Zeitzeugeneinsatz am Schalker Gymnasium

Wir wurden von den Lehrkräften gefragt, ob die Schüler uns fotografieren dürften, wozu wir unser Einverständnis gaben.

Ich berichtete von meiner Kindheit und Jugend im Nationalsozialismus. Wie leicht war es doch, uns und unsere Eltern für etwas zu begeistern, was in einem Fiasko 1945 endete. Wir waren ja, der täglichen damaligen Propaganda ausgesetzt, stolz, unsere Uniformen zu tragen! Wir merkten ja gar nicht, das alles das, was uns Jugendlichen geboten wurde, nur dazu diente, aus uns stramme Soldaten zu machen.

Trotz der verheerenden Bombenangriffe der Alliierten glaubten wir bis zum Schluss 1945 tatsächlich immer noch an den Endsieg. Wir erfuhren nichts über die Niederlagen der deutschen Wehrmacht. – Es lag mir daran, die Jugendlichen vor Leichtgläubigkeit zu warnen.

Wie viel bekam man an Fett?
Lebensmittelzuteilung

Es wurde auch das Thema “Nach dem Krieg” behandelt: die Hungerjahre 1945-1946. Dazu hatte Frau Storks einen kleinen Koffer mitgebracht, in dem sich die Tagesration für die Zeit nach dem Krieg befand.

Es hat mir große Freude gemacht, Antworten zu geben auf Fragen, die mir die Schüler stellten. Ich hätte gerne noch weitere Fragen beantwortet, aber dazu hat leider die Zeit gefehlt.

Nach diesem Unterrichtsgespräch wurden gefragt, ob wir noch etwas Zeit hätten, am Unterricht einer 7. Klasse teilzunehmen. Das taten wir gerne. An dieser Unterrichtsstunde teilzunehmen war sehr aufschlußreich, behandelte die Klasse doch gerade das Buch ” Die Welle“. Das Buch zeigt doch in einem kleinen Rahmen, was damals im Dritten Reich geschah und in einem Fiasko endete.

Horst Rübenkamp, 17.07.2018

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