Gundula Schiffer liest aus Gronau / Gauguin

Lange Gedichte übers Sehen und Sehnen

Die zwei Langgedichte in Gundula Schiffers neuem Lyrikband Gronau / Gauguin vereinen weit auseinanderliegende geographische und geistige Räume: den Bergisch Gladbacher Stadtteil Gronau und Gemälde Gauguins aus der Südsee, beides durchwoben von Verbindungsfäden zu Israel und zum Hebräischen. „Wie ich wegbleibe, wo ich da sein muss“ erzählt, wie das Auge der Dichterin zu „überarbeiten“ lernte, so dass etwa an der Fassade der Villa Zanders ein Schimmer von Jerusalemstein aufscheint. Das „Geschlechter-Märchen“ des zweiten Textzyklus erkennt in der adamitischen Androgynie sowie der groben Formgebung der Bilder Gauguins Reflexe der biblischen Schöpfungsgeschichte und des kantigen Charakters der hebräischen Sprache. Ein Abend über ersehnte Verwandlungen, mögliche Verwandtschaften und bleibende Ferne.

Gundula Schiffer, geboren 1980 in Bergisch Gladbach, lebt als Dichterin und Übersetzerin in Köln. Sie schreibt Lyrik hauptsächlich auf Deutsch, aber auch auf Hebräisch. Studium der Komparatistik, Kunstgeschichte und Philosophie sowie der hebräischen Sprache und Literatur in München und Jerusalem; Promotion zur Poesie der Psalmen (Beredtheit der Form, 2010). Neben dem Lyrikband Jerusalem-Köln (2017) und Gronau / Gauguin (2022) veröffentlichte sie Gedichte in Anthologien, Literaturzeitschriften und Online-Magazinen. Für ihr Lyrikband-Projekt Hioba Hymore erhielt sie eines der beiden Dieter-Wellershoff-Stipendien 2021 der Stadt Köln. Mit einem Langgedicht stand sie auf der Shortlist für den Lyrikpreis München 2021.

Eine Veranstaltung im Rahmen des Sonderprogramms Aufgeschlagen! des Landes Nordrhein-Westfalen

Wann: 18. August 2022, 20h

Wo: Zeitgeist  – Braunsfeld e.V. Kulturraum, Clarenbachplatz 2, 50933

Eintritt frei, Anmeldung unter zeitgeist@koeln.de oder 01781787965

Einlass lt. geltender Corona-Verordnung.
Weitere Informationen unter: unser-quartier.de/braunsfeld


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