Kommt her, mir nach!
Nachfolge ist das Thema des heutigen Evangeliums. Wirklich passend, wenn ich bedenke,was heute die beiden KAB Vereine vorhaben. Die KAB aus Voerde und die KAB aus Friedrichsfeld möchten sich zusammenschließen KAB-Vereine, in Kirchengemeinden beheimatet sind Teile eines großen Verbandes, wie es z. B. auch die kfd und Kolping sind. Verbände scheinen aus der Mode gekommen zu sein. Aber schauen wir zunächst auf die Geschichte der KAB. Die Wurzeln der KAB entstanden in der Mitte des 19. Jahrhunderts. 1849 gründete sich der erste Arbeiterverein in Regensburg. Im katholischen Milieu war es in dieser Zeit wichtig, einen Gegenpol zur Industrialisierung und damit einhergehenden kapitalistischen Ausbeutung von Arbeitskräften zu bilden.
Mit der Gründung von Unterstützungskassen, Sozialverbänden und christlichen Gewerkschaften wehrten sich die Arbeitervereine gegen Ausbeutung
und setzten sich so für Menschenrechte ein.
- Begrenzung der Wochenarbeitszeit
- Urlaub
- Lohnfortzahlung im Krankheitsfall
- Kündigungsschutz
- Mitsprache durch Gewerkschaften
- Das Erziehungsgeld
Viele soziale Aspekte wurden mit und durch die Katholischen Arbeitervereine erstritten. So lag das Hauptaugenmerk auf Menschen-, Arbeits- und Soziale Rechte- und auf Bildung! Festverwurzelt im katholischen Milieu,
in der katholischen Kirche! Gerade zum Thema Menschenrechte
wurden auch Mitglieder der KAB auch in der Zeit des aufkommenden Nationalsozialismus aktiv.
Der selige Nikolaus Groß, Bernhard Letterhaus, Alfred Delp und viele andere vertraten in dieser Zeit auch als Leitung der KAB durch kritische Stimmen und Artikel ihre Meinung gegen aufkeimenden Rechtsradikalismus – und haben das wie viele andere auch mit dem Tod durch willkürliche Hinrichtung bezahlt.
In den Gemeinden wie hier vor Ort wurde dieser Widerstand z. B. durch den offiziell so deklarierten Bußgang nach Eppinghoven gezeigt – der aus aktuellem Anlass immer noch weitergeführt wird. Denn – kleiner Einschub:
Geschichte scheint sich zu wiederholen! Der auch jetzt wieder entstehende
Rechtsrutsch der Gesellschaft – wieder mit einer lauten Partei und Parolen mit menschenverachtenden Thesen – beschäftigt uns in der KAB sehr. Siehe unser Bußgang jetzt Friedensgang und weitere Aktivitäten zu diesem Thema.
Und gerade aus diesem Grunde war und ist es uns wichtig, mit Bernhard Letterhaus einen Patron für unsere gemeinsame KAB zu wählen, der den Widerstand gegen das Nazi-Regime aktiv unterstützte. Ja, die KAB vertritt politische Meinungen im sogenannten „Vor-Politischen Raum“ Wir sind keine Partei – aber wir ergreifen Partei Damals und heute.
Sie setzt sich ein gegen menschenverachtende Politik – aber auch und immer noch gegen die Ausbeutung aller Menschen. Ausbeutung heute?
Beispiele aus der heutigen Zeit:
- Sonntagsarbeit durch Öffnung im Einzelhandel
- Ausbeutung von Kurier- und LKW-Fahrern
- Flexibel verschobene Arbeitszeiten, mit denen ein Familienleben kaum vereinbar ist
Die KAB bringt Menschen in Bewegung.
- Durch aktiv gelebten Glauben.
- Durch Achtung und Eintreten für die Menschenwürde.
- Durch Aktionen und Aktivitäten für die Gemeinschaft.
Und wir sehen uns fest verwurzelt in unserer Pfarrgemeinde St. Peter und Paul Voerde. Wir hier vor Ort verstehen uns als Teil unserer Pfarrgemeinde, bemühen uns als katholische Christen, wie viele andere auch den Glauben zu leben, danach zu handeln und Gott im Angesicht des Nächsten zu sehen.„Menschen sind die Worte mit denen Gott seine Geschichte erzählt.“
Ein Zitat von Edward Schillebeeckx, einem belgischen Dominikanerpriester und Theologen.
Wir glauben:
Auch wir sind die Menschen, die Worte, mit denen Gott in der heutigen Zeit
seine Geschichte erzählt. Übersetzt bedeutet es: Nachfolge – leben.
Daher beginnen wir unser Ansinnen, unseren Schritt, den wir heute gehen wollen, mit diesem Gottesdienst. Und wir bitten Sie um Ihre Unterstützung.
Jetzt denkt der eine oder andere, er solle eintreten, mitmachen oder spenden.
Gerne – immer gern. Aber nein, viel einfacher: Wir bitten um Ihre Unterstützung im Gebet.