Endlich zur Schule dürfen

Wir sind als Flüchtlinge aus Pommern nach Schleswig-Holstein gekommen. Am Ende unserer Flucht landeten wir auf einem Gut, das einem Herzog gehörte. Herzogliche Güter gab es oben in Schleswig-Holstein einige. Wir hatten ein Zimmer, das war sehr primitiv – z. B. gab es nur eine Waschschüssel, das war alles, was wir hatten, da wurde nicht nur drin gewaschen, sondern sie wurde auch benutzt, um Gemüse sauber zu machen.

WeiterlesenEndlich zur Schule dürfen

Vorsätze fürs neue Jahr


Man soll das Neue Jahr 
nicht mit Programmen beladen 
wie ein krankes Pferd.
Wenn man es allzu sehr beschwert,
bricht es zu guter Letzt zusammen.


Je üppiger die Pläne blühen,
um so verzwickter wird die Tat.
Man nimmt sich vor, 
sich schrecklich zu bemüh'n
und schließlich hat man den Salat.


Es nützt nicht viel, sich rotzuschämen.
Es nützt nichts und es schadet bloß,
sich tausend Dinge vorzunehmen.
Lasst das Programm und bessert euch drauflos!


Erich Kästner

John Rutter, Angel’s Carol

Georg Büchner an seine Familie

Straßburg, im Januar 1833

Auf Weihnachten ging ich morgens um 4 Uhr in die Frühmette im Münster. Das düstere Gewölbe mit seinen Säulen, die Rose und die farbigen Scheiben und die kniende Menge waren nur halb vom Lampenschein erleuchtet. Der Gesang des unsichtbaren Chores schien über dem Chor und dem Altar zu schweben und den vollen Tönen der gewaltigen Orgel zu antworten. Ich bin kein Katholik und kümmerte mich wenig um das Schellen und Knien der buntscheckigen Pfaffen, aber der Gesang alleine machte mehr Eindruck auf mich als die faden, ewig wiederkehrenden Phrasen unserer meisten Geistlichen, die jahraus, jahrein an jedem Weihnachtstag meist nichts Gescheiteres zu sagen wissen als: Der liebe Herrgott sei doch ein gescheiter Mann gewesen, dass er Christus gerade um diese Zeit auf die Welt habe kommen lassen.

aus: Sammlung “Weihnachtsbriefe” von Etta Reich

WeiterlesenJohn Rutter, Angel’s Carol

Weihnachten in den Ardennen

Als es an diesem Weihnachtsabend an der Tür klopfte, war ich zwölf, und wir lebten in einem kleinen Häuschen nahe der deutsch-belgischen Grenze. Mein Vater hatte uns dorthin geschickt, als unsere Heimatstadt Aachen im Krieg immer stärker unter Luftangriffen zu leiden begann. „In den Wäldern seid ihr sicher“, hatte er zu mir gesagt. Aber nun tobte ringsum die Ardennenschlacht.

WeiterlesenWeihnachten in den Ardennen

Wie den Atheisten ein Christkind geboren wurde

Zur Erläuterung meiner Geschichte muss ich einige Dinge vorab klären. Seit mehreren Generationen wurde in den Familien meiner Eltern ein konfessionsloses Leben geführt. Die Ehen wurden ohne jeglichen Einfluss einer Religion geschlossen. Die Eheschließung sowie die Geburten der Kinder wurde bei den Standesämtern lediglich registriert. Bei der Namensgebung erhielten die Kinder einen Namen, der zusätzlich den Namen eines Vorfahren enthielt. Ich als erstgeborener Sohn wurde neben den Wunschnamen meiner Eltern mit den Namen meiner beiden Großväter bedacht.

WeiterlesenWie den Atheisten ein Christkind geboren wurde

Erinnerungen an Weihnachten

Es ist lange her. Ich war vielleicht 5 oder 6 Jahre alt, und somit schweifen die Gedanken in das Jahr 1958.

Meine Eltern und ich lebten damals in einer Zwei-Zimmerwohnung, und von Wohlstand konnte noch keine Rede sein. Geschenke wurden mit Bedacht gekauft, und Spielsachen wurden gehütet und mit Vorsicht behandelt – es gab ja nicht allzu viel davon.

WeiterlesenErinnerungen an Weihnachten

Romans Schicksalsbegegnung

Seit Romans Frau ausgerechnet am 23.12.2012 gestorben war, hatte er der Weihnachtszeit abgeschworen. Er konnte es nicht ertragen, wenn Menschen fröhlich waren, sich liebten, küssten und voller Vorfreude Geschenke für die Familie besorgten. Und so geschah es, dass er sich regelmäßig im Dezember in eine einsame Waldhütte im Schwarzwald verzog und sich von aller Welt abschottete. Auf die Versuche seiner Kinder, ihn wieder in die Familie zu integrieren, reagierte er schroff, ja beinahe herzlos und verletzte damit immer wieder die Menschen, die ihm tief im Herzen am allermeisten bedeuteten.

WeiterlesenRomans Schicksalsbegegnung