{"id":8569,"date":"2015-11-05T22:17:35","date_gmt":"2015-11-05T21:17:35","guid":{"rendered":"http:\/\/unser-quartier.de\/stadt-bergheim\/?p=8569"},"modified":"2015-11-05T22:17:35","modified_gmt":"2015-11-05T21:17:35","slug":"neues-aus-der-nachbarschaft-man-lernt-nie-aus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/unser-quartier.de\/stadt-bergheim\/2015\/11\/neues-aus-der-nachbarschaft-man-lernt-nie-aus\/","title":{"rendered":"Neues aus der Nachbarschaft&#8230; man lernt nie aus!"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-size: 12pt\">Bevor mein Nachbar in den wohlverdienten Ruhestand ging, war er als Leiter einer Bankfiliale t\u00e4tig. Dort hatte er sich \u2013 wie er mir einmal erz\u00e4hlte \u2013 stets erfolgreich gegen die Installation eines Computers gewehrt und war stolz auf die alte Schreibmaschine, die seit vielen Jahren auf seinem Schreibtisch stand.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12pt\">Nachdem mein Nachbar aus dem Berufsleben ausgeschieden war, kaufte er sich zu meiner Verwunderung als erstes einen Computer. Immer wieder l\u00f6cherte er den Verk\u00e4ufer und die Nachbarn mit Fragen und lie\u00df sich alles ausf\u00fchrlich erkl\u00e4ren.<br \/>\nObwohl er zwischendurch \u00f6fter \u00fcber die neue Technik schimpfte, blieb er beharrlich bei seinem Ziel, den Computer und dessen Bedienung bis ins Detail kennenzulernen. Dies ist ihm auch mit gro\u00dfem Erfolg gelungen. Vor einiger Zeit fand ich in meinem Briefkasten eine Nachricht des Paket-zustellers, dass er bei meinen Nachbarn ein P\u00e4ckchen f\u00fcr mich abgegeben habe. Ich klingelte also, die Nachbarin \u00f6ffnete die T\u00fcr und empfing mich mit den Worten: \u201eGut, dass Du kommst. Helmut hat ein Problem mit dem Computer, vielleicht kannst Du ihm helfen. Er sitzt hinten im B\u00fcro.\u201c<br \/>\nErstaunt ging ich zu ihm.<br \/>\nAls ich das B\u00fcro betrat, polterte er auch schon los: \u201eSeit Jahren erledige ich meine Bankgesch\u00e4fte am Computer. Immer hat alles einwandfrei funktioniert und nun will er nicht!\u201c Verzweifelt raufte er sich die Haare. Erkl\u00e4rend f\u00fcgte er noch hinzu: \u201eIch hatte telefonisch Karten f\u00fcr eine Veranstaltung bestellt. Heute erhielt ich die Rechnung und wollte jetzt schnell den Rechnungsbetrag \u00fcberweisen.\u201c<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12pt\">Ich schaute auf den Bildschirm. Soweit ich zun\u00e4chst erkennen konnte, war das \u00dcberweisungsformular korrekt ausgef\u00fcllt. Aber dann fiel es mir auf. Er hatte im Feld \u201eVerwendungszweck\u201c nicht \u2013 wie eigentlich \u00fcblich und erforderlich &#8211; die Kunden- und Rechnungsnummer sowie das Kennwort eingetragen, sondern zu meinem Erstaunen einen Brief geschrieben. \u201eHiermit \u00fcbersende ich Ihnen den Rechnungsbetrag f\u00fcr die von mir am Donnerstag letzter Woche telefonisch bestellten Karten f\u00fcr drei Personen und bitte um umgehende Zusendung der Karten an meine Anschrift.\u201c, war dort zu lesen. Aha, alles klar! Ich erkl\u00e4rte ihm also, dass im Feld \u201eVerwendungszweck\u201c lediglich eine beschr\u00e4nkte Anzahl von Buchstaben und\/oder Zahlen m\u00f6glich sei. Verst\u00e4ndnislos schaute er mich an und meinte: \u201eDas kann ja nicht sein, der ganze Text steht doch da.\u201c Nochmals wies ich darauf hin, dass das System eben aufgrund der eigentlichen Vorgabe diesen langen Text nicht akzeptieren und daher auch nicht \u2013 wie von ihm gew\u00fcnscht \u2013 reagieren w\u00fcrde. Er war mit meiner Erkl\u00e4rung jedoch nach wie vor nicht einverstanden. Daraufhin erkl\u00e4rte ich ihm: \u201eDu warst doch bei einer Bank besch\u00e4ftigt. Stell\u2018 Dir einmal vor, das \u00dcberweisungsformular liegt vor Dir auf dem Schreibtisch. Wenn Du dieses mit der Hand ausgef\u00fcllt hast, konntest Du doch auch nicht beliebig viel in die f\u00fcr den Verwendungszweck vorgesehenen K\u00e4stchen schreiben. Das ist im Computer ebenso.\u201c Zun\u00e4chst schaute er mich wortlos an und meinte dann mit einem Griff zum Telefon entr\u00fcstet: \u201eDas geht so nicht! Ich rufe jetzt bei der Bank an; das m\u00fcssen die sofort \u00e4ndern!\u201c\u00a0 Ich kenne meine Nachbarn schon \u00fcber drei\u00dfig Jahre. Daher wei\u00df ich auch, dass mein Nachbar, wenn er sich einmal etwas in den Kopf gesetzt hat, durch nichts und niemanden davon abzubringen ist. Ich lie\u00df ihn also allein und ging zu seiner Frau. Sie erkundigte sich sofort, ob ich ihrem Mann h\u00e4tte helfen k\u00f6nnen. Als ich ihr daraufhin alles berichtete, lachte sie und meinte: \u201eGut, Du hast Dein Bestes getan. Ihm ist einfach nicht zu helfen.\u201c W\u00e4hrend wir noch miteinander sprachen, eilte schnellen Schrittes ihr Mann herbei und belehrte uns folgenderma\u00dfen: \u201eIch habe bei der Bank angerufen und das Problem geschildert. Die haben mir jetzt erkl\u00e4rt, dass in dem Feld \u201aVerwendungs-zweck\u2018 nur die Angabe einer bestimmten Anzahl von Buchstaben und\/oder Zahlen m\u00f6glich ist.\u201c Der freundliche Hinweis seiner Frau und mir, dass ich ihm genau das doch auch so erkl\u00e4rt h\u00e4tte, stie\u00df bei ihm auf taube Ohren. Resolut forderte er uns auf, ihn nicht zu unterbrechen. Nachdem er uns anhand von Beispielen noch einmal genauestens \u201eaufgekl\u00e4rt\u201c hatte, ging er mit sich und seiner Umwelt zufrieden zu seinem Computer zur\u00fcck, um den \u00dcberweisungsvorgang endlich abzuschlie\u00dfen.<\/span><\/p>\n<p>von Christa Commer<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bevor mein Nachbar in den wohlverdienten Ruhestand ging, war er als Leiter einer Bankfiliale t\u00e4tig. 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