Meine Zeit als Neulehrer in der SBZ / DDR

Der Krieg ist vorbei – Leben in der SBZ / DDR

Im Rahmen unserer Lesungen in der Bücherei am Löhberg Nr. 4 widmete ich mich diesmal dem o.g. Thema. Die Teilnehmerzahl – sie betrug 22 – hätte etwas größer sein können. Vielleicht waren den Älteren der späte Beginn oder die Angst, nach Ende der Veranstaltung alleine durch die Dunkelheit gehen zu müssen, die Gründe dafür, vielleicht aber auch die Urlaubszeit.

Die anwesenden Zuhörerinnen und Zuhörer zeigten jedenfalls ein verhältnismäßig großes Interesse, evtl. auch deshalb, weil es nicht alltäglich war, dass ein junger Westdeutscher sich freiwillig in die damals anrüchige sowjetische Besatzungszone begeben hatte, um dort pädagogisch tätig zu werden. Der Vortrag gab aber auch zu erkennen, dass meine Reise dorthin nicht stattfand, um dort länger zu verweilen, sondern lediglich die Familienzusammenführung zu bewirken.

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Resümee: Horst Heckmann

Mein 90-jähriges Leben war reich an Abwechslungen. Da gab es schöne Ereignisse, an die man sich gerne und oft erinnert; und da gab es solche, die man vergessen möchte, aber nicht kann.

Ich kam zur Welt, als noch die Weimarer Republik existierte, welche die Folgen des Ersten Weltkrieges zu tragen hatte. Ihr wurde im Laufe ihres Bestehens unterstellt, zu schwach zu sein, um die Deutschen aus der damals so genannten „Schmach und Hoffnungslosigkeit“ herauszuführen und ihnen wieder Lebensperspektiven zu verschaffen.

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Freizeitgestaltung

Deutsche Jugend (DJ)

Wie andere meines Alters auch konnte ich die Zeit gar nicht abwarten, bis ich endlich mit 10 Jahren, Anfang 1938, in die Hitlerjugend eintreten konnte, weniger aus politischer Überzeugung (s. Elternhaus), sondern vor allem wegen der vielfältigen sportlichen Aktivitäten und des Gemeinschaftslebens. Das Motto war mir schnell klar und kann es heute noch schnell repetieren:

Jungvolkjungen sind hart, schweigsam und treu. Jungvolkjungen sind Kameraden. Der Jungvolkjungen Höchstes ist die Ehre.

Auch Hitlers Forderung an die Jugend kommt schnell:

Jungvolkjungen müssen sein: zäh wie Leder, flink wie Windhunde und hart wie Kruppstahl. 

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Reichspogromnacht

Am 10. November 1938 fuhr ich wie jeden Morgen mit der Straßenbahn vom Wiescher Weg in die Stadt. Am Viktoriaplatz musste ich aussteigen und den restlichen Weg über die Kaiserstraße hoch zur Schule in der Adolfstraße zu Fuß zurücklegen. Doch an diesem Tag war alles anders. Aus der Synagoge am Viktoriaplatz stiegen dichte Rauchwolken in den Himmel. Neugierig näherte ich mich mit den anderen Schulkameraden dem imposanten Gebäude, aus dem hohe Flammen schlugen. Davor stand eine  Menschenmenge staunend vor sich hin murmelnd, viele diskutierten und mutmaßten. Andere wiederum - es waren SA-Leute - grölten: "Juden raus! Nieder mit dem Judenpack!"

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Mittelschule

Schulgeld

In meiner Schuluniform

Im Frühjahr 1938 durfte ich auf die Mittelschule wechseln. Zwar wäre ich auch fürs Gymnasium geeignet gewesen, aber dafür fehlte uns das Geld, denn damals musste Schulgeld bezahlt werden. Das betrug 10 Reichsmark (RM) für die Mittelschule und 20 RM für das Gymnasium. Es reichte also nur für die Mittelschule. Meine hatte allerdings einen guten Ruf, denn sie bot viele praktische Lerninhalte an: Kurzschrift, Maschinenschreiben, Werkunterricht. Das hatte auch die Begeisterung für Jungen stark erhöht.

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Kleinkindalter

Jugend im Kampf

Die Hitlerjugend kam schon vor 1933 auf, und war öfter in Kämpfe mit der kommunistischen Jugend verstrickt. Es war wohl im Sommer an der Wedau, eine Seen- und Badelandschaft im Duisburger Süden, wo ich, gerade mal 3 Jahre alt, die Besorgnis hatte, meinen Badeanzug nicht nass zu machen. Ich bekam einen heftigen Kampf zwischen den  beiden politischen Lagern mit. Das hat auf mich einen großen Eindruck hinterlassen.

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Volksschule

Jeder hat mal klein angefangen

Schulgebäude und -gelände

Horst Heckmann mit Schultüte
Mein 1. Schultag

Ich kann mich sehr genau an den roten Backsteinbau an meinem ersten Schultag im Frühjahr 1934 erinnern, zu dem mich meine Mutter an der Hand führte. Unvergesslich ist auch der Geruch von Bohnerwachs beim Betreten dieses Gebäudes, dessen Gelände sich zudem für allerlei Geländespiele eignete: Indianer, Räuber und Gendarm, aber auch zum „Plüsterken machen“ (Feuer machen) und Budenbauen. Die Schule war in der Straße „An der Leybank“ unterhalb des Geländes der Zeche Sellerbeck; beides gibt es heute nicht mehr, lediglich ein Stellwerk auf der Zugstrecke nach Essen erinnert noch daran.

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