KLV-Lager Raab

Am 25. März 1943 begab ich mich mit 2000 anderen Kindern zum Hauptbahnhof Essen zur Kinderlandverschickung. Man verfrachtete uns wahllos in die  bereitstehenden Personenwagen, und die Fahrt ging in das Protektorat Böhmen und Mähren (Tschechien). Ich hatte nur einen Schuhkarton voll mit persönlichen Sachen von mir dabei; der große Bombenangriff auf Essen war ja erst wenige Tage her. Unterwegs wurden …

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Schulzeit im NS-Staat

Die Reichspogromnacht Ein besonderes Datum habe ich nicht vergessen. Wir wohnten zu der Zeit in Essen-West. Es war der 9. November 1938. Ich ging wie jeden Morgen zur Schule. Mein Weg führte über die Altendorfer Straße. An einem uns allen bekannten Textilkaufhaus mit Namen Blum hatte man alle Schaufensterscheiben zertrümmert, und alle Textilien flogen auf die Straße. Eine große Menschenmenge …

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Schule

Einschulung mit 5

Ich war immer groß und kräftig, und ich habe auch ein bisschen Verstand. Da ich sehr wissbegierig war, habe ich meine Mutter mit Fragen gelöchert, damit sie mir das Gehörte erklären sollte. Als ich 1940 eingeschult wurde, war ich 5 1/2 Jahre alt.  Ich wurde im September 6, und Ostern war die Einschulung. Vorher musste ich nach Kolberg zum Schulamt und wurde  von einer Lehrperson getestet: Buchstaben lesen und einige Rechenaufgaben lösen.

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Stullen für die Fremdarbeiter

Zu Ihrer Orientierung führe ich zunächst meine elterliche 5-köpfige Familie während der Kriegszeit an. Ich war das jüngste Kind, Geburtsjahr 1934, meine nächst ältere Schwester, Jahrgang 1930, besuchte die Mittelschule, meine älteste Schwester, Jahrgang 1924 wurde nach ihrer Ausbildung im Jahre 1943 zur Kriegsmarine dienstverpflichtet und arbeitete in einem Versuchsbetrieb für Marinewaffen in der Nähe von Eckernförde als Telefonistin. Mein …

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Fremdarbeiter auf einem Bauernhof

Pommern 1940 – 1945 Meine Eltern hatten einen Bauernhof von etwa 40 bis 60 Morgen Land, 10/12 Hektar so in der Richtung, und sie brauchten immer Hilfskräfte zum Bewirtschaften. Zum Haushalt gehörten meine Eltern, meine Oma und wir zwei Töchter.  Nach der Kriegserklärung wurden die männlichen Helfer bereits eingezogen und durch Fremdarbeiter ersetzt. Wir hatten zunächst einen jungen Mann aus …

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Evakuierung und Flucht

Meine Mutter war durch diese Ereignisse derart entnervt, dass sie sich bei den Behörden meldete  – damals nannte sich das NSV (Nationalsozialistische Volkswohlfahrt) und um Evakuierung nachsuchte . Ihr wurde in Aussicht gestellt, wir könnten mit einem Transport  nach Niederschlesien ausweichen, denn Süddeutschland war wahrscheinlich schon überbevölkert. Es ging der Satz um, dass man in Bayern sagte:„Och, da kommen wieder …

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Wohn- und Lebensverhältnisse im Krieg

Auch sonst machte sich die Kriegszeit in steigendem Maße im privaten Familienleben bemerkbar. Zunächst aber bekamen wir gar nicht so besonders viel von diesem Krieg mit. Es ging ja eigentlich erst mal ganz harmlos los: Die ausgestellten Lebensmittelkarten regelten und rationierten die Versorgung der Bevölkerung. Die Behörde vermerkte für uns: Familienstand, Vater, Mutter, drei Kinder, also 5 Lebensmittelkarten. Sie waren …

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