Ausgrenzung, Boykott und Pogrome gegen Juden

Hansi Frost

Damals hatte Frau Timm einen kleinen jüdischen blonden Freund, der jünger als sie war. Der fing sie öfter ab, wenn sie aus der Schule kam. Seine Eltern hatten um die Ecke herum ein kleines Zigarettengeschäft, in dem Eva für ihren Vati R6 und für ihre Mutter Muratti Kork – die berühmte Berliner Zigarettenmarke schlechthin! – kaufte. 

Eines Tages wechselte die Inhaberschrift in: „Erna Sara Frost“, und zwar in großen Blockbuchstaben geschrieben. Bis dahin wusste niemand, dass es ein jüdisches Geschäft war.

 

Hansi Frost
Hansi Frost – der kleine jüdische Freund von Eva Timm

 

HANS FROST, GEB. AM 25.11.1941, ZULETZT WOHNHAFT IN BERLIN-CHARLOTTENBURG, WITZLEBENSTRAßE 20, WURDE AM 07.11.1941 DEPORTIERT UND ACHT TAGE SPÄTER ERMODERT.

Reichspogromnacht

Die Hetze gegen die Juden wurde immer schlimmer. Es war der 09. November 1938, als ihre Mutter zu den beiden Kindern sprach: „Ich nehme meine Kinder an die Hand. Sie sollen sehen, welche Schande dieser Kerl über Deutschland gebracht hat.“ 

Lesung zur Reichspogromnacht

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