Elternhaus

Ich bin am 1934 in Duisburg geboren, und ich war das jüngste Kind unserer Familie. Ich habe noch zwei ältere Schwestern.

 

Hermann Ruthmann

Mein Vater, Hermann Ruthmann, wurde am 23.07.1901 geboren und war wie sein Vater Carl Ruthmann und seine beiden Brüder Emil und Karl gelernter Metzgermeister im elterlichen Betrieb einer Großschlachterei. Er wurde 1941 eingezogen und war bei einer Versorgungseinheit in Frankreich; als gelernter Metzgermeister verbrachte er dort nach seinen Aussagen eine sehr angenehme Zeit. Der selbst ernannten „Schlachterkompanie“ wurde Lebendvieh zugeführt, welches er zu Lebensmitteln für die Besatzungstruppen der deutschen Wehrmacht in Frankreich verarbeitete.  Wir standen im Briefwechsel mit ihm, und er kam gelegentlich auf Urlaub. Er zählte zu der Kategorie jener Männer, die bei einem Bombenalarm riefen: „Bloß wieder weg hier    das hält man ja nicht aus.“

 

Sofie Ruthmann

Meine Mutter, Sofie Ruthmann, geborene Helft, wurde am 03.09.1900 in Duisburg geboren. Sie entstammte einer Arbeiterfamilie mit 8 Geschwistern, ging nach der Volksschule ‚in Stellung’ – wie man damals sagte – bei Familie Ostermann, die in Duisburg das führende Uhren-  und Schmuckgeschäft betrieb. Später war sie noch in verschiedenen Gastronomiebetrieben tätig. Nach der Familiengründung blieb sie Hausfrau. Sie war langjährige Sopransängerin im Chor der Fleischerinnung Duisburg bis etwa 1960.

Während des Krieges habe ich meine Mutter als sehr couragiert erlebt.

 

Meine Schwestern

Meine älteste Schwester Marianne, geboren am 03.08.1924, war 10 Jahre älter als ich. Nach dem Volksschulbesuch absolvierte sie eine Lehre als Textilkauffrau und war darin bis 1967 tätig. Wegen kriegsbedingter Dienstverpflichtung  war sie von 1943 bis 08.05.1945 in Dänisch Nienhof bei Eckernförde bei der Kriegsmarine in einem Forschungs- und chemischen Laborbetrieb  (zwischen Kiel und Eckernförde) an der Ostsee in der Telefonzentrale. Sie konnte dort Zivil tragen.

Die zweite Schwester, Thea, geb. am 28.11.1930), ging in Duisburg nach der Volksschule auf die  Mittelschule, bis die Schulen in Duisburg geschlossen wurden.  Ihre gesamte Schule wurde daraufhin 1943 nach Böhmen und Mähren (Tschechien) evakuiert (KLV). Man hatte dort Kurhotels zur weiteren Unterbringung requiriert. Neben dem Unterricht gab es eine halbmilitärische Ausbildung im BDM mit Uniformen, Fahnen, Marschieren und allem drum und dran. Sie blieb dort bis ca. Ende 1944. Nach dem Krieg beendete sie 1945 die Mittelschule, um anschließend in die Lehre zur Einzelhandelskauffrau in Uhren und Schmuck bei ‚Uhren Ostermann‘ in Duisburg zu gehen; meine Mutter war bei dieser Familie ja bereits in Stellung gewesen. Etwa 1960 stieg sie in den Großhandel dieser Branche in Düsseldorf und Essen um und blieb dort bis zur Pensionierung 1993 als Prokuristin.

 

Video: 1934_Vorstellung der Familie

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