Zeitzeugengespräch im Albert-Einstein Gymnasium

Unmittelbare Nachkriegszeit

Zeitzeugeneinsatz am 24.01.20189 um 16.00 h bis 17.45 h Albert-Einstein-Gymnasium, Rumeln-Kaldenhausen, Jahrgangsstufe 9, Geschichtskurs

Wir wurden nach witterungsbedingt verspäteter Ankunft auf dem Parkplatz des Gymnasiums von Frau Sp. empfangen und über komplizierte Wege und Treppen zum Klassenraum geleitet, in dem sich bereits 10 Schülerinnen und 7 Schüler zu einem Halbkreis formiert hatten.

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Resümee: Karl Heinz Ruthmann

Als wichtigsten Teil meines Resümees will ich die Klugheit und Umsicht unserer Mutter hervorheben:

Sie hat in den entscheidenden Momenten stets die richtigen Schlüsse gezogen und sich zu den Maßnahmen entschlossen, die uns die körperliche Unversehrtheit und den Zusammenhalt in all den Wirren während Evakuierung, Flucht und Heimfahrt bewahrt hat!

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Rückkehr ins Ruhrgebiet nach Duisburg (06/1945)

Rückkehr des Vaters

Mein Vater war sogar eher in Duisburg als wir. Er bekam ja noch im April 1945 einen Marschbefehl in irgendeinem Ort nach Deutschland zur Verpflegungsausgabe. Das war aber ein fingierter Befehl. Der Kommandeur dieser Versorgungseinheit schickte seine Leute über diesen Weg praktisch nach Hause. „Leute, macht Euch vom Acker! Hier ist der Krieg gleich zu Ende.“ Dann ist er nach Duisburg gekommen und suchte unsere Verwandtschaft.

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Evakuierung und Flucht

Meine Mutter war durch diese Ereignisse derart entnervt, dass sie sich bei den Behörden meldete  – damals nannte sich das NSV (Nationalsozialistische Volkswohlfahrt) und um Evakuierung nachsuchte . Ihr wurde in Aussicht gestellt, wir könnten mit einem Transport  nach Niederschlesien ausweichen, denn Süddeutschland war wahrscheinlich schon überbevölkert.

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Wohn- und Lebensverhältnisse im Krieg

Auch sonst machte sich die Kriegszeit in steigendem Maße im privaten Familienleben bemerkbar. Zunächst aber bekamen wir gar nicht so besonders viel von diesem Krieg mit. Es ging ja eigentlich erst mal ganz harmlos los: Die ausgestellten Lebensmittelkarten regelten und rationierten die Versorgung der Bevölkerung. Die Behörde vermerkte für uns: Familienstand, Vater, Mutter, drei Kinder, also 5 Lebensmittelkarten. Sie waren mit Abschnitten versehen, beispielsweise für Fleisch, Obst, Nährmittel, Milch usw., und das gab es nur in ganz bestimmten

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Schule

Meine Schulzeit war geteilt durch die unterschiedlichen politischen Systeme.  

 

Grundschule in der Musfeldstraße (1941 - 1943)

Karl Heinz Ruthmann mit obligatorischer Einschulungstüte
Karl Heinz Ruthmann zur Einschulung 1941

Ich wurde 1941 während der Kriegszeit in Duisburg  in der Schule an der Musfeldstraße eingeschult. Wir hatten eine Klassenlehrerin, die zuvor bereits meine ältere Schwester unterrichtet hatte. Ich habe  im Grunde genommen keine besonders herausragenden Erinnerungen an diese Schulzeit, ausser dass wir eben dem System gemäß morgens die Lehrerin mit einem „Heil Hitler“ begrüßten. Sie war nicht besonders nazistisch ausgerichtet, musste aber den Gegebenheiten der seinerzeitigen politischen Richtung entsprechend Tribut zollen.

Ich war zu der Zeit immer noch Daumenlutscher; deswegen musste ich mit einer weiteren Schülerin, die auch Daumenlutscherin war, zur Strafe in der ersten Bank sitzen, und zwar in der Mittelreihe mit pflasterumwickeltem Daumen, den ich sichtbar auf der Bank präsentieren musste. Ich kann gar nicht sagen, dass mich das besonders berührt hatte.

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Wohnen

Duisburg-Hochfeld

Ich wurde 1934 als jüngstes und drittes Kind in Duisburg in einer bürgerlichen Familie geboren. Wir wohnten in einer 3-Zimmer-Wohnung in einem Wohnkomplex der Duisburger Wohnungsbau AG in einem 4-stöckigen Haus mit 4 Familien. Die Gebäude waren im Jahre 1924 fertiggestellt worden und meine Familie zog 1930 dort ein.

An der Rückseite des Gebäudes befand sich ein weitläufiger zu den nachbarschaftlichen Häusern offener parkartiger

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