Horst Heckmann

Profil

Horst Heckmann wurde am 31. Januar 1928 in Mülheim an der Ruhr im Stadtteil Heißen geboren, in der Nähe der ehemaligen Zeche Wiesche. Er gehört zum „Mülheimer Adel“, so bezeichnen die Mülheimer sich selber, wenn mütterlicher- und auch väterlicherseits schon lange Wurzeln in Mülheim sind. Er als „Ureinwohner“ liebäugelt gerne mit diesem Dünkel und spricht auch heute noch das stadtgebundene Mölmsch Platt.

WeiterlesenHorst Heckmann

Meine Zeit als Neulehrer in der SBZ / DDR

Der Krieg ist vorbei – Leben in der SBZ / DDR

Im Rahmen unserer Lesungen in der Bücherei am Löhberg Nr. 4 widmete ich mich diesmal dem o.g. Thema. Die Teilnehmerzahl – sie betrug 22 – hätte etwas größer sein können. Vielleicht waren den Älteren der späte Beginn oder die Angst, nach Ende der Veranstaltung alleine durch die Dunkelheit gehen zu müssen, die Gründe dafür, vielleicht aber auch die Urlaubszeit.

Die anwesenden Zuhörerinnen und Zuhörer zeigten jedenfalls ein verhältnismäßig großes Interesse, evtl. auch deshalb, weil es nicht alltäglich war, dass ein junger Westdeutscher sich freiwillig in die damals anrüchige sowjetische Besatzungszone begeben hatte, um dort pädagogisch tätig zu werden. Der Vortrag gab aber auch zu erkennen, dass meine Reise dorthin nicht stattfand, um dort länger zu verweilen, sondern lediglich die Familienzusammenführung zu bewirken.

WeiterlesenMeine Zeit als Neulehrer in der SBZ / DDR

Resümee: Horst Heckmann

Mein 90-jähriges Leben war reich an Abwechslungen. Da gab es schöne Ereignisse, an die man sich gerne und oft erinnert; und da gab es solche, die man vergessen möchte, aber nicht kann.

Ich kam zur Welt, als noch die Weimarer Republik existierte, welche die Folgen des Ersten Weltkrieges zu tragen hatte. Ihr wurde im Laufe ihres Bestehens unterstellt, zu schwach zu sein, um die Deutschen aus der damals so genannten „Schmach und Hoffnungslosigkeit“ herauszuführen und ihnen wieder Lebensperspektiven zu verschaffen.

WeiterlesenResümee: Horst Heckmann

Freizeitgestaltung

Deutsche Jugend (DJ)

Wie andere meines Alters auch konnte ich die Zeit gar nicht abwarten, bis ich endlich mit 10 Jahren, Anfang 1938, in die Hitlerjugend eintreten konnte, weniger aus politischer Überzeugung (s. Elternhaus), sondern vor allem wegen der vielfältigen sportlichen Aktivitäten und des Gemeinschaftslebens. Das Motto war mir schnell klar und kann es heute noch schnell repetieren:

Jungvolkjungen sind hart, schweigsam und treu. Jungvolkjungen sind Kameraden. Der Jungvolkjungen Höchstes ist die Ehre.

Auch Hitlers Forderung an die Jugend kommt schnell:

Jungvolkjungen müssen sein: zäh wie Leder, flink wie Windhunde und hart wie Kruppstahl.

WeiterlesenFreizeitgestaltung

Reichspogromnacht

Am 10. November 1938 fuhr ich wie jeden Morgen mit der Straßenbahn vom Wiescher Weg in die Stadt. Am Viktoriaplatz musste ich aussteigen und den restlichen Weg über die Kaiserstraße hoch zur Schule in der Adolfstraße zu Fuß zurücklegen. Doch an diesem Tag war alles anders. Aus der Synagoge am Viktoriaplatz stiegen dichte Rauchwolken in den Himmel. Neugierig näherte ich mich mit den anderen Schulkameraden dem imposanten Gebäude, aus dem hohe Flammen schlugen. Davor stand eine Menschenmenge staunend vor sich hin murmelnd, viele diskutierten und mutmaßten. Andere wiederum - es waren SA-Leute - grölten: "Juden raus! Nieder mit dem Judenpack!"

WeiterlesenReichspogromnacht