbe nicht einfach ausgeliefert&#8221;, erkl\u00e4rt Heidbrink. Es hilft, sich von ihm zu distanzieren und sich klar zu machen: Wir m\u00fcssen unsere Gene nicht selbst weitergeben &#8211; dies k\u00f6nnen auch Verwandte, zum Beispiel Geschwister und deren Kinder f\u00fcr uns tun.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12pt\">Ein anderer Punkt ist eher metaphysischer Natur: &#8220;Die meisten von uns haben den Wunsch, dass mit dem eigenen Tod nicht alles vorbei ist&#8221;, erkl\u00e4rt Heidbrink. &#8220;F\u00fcr uns Normalsterbliche sind das, was wir hinterlassen k\u00f6nnen, unsere Kinder.&#8221; Haben die selbst keinen Nachwuchs, kann das Folgen haben: &#8220;Da stellt sich irgendwie das Gef\u00fchl ein: Ich habe in die Kinder sehr viel investiert &#8211; und die f\u00fchren das gar nicht weiter!&#8221;, sagt Heidbrink. So, wie man aber seine eigenen Entscheidungen getroffen hat, als es um die Familienplanung ging, muss man auch den Kindern ihre Entscheidung lassen. Wer sie die Entt\u00e4uschung dar\u00fcber immer wieder sp\u00fcren l\u00e4sst, belastet damit nur die Beziehung zu ihnen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12pt\">Zum Akzeptieren geh\u00f6rt mitunter auch, die eigenen Pl\u00e4ne f\u00fcr die Phase nach der Erwerbst\u00e4tigkeit zu \u00e4ndern: Denn gerade den Ruhestand sehen viele als die Zeit an, die mit Enkelkindern verbracht werden kann.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12pt\">Soziale Kontakte pflegen<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12pt\">Immerhin bedeutet der Eintritt ins Rentenalter f\u00fcr viele eine gravierende Ver\u00e4nderung, sagt Lenz. &#8220;Der Rhythmus zwischen An- und Entspannung entf\u00e4llt.&#8221; Ein Enkelkind h\u00e4tte dann auch eine tagesstrukturierende Wirkung, mit ihm k\u00e4me eine gewisse Verbindlichkeit in den Alltag.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12pt\">Dabei ist man daf\u00fcr gar nicht abh\u00e4ngig von der Familienplanung der eigenen Kinder. &#8220;Ich kann das, was ich mit eigenen Enkelkindern gemacht h\u00e4tte, vielleicht mit anderen Kindern machen&#8221;, sagt Heidbrink. Zum Beispiel, indem man Leihopa oder -oma wird. Daf\u00fcr muss man den Wunsch, dass es die eigenen Enkel sein sollen, \u00fcberwinden. &#8220;Das ist kein einfacher, aber wenn er gelingt, ein sinnvoller und gl\u00fcckbringender Schritt&#8221;, erkl\u00e4rt Lenz. &#8220;Es gibt so viele zuwendungsbed\u00fcrftige Kinder.&#8221;<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12pt\">Karl Foitzik betreut das Projekt Wunschgro\u00dfeltern beim Verein Gro\u00dfeltern stiften Zukunft. Dort bringt man junge Familien mit Senioren in Kontakt &#8211; &#8220;dann m\u00fcssen sie sich selbst testen&#8221;, erkl\u00e4rt er. Manchmal passt die Chemie nicht. Alles in allem sind Foitziks Erfahrungen aber positiv: Seit drei Jahren vermittelt der Verein Familien und Wunschgro\u00dfeltern, rund 60 gelungene Partnerschaften seien schon entstanden.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12pt\">Was die Kinder mit ihren Wunschgro\u00dfeltern tun, ist ganz unterschiedlich &#8211; von Kinobesuchen bis zur Fahrt zum Musikunterricht ist alles dabei. Wichtig ist nur, ganz zu Beginn die Erwartungen abzukl\u00e4ren. So umgeht man auch das Problem, sich zu viel zuzumuten &#8211; &#8220;um die eigene Freiheit nicht zu sehr einzuschr\u00e4nken&#8221;, sagt Lenz.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12pt\">Eine andere M\u00f6glichkeit besteht darin, als Aupair-Oma oder -Opa noch einmal etwas Zeit im Ausland zu verbringen und dort den Kontakt zwischen den Generationen zu suchen. Dieser Kontakt sei auch deshalb so wichtig, weil er jung halte, sagt Foitzik.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12pt\">Fit h\u00e4lt aber auch, soziale Kontakte mit Gleichaltrigen zu pflegen: Denn es m\u00fcssen gar nicht immer Ersatzenkel her, erf\u00fcllt sich der Wunsch nach den eigenen nicht. &#8220;Da geht es darum, jetzt Aktivit\u00e4ten zu entwickeln&#8221;, erl\u00e4utert Lenz. &#8220;Wichtig ist, neben dem Gef\u00fchl, dass man in h\u00f6herem Alter etwas Sinnvolles tut, dass man soziale Kontakte pflegt und nicht vereinsamt&#8221;, f\u00fcgt Heidbrink hinzu. Ob das nun als Wunschoma bei den Wunschenkeln geschieht oder etwa beim Kl\u00f6nen mit anderen Ehrenamtlichen in der Gemeinde, spielt daf\u00fcr keine Rolle.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><span style=\"font-size: 10pt\">Zugesandt von B.Welter<\/span><\/p>\n<div><span style=\"font-size: 12pt\">\u00a0<\/span><\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer keine Enkel hat, kann sich um die Kinder fremder Eltern k\u00fcmmern,<\/p>\n<p>von lea sibbel, Artikel aus K\u00f6lner Rundschau<\/p>\n<p>Auf dem Spielplatz sieht man andere Omas und Opas mit ihren Enkelkindern spielen. Der Blick auf sie ist nicht ganz ohne Neid: Bei den eigenen Kindern steht kein Nachwuchs ins Haus. 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