Weihnachten in Australien

Vor Weihnachten, wenn’ s tierisch warm, Frau Känguru nahm ihren Mann in den Arm. 

Sie flüstert in sein langes Ohr: 

„Heut Abend hab’ ich was Tolles vor. 

Unser Fest soll sein das Schönste auf Erden, weil wir zusammen sehr glücklich sein werden.“

„Nun gut“, sprach da der Kängurumann, „dann fange ich geschwind mit dem Wichtigsten an.“ 

Mit großen Sprüngen ging’s Richtung Wald, weil es einen Christbaum zu finden galt. 

Er fand einen Baum, zwei Meter groß, und sagte stolz: „Jetzt geht das Fest bald los.“

„Aber nein, mein Lieber“, sagte die Kängurufrau, „etwas anderes ist wichtiger, das weiß ich genau!“ 

„Na klar“, rief er, “jetzt fällt es mir ein, unser Tannenbaum muss doch geschmückt sein.“ Flugs steckt er einen Strohstern auf die Spitze und schmückt die Zweige mit goldener Litze. 

Dazu auch Kugeln und Kerzen, bis feierlich es war. 

„Jetzt kann es losgehen … jetzt ist es wunderbar!“

„Tut mir leid, mein Gemahl“, sagt die Kängurufrau, 

„noch immer fehlt das Wichtigste, das weiß ich genau!“

„Oh je“, rief der gute Herr Känguru, „du hast völlig recht: 

Weihnachten ohne Gebäck, das wär’ richtig schlecht!“ 

Und schnell ging’s ans Backen, fünf Dosen voll. Froh rief er: „Komm Frau, jetzt feiern wir toll!“ 

„Noch nicht ganz mein Schatz“, sagte leise die Frau, 

„hier ist das Allerwichtigste. … Komm her und schau.“

Dann zog sie aus ihrem Beutel geschwind, ein allerliebstes, hübsches Kängurukind. 

Denn zur Weihnacht gehören Kinder dazu, beim Menschen genau wie beim Känguru! 

Reni Petersen

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Ein Gedanke zu „Weihnachten in Australien“

  1. Weihnachten ohne Ge(p)äck geht schon – aber ohne Ge(b)äck ist schlecht…!
    Aber – schönes Gedicht – mal was anderes – freue mich auf Mittwoch!

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