Lesung: Zwangsarbeiter

Karl Heinz Ruthmann: Stullen für die Fremdarbeiter

Zu Ihrer Orientierung führe ich zunächst meine elterliche 5-köpfige Familie während der Kriegszeit an. Ich war das jüngste Kind, Geburtsjahr 1934, meine nächst ältere Schwester, Jahrgang 1930, besuchte die Mittelschule, meine älteste Schwester, Jahrgang 1924 wurde nach ihrer Ausbildung im Jahre 1943 zur Kriegsmarine dienstverpflichtet und arbeitete in einem Versuchsbetrieb für Marinewaffen in der Nähe von Eckernförde als Telefonistin. Mein Vater wurde im Jahre 1941 zum Militär eingezogen und arbeitete in seinem Beruf als Metzgermeister bei einer Versorgungseinheit des Heeres in Cambrai/Frankreich.

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Resümee: Karl Heinz Ruthmann

Als wichtigsten Teil meines Resümees will ich die Klugheit und Umsicht unserer Mutter hervorheben:

Sie hat in den entscheidenden Momenten stets die richtigen Schlüsse gezogen und sich zu den Maßnahmen entschlossen, die uns die körperliche Unversehrtheit und den Zusammenhalt in all den Wirren während Evakuierung, Flucht und Heimfahrt bewahrt hat!

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Rückkehr ins Ruhrgebiet nach Duisburg (06/1945)

Rückkehr des Vaters

Mein Vater war sogar eher in Duisburg als wir. Er bekam ja noch im April 1945 einen Marschbefehl in irgendeinem Ort nach Deutschland zur Verpflegungsausgabe. Das war aber ein fingierter Befehl. Der Kommandeur dieser Versorgungseinheit schickte seine Leute über diesen Weg praktisch nach Hause. „Leute, macht Euch vom Acker! Hier ist der Krieg gleich zu Ende.“ Dann ist er nach Duisburg gekommen und suchte unsere Verwandtschaft.

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Karl Heinz Ruthmann

Profil

Karl Heinz Ruthmann wurde am 02.12.1934 in Duisburg als jüngstes Kind einer fünfköpfigen Familie geboren. Sein Vater war traditionsgemäß Metzgermeister; als solcher kam er während der Kriegszeit zu einer Versorgungseinheit. Seine älteste Schwester fand schon bald nach ihrer Lehre in der Telefonzentrale in einem Forschungs- und chemischen Laborbetrieb  der Kriegsmarine an der Ostsee eine Anstellung. Die andere Schwester wurde mit ihrer gesamten Schule nach dem großen Bombenangriff auf Duisburg 1943 nach Böhmen und Mähren evakuiert. Es gelang der Mutter, sie mit Beginn der Flucht aus dem Ruhrgebiet zu sich zu holen.

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Evakuierung und Flucht

Meine Mutter war durch diese Ereignisse derart entnervt, dass sie sich bei den Behörden meldete  – damals nannte sich das NSV (Nationalsozialistische Volkswohlfahrt) und um Evakuierung nachsuchte . Ihr wurde in Aussicht gestellt, wir könnten mit einem Transport  nach Niederschlesien ausweichen, denn Süddeutschland war wahrscheinlich schon überbevölkert.

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Wohn- und Lebensverhältnisse im Krieg

Auch sonst machte sich die Kriegszeit in steigendem Maße im privaten Familienleben bemerkbar. Zunächst aber bekamen wir gar nicht so besonders viel von diesem Krieg mit. Es ging ja eigentlich erst mal ganz harmlos los: Die ausgestellten Lebensmittelkarten regelten und rationierten die Versorgung der Bevölkerung. Die Behörde vermerkte für uns: Familienstand, Vater, Mutter, drei Kinder, also 5 Lebensmittelkarten. Sie waren mit Abschnitten versehen, beispielsweise für Fleisch, Obst, Nährmittel, Milch usw., und das gab es nur in ganz bestimmten

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