Weihnachten in Pommern

Weihnachten in meiner Kindheit in Pommern war in meiner Erinnerung eine sehr schöne Zeit. Pommern lag im Osten Deutschlands, und im Winter gab es durch die Kälte und den Nebel oft Raureif.  Bäume und Sträucher waren dann dick weiß bereift. Im hohen Schnee wurden die Fahrten im Schlitten zurückgelegt.

Auf dem Hof lebte auch die Mutter meiner Mutter, also meine Oma. Eine Magd half ihr im Haus und auf dem Hof. Der Knecht half bei der Stallarbeit. Denn es gab immer viel zu tun.

In der Scheune lärmte die Dreschmaschine und drosch die Garben. Das Korn wurde in Säcken auf den Boden getragen. Das Vieh war im Stall und die gemolkene Milch wurde mit dem Pferdewagen zur Molkerei gefahren. Die Schweine quiekten oft und die Gänse schnatterten.  Zu Weihnachten wurde immer ein Schwein geschlachtet und zu Schinken und Wurst verarbeitet.  Die Gänse wurden auch zu Weihnachten geschlachtet und dann zum Verkauf in die Stadt gefahren. Meine Mutter hatte viele treue Kunden.  Die Federn der Gänse wurden auf den Boden gebracht  und zwischen Weihnachten und Neujahr gesplissen. Daraus wurden dann Federbetten gemacht.

Im Haus wurde alles geputzt und für Weihnachten vorbereitet. Es wurden Brot, Kuchen und Plätzchen gebacken. Die Gans wurde bis Weihnachten in die kalte Kammer gehängt.

Auf den Braten freuten sich immer alle. Die Vorfreude stieg und alle packten fleißig mit an.

Am Heiligen Abend versammelten sich alle in der guten Stube, die zu diesem Feiertag ordentlich geheizt wurde.

Wenn dann alle beieinander saßen, klingelte es an der Tür, und dort stand dann der Weihnachtsmann. Meine Schwester und ich drückten uns an unseren Vater, und vor lauter Angst merkten wir gar nicht, dass Mutti weg war. Wir sagten dann unser Verslein auf und sangen Weihnachtslieder. Zum Abendbrot gab es dann den köstlichen Gänsebraten.

Adventszeit Teeglas
Adventszeit Tee

Zu den restlichen Feiertagen kam oft Besuch, oder wir gingen zu unseren Verwandten. Die Tage waren so gemütlich und gingen immer viel zu schnell rum.

Letzte Artikel von Ruthilde Anders (Alle anzeigen)

Schreibe einen Kommentar