Schule

Unsere Familie war immer sehr neugierig. Für uns hieß es immer: Du musst ernsthaft lernen, nicht nur in der Schule. Lesen und Schreiben brachte mir meine Schwester bei, Rechnen der Vater, und zwar alles vor meiner Einschulung. Denn man muss wissen, dass die Schulen noch vor einer etwaigen Einschulung meinerseits im Krieg geschlossen wurden. Ich kam also erst mit  neun Jahren in die Schule.

Wir hatten immer über 30 Schüler in einer Klasse – bis zu den letzten Jahren. Ich hatte den Eindruck, dass meine Klasse nicht gerade die beste war. Dabei sollte man auch wissen, dass die Eltern mancher Schüler hoch interessiert zu sein schienen, die anderen haben das so laufen lassen. Früher hatten wir in unserer Klasse so drei, vier, fünf, die waren interessiert und wurden auch von den anderen hoch angesehen. Wenn dann etwas im Unterrichtsstoff war, was die Kameraden nicht verstanden haben, guckten sie sich gegenseitig an, fanden aber keine Lösung.

Als wir  die Schule beendeten, hatte ich mit drei anderen Kameraden die besten Zeugnisse. Wobei man wissen muss – unser Schullehrer sagte, wir machen keine Einser, bei uns gibt es immer nur Zweier. Wenn ihr eine Eins hättet, wäret ihr genauso gut wie wir. Jedenfalls gingen da 6 in die Oberschule. Von den 6 waren 5 reichlich mittelmäßig, ein Mädchen war dabei, die hatte wirklich was im Kopf. Aber die Eltern der 5 konnten das Schulgeld für die Mittelschule aufbringen, wir nicht.

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