Zeitzeugeneinsatz in Rumeln-Kaldenhausen

Albert Einstein Gymnasium

Am 24.01.2019 hatten ein weiterer Zeitzeuge und ich einen Zeitzeugeneinsatz im Albert Einstein Gymnasium in Rumeln-Kaldenhausen (Duisburg) in einem Geschichtskurs der Jahrgangangsstufe 9. Das Thema lautete „Nachkriegszeit“.

Wir wurden bei unserer Ankunft sehr freundlich von der Lehrerin des Kurses empfangen, und gemeinsam gingen wir in die Klasse, wo wir ebenfalls freundlich von den Schülern begrüßt wurden.

Zwar musste ich keinen Krieg erleben, worüber ich unendlich dankbar bin, doch hatte ich die Folgen eines Krieges alltäglich durch die schwere Kriegsverletzungen meines Vaters vor Augen, der sein gesamtes Leben in vielen Alltäglichkeiten auf die Hilfe meiner Mutter oder auch von mir angewiesen war. Ich schilderte den Schülern wie unser Familienalltag ablief, berichtete über unsere damals sehr einfachen Wohnverhältnisse mit dem Plumpsklo außerhalb des Hauses und wie unsere Ernährung ablief. Ferner erzählte ich von meiner ausgesprochen schönen Kindheit.

Zur Sprache kam auch das Thema Taschengeld, da es diese Regelung zur damaligen Zeit nicht gab. Um etwas Geld für zusätzliche Süßigkeiten zu haben, habe ich Kinder gehütet, bin mit ihnen im Kinderwagen spazieren gegangen, habe für Nachbarn eingekauft oder Schrott gesammelt und diesen zum „Klüngelspitt“ gebracht und dafür ein paar Groschen bekommen. Im Alter von 11 Jahren durfte ich in einem kleinen Lebensmittelgeschäft die Schaufenster dekorieren. Das Geld, welches ich dafür bekam, habe ich immer zur Hälfte gespart.

Dann konnte ich zum Schluß meiner Ausführungen den jungen Menschen noch meinen mitgebrachten „Koffer der Erinnerung“ vorstellen und über die Bedeutung von einigen Dingen, die mir wichtig waren, erzählen.

Unsere Zeit in Schule verging wie im Flug, und ich habe während unserer Anwesenheit nur sehr interessierte und aufmerksame Schülerinnen und Schüler wahrgenommen, die uns während der gesamten Zeit freundlich zugewandt waren. Die Lehrerin  Frau  S. bewertete unsere Schilderungen sehr positiv und hob besonders den Kontrast zwischen uns zwei Zeitzeugen hervor, denn wir haben sehr unterschiedliche Begebenheiten zu berichten gehabt. Die Schülerinnen und Schüler haben uns genauso wie Frau S. freundlich verabschiedet.

Jutta Loose

Mein Name ist Jutta Loose, ich bin 1949 geboren und lebe in Mülheim an der Ruhr. Die Beweggründe, mich der Zeitzeugenbörse anzuschließen, liegen im Interesse am Zeitgeschehen und dem Wunsch, jüngeren Generationen zu vermitteln, wie sich unser Leben in seiner Einfachheitin früheren Jahren gestalten ließ.

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